Was du in Hawaiʻi Volcanoes unternehmen kannst: Highlights und Aktivitäten
Manche Nationalparks besucht man wegen Landschaften, die seit Millionen Jahren unverändert sind. Hawaiʻi Volcanoes besuchst du aus einem anderen Grund: Hier kannst du zusehen, wie die Welt entsteht. Der Kīlauea gehört zu den aktivsten Vulkanen der Erde. Seine Caldera erlebte 2018 große Ausbrüche, dann erneut zwischen 2020 und 2021, und ihr Gesicht verändert sich weiter. Dazu kommen 18 km Straße bis zum Pazifik, ein Wegenetz über erstarrte Lavafelder, ein begehbarer Lavatunnel und mehrere Jahrhunderte alte Petroglyphen. Der Park bündelt eine Erlebnisdichte, die weit über seinen Ruf als „Vulkanpark“ hinausgeht.
Das solltest du zuerst sehen: den Uēkahuna Overlook über der Kīlauea-Caldera, dessen Leuchten des Lavasees bei Einbruch der Dunkelheit eindrucksvoll ist, den Lavatunnel Nāhuku, die Chain of Craters Road bis zum Hōlei Sea Arch und den Kīlauea Iki Trail, wenn du dafür zwei Stunden hast. An einem gut geplanten Tag schaffst du diese vier Punkte. Zwei Tage geben dir Zeit zum Durchatmen, Wandern und Erkunden der weniger besuchten Sektoren.
Für einen Überblick über den Park, bevor du in die Einzelheiten einsteigst, ist unser kompletter Guide zu Hawaiʻi Volcanoes der richtige Ausgangspunkt.
Hawaiʻi Volcanoes kompakt: Sektoren, Zufahrt und Fortbewegung
Der Park erstreckt sich über den Südosten von Hawaiʻi Island (Big Island). Er umfasst rund 1.300 km², von der Küste bis zu den 4.169 m hohen Flanken des Mauna Loa. Vier Hauptbereiche lassen sich unterscheiden:
- Die Kīlauea-Caldera und Crater Rim Drive: der zentrale Sektor, den du über den Haupteingang erreichst. Hier liegen die meisten Aussichtspunkte, Schwefeldampfstellen, mittelschweren Wege und die beiden Visitor Center.
- Die Chain of Craters Road: 18 km lange Abfahrt von der Caldera zum Meer durch pahoehoe- und aʻa-Lavafelder.
- Der Mauna-Loa-Sektor: die Flanken des volumenmäßig größten Schildvulkans der Welt. Dieser Bereich richtet sich an gut vorbereitete Wanderer.
- Die Kahuku Unit: ein abgetrennter südlicher Sektor, der weniger besucht wird und nur von Donnerstag bis Sonntag geöffnet ist.
Von Hilo: 48 km südwestlich auf dem Highway 11, etwa 45 Minuten. Von Kailua-Kona: Du hast zwei Möglichkeiten. Entweder 155 km südöstlich auf dem Highway 11, 2 bis 2,5 Stunden, oder 200 km über Waimea und Hilo an der Nordostküste entlang.
Der Park ist an 7 Tagen pro Woche rund um die Uhr geöffnet, auch an Feiertagen. Die Kahuku Unit bildet die Ausnahme: Sie öffnet nur Donnerstag bis Sonntag von 8 bis 16 Uhr.
So bewegst du dich fort: Ein Auto ist unverzichtbar. Die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind zu groß, um alles zu Fuß zu erledigen, und im Park gibt es keinen eigenen Shuttle. Einige Abschnitte der Crater Rim Drive kannst du mit dem Fahrrad befahren, doch die Bedingungen ändern sich je nach vulkanischer Aktivität.
Das Wetter darfst du nicht unterschätzen. Auf dem Kīlauea-Gipfel, etwa 1.200 m hoch, können die Temperaturen 12 bis 15 °C niedriger sein als an der Küste, und Regen ist zu jeder Jahreszeit möglich. Die Küstenebene am unteren Ende der Chain of Craters Road ist dagegen heiß, trocken und windig. Die Wettervorhersage für Hawaiʻi Volcanoes und der Guide zur besten Reisezeit erklären die saisonalen Entwicklungen genauer, damit du deinen Besuch gut planst.
Für Verkehrsregeln und Sicherheitshinweise zum Vulkan liefert der Guide zur Zufahrt nach Hawaiʻi Volcanoes alle wichtigen praktischen Informationen.
Wie viel Zeit brauchst du für Hawaiʻi Volcanoes?
Ein ganzer Tag ist das sinnvolle Minimum, um die wichtigsten Orte abzudecken: Crater Rim Drive, Chain of Craters Road, Nāhuku und die wichtigsten Aussichtspunkte. Es ist machbar, aber du bist schnell unterwegs und bleibst nirgends lange.
Zwei Tage erlauben dir zusätzlich eine längere Wanderung, etwa auf dem Kīlauea Iki Trail oder Nāpau Trail, einen Besuch der Kahuku Unit an einem Öffnungstag und vor allem die Rückkehr zur Caldera nach Einbruch der Dunkelheit, um das vulkanische Leuchten zu sehen. Dieser nächtliche Abstecher verändert das Parkerlebnis grundlegend. Es ist ein Besuch im Besuch.
Drei Tage oder mehr: Das lohnt sich, wenn du die Wege am Mauna Loa erkunden, den Park mit Stränden und Kulturstätten im Süden von Big Island verbinden oder einfach ohne Zeitdruck wandern möchtest.
Ein Tagesprogramm, das zu deinen Plänen passt, findest du im Routenplan für Hawaiʻi Volcanoes. Dort wird jedes Besuchsszenario Tag für Tag vorgestellt.
Die Highlights Sektor für Sektor
Die Kīlauea-Caldera und Crater Rim Drive

Die Crater Rim Drive folgt dem Rand der Hauptcaldera. Einzelne Abschnitte werden je nach vulkanischer Aktivität vorübergehend gesperrt. Informiere dich bei deiner Ankunft im Visitor Center oder vor der Abfahrt auf der NPS-Website über die aktuellen Bedingungen. Dieser Sektor bündelt die große Mehrheit der Parksehenswürdigkeiten und sollte ganz oben auf deiner Liste stehen.
Uēkahuna ist der wichtigste Aussichtspunkt über der Caldera. Historisch war der Ort als „Jaggar Museum Overlook“ bekannt, nach der Renovierung von 2022 wurde er unter seinem hawaiischen Namen wiedereröffnet. Von hier blickst du in den riesigen Halemaʻumaʻu Crater, eine mehrere hundert Meter tiefe Senke, in der während der jüngsten Ausbrüche ein Lavasee entstand. Tagsüber ist der Anblick beeindruckend. Nachts, wenn die Aktivität es zulässt, wirkt das orangefarbene Leuchten in den Schwefeldioxidfahnen noch einmal ganz anders. Nimm warme Kleidung mit. Auf dem Kīlauea kann Regen zu jeder Jahreszeit ohne Vorwarnung einsetzen, und der Temperaturunterschied zur Küste ist sofort spürbar.
Steam Vents wirken wie ein kurzer Stopp, der sich kaum lohnt. Tatsächlich solltest du dir dafür fünf Minuten nehmen. Risse im Gestein lassen Wasserdampfsäulen aufsteigen, die das Magma erhitzt. Bei kühlem Wetter oder nach Regen ist der Anblick besonders fotogen. Das flache Morgenlicht verwandelt die Dampffahnen in etwas beinahe Unwirkliches.
Sulphur Banks ergänzen die Steam Vents. Den Ort erreichst du zu Fuß vom Parkplatz am Visitor Center. Schwefelablagerungen färben das Gestein leuchtend gelb und ockerfarben. Den Geruch nach faulen Eiern bemerkst du lange vor dem Aussichtspunkt. Bleib auf den Holzstegen, denn der Boden ringsum ist instabil und stellenweise glühend heiß.
Kīlauea Iki ist ein Nebenkrater neben der Hauptcaldera. 1959 füllte ihn ein spektakulärer Ausbruch bis zum Rand mit Lava und schuf einen mehrere hundert Meter tiefen Schmelzsee. Heute bildet die abgekühlte Basaltmasse eine schwarze, rissige Ebene, die du auf dem Kīlauea Iki Trail zu Fuß durchquerst. Einzelheiten findest du im Abschnitt zu den Wanderungen.
Keanakākoʻi Overlook eröffnet dir einen weiteren Blick auf die jungen Lavafelder. Die Straße führt hier durch ein Gebiet, in dem die Vegetation den Basalt allmählich zurückerobert. Es ist eine Folge kleiner, stiller botanischer Dramen.
Nāhuku, früher Thurston Lava Tube, verdient unbedingt einen Stopp. Dieser mehrere hundert Meter lange natürliche Tunnel entstand vor etwa 500 Jahren durch einen Lavastrom. Das Prinzip ist in der Vulkanologie überall gleich: Die Lava an der Oberfläche kühlt ab und erstarrt zu einer Kruste, während das flüssige Magma darunter weiterfließt. Nach dem Ende des Stroms bleibt ein leerer Tunnel zurück. Im Inneren ist der Gang beleuchtet, die Decke feucht und die Atmosphäre eine Mischung aus Untergrund und Tropfsteinhöhle. Der Rundweg dauert 20 bis 30 Minuten und führt durch einen Wald aus Baumfarnen und ʻōhiʻa. Praktischer Tipp: Komm vor 9 Uhr oder nach 15 Uhr. Der Parkplatz ist mittags voll, und weniger Menschen im Tunnel machen den Besuch angenehmer.
Devastation Trail wird oft zu Unrecht übersehen. Der 1,6 km lange Hin- und Rückweg verläuft auf einem Holzsteg mitten durch ein Aschefeld. Die gebleichten Stämme ehemaliger ʻōhiʻa, die der Ausbruch von 1959 verbrannt hat, ragen aus der Leere, während sich die Vegetation überall mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit erholt. Für Fotos gehört der Weg zu den eindrucksvollsten und zugleich am wenigsten besuchten Orten des Parks.
Die Chain of Craters Road

Die Chain of Craters Road führt von der Kīlauea-Caldera rund 18 km hinunter zur Küste und verliert dabei 1.200 Höhenmeter. Schon die Straße selbst ist ein durchgehendes Schauspiel. Sie quert pahoehoe-Lavafelder mit glatten, gewellten Strukturen wie fest gewordenem Karamell sowie raue, scharfkantige aʻa-Lava. Ohne Stopps brauchst du 45 Minuten bis eine Stunde, aber du wirst natürlich anhalten.
Kealakomo Overlook ist ein Aussichtspunkt auf halber Strecke. Von dort siehst du über die Küstenebene bis zum Pazifik, während schwarze Lavafelder den Vordergrund bilden. Einfach und wirkungsvoll.
Puʻu Loa Petroglyphs: Ein 2,5 km langer, ebener Hin- und Rückweg über Lava führt zum größten bekannten Petroglyphenfeld Hawaiʻis. Mehr als 23.000 Felsgravuren bezeugen die jahrhundertelange hawaiische Präsenz an dieser Küste. Die Motive zeigen menschliche Formen, konzentrische Kreise und abstrakte Symbole im Zusammenhang mit Geburtsriten. Bleib unbedingt auf den Aussichtsplattformen. Wenn du auf die Petroglyphen trittst, beschädigst du sie unwiederbringlich.
Hōlei Sea Arch ist der letzte Halt der Straße direkt am Meer. Dort, wo die Lava ins Wasser floss, hat die Meereserosion einen mächtigen Basaltbogen in die Klippe geschnitten. Die Pazifikwellen brechen sich daran mit einem dumpfen Geräusch, das du schon aus der Ferne hörst. Hier endet die Straße. Ein Lavastrom von 1969 hat den Asphalt mehrere Kilometer weiter östlich unter sich begraben. Überquere die Absperrungen nicht. Die Klippenkante ist instabil, und gelegentlich stürzen Basaltblöcke ab.
Küstensicherheit: Die Ebene am unteren Ende der Chain of Craters Road ist der heißeste, trockenste und windigste Bereich des Parks. Nimm mindestens 2 Liter Wasser pro Person, Sonnenschutz und feste Wanderschuhe mit. Die scharfkantige aʻa-Lava zerreißt Sandalen und weiche Sohlen innerhalb weniger Minuten.
Der Mauna-Loa-Sektor

Der Mauna Loa ist der volumenmäßig größte Schildvulkan der Welt. Sein Gipfel erreicht 4.169 m. Der Park verwaltet seine Flanken, doch dieser Bereich richtet sich nicht an Besucher mit wenig Zeit oder Ausrüstung. Höhe, abrupte Wetterwechsel und die abgelegene Lage verlangen eine ernsthafte körperliche und logistische Vorbereitung.
Die Mauna Loa Road steigt bis auf etwa 2.000 m und ermöglicht bereits weite Ausblicke, ohne dass du bis zum Gipfel wandern musst. Der Kīpukapuaulu Trail, eine 1,6 km lange Runde von 45 Minuten, führt durch eine ursprüngliche Waldinsel, die von den Lavaströmen verschont blieb. Die Vielfalt der endemischen Pflanzen in diesem geschützten Gebiet ist bemerkenswert. Du bekommst hier einen Eindruck davon, wie Hawaiʻis Wald vor den eingeschleppten Arten aussah. Der Kontrast zu den umliegenden Basaltfeldern ist eindrucksvoll.
Die Kahuku Unit

Die südlich vom übrigen Park gelegene Kahuku Unit ist nur Donnerstag bis Sonntag von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Sie hat nicht die vulkanische Dramatik des Kīlauea-Sektors, bietet dir dafür etwas, das dieser kaum noch geben kann: Ruhe. Unter der Woche kannst du das gesamte Gebiet durchqueren, ohne jemandem zu begegnen.
Der Palm Trail, etwa 5 km hin und zurück, führt durch ein ehemaliges Agrargut, das die Natur allmählich zurückerobert: Weiden, Palmhaine und bewaldete Hänge mit Blick auf die Flanken des Mauna Loa. Der Puʻu o Lokuana Trail steigt zu einem Vulkankegel mit Panorama über die Südküste von Big Island hinauf.
Die schönsten Wanderungen in Hawaiʻi Volcanoes
Der Park verfügt über mehr als 200 km markierte Wege, von 20-minütigen Rundwegen bis zu mehrtägigen Expeditionen auf den Gipfel des Mauna Loa. Hier ein Überblick über die wichtigsten Touren.
Kīlauea Iki Trail, 6,4 km als Rundweg, etwa 2 Stunden: unsere erste Empfehlung, wenn du im Park nur eine Wanderung machst. Du steigst durch dichten Tropenwald hinunter und erreichst die erstarrte Lava des Kīlauea-Iki-Kraters. Anschließend querst du die schwarze Basaltebene unter den Dämpfen, die noch immer aus den Rissen aufsteigen, bevor du über die andere Seite wieder hinaufgehst. Der Kontrast zwischen Wald und Lava begleitet dich auf der gesamten Runde. Bei angemessener Kondition ist der Weg für die meisten Wanderer machbar.
Crater Rim Trail: Du kannst den Calderenrand teilweise oder vollständig zu Fuß erkunden. Ideal, wenn du dir für jedes Detail Zeit nehmen möchtest, statt es nur vom Auto aus zu sehen.
Nāpau Trail, 14,4 km hin und zurück ab dem Parkplatz an der Chain of Craters Road, 5 bis 7 Stunden: ein anspruchsvoller Weg durch kleinere Vulkankegel und alte Lavafelder, mit freien Blicken von innen auf die Caldera. Der Trail ist nur für körperlich fitte Wanderer geeignet, die Wasser, Sonnenschutz und geschlossene Wanderschuhe dabeihaben.
Ausführliche Angaben zu Schwierigkeitsgraden, Höhenmetern, Beschilderung und Ausrüstung für jeden Weg findest du im Wanderführer für Hawaiʻi Volcanoes.
Weitere Aktivitäten passend zu deinen Plänen
Wildtiere beobachten: Auf Big Island leben mehrere endemische Arten, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt. Der nēnē, die hawaiische Gans, ist der charakteristische Vogel des Parks. Du begegnest ihm regelmäßig rund um das Kīlauea Visitor Center und auf den Hochlandwiesen. Im ʻōhiʻa-Wald leben einheimische Singvögel, von denen einige vom Aussterben bedroht sind. Wenn du weißt, wo du suchen musst, sind sie wenig scheu. Unsere Wildlife-Seite stellt die vorkommenden Arten und die besten Beobachtungsgebiete je nach Jahreszeit vor.
Nachtfotografie und Astronomie: Die geringe Lichtverschmutzung in den höheren Parklagen bietet zusammen mit der vulkanischen Aktivität ein kaum zu übertreffendes nächtliches Schauspiel. Wenn der Kīlauea aktiv ist, wird das orangefarbene Leuchten des Lavasees unter dem Sternenhimmel über dem Pazifik zu einem Motiv, für das Fotografen Tausende Kilometer anreisen. Nimm für Abende in der Höhe unbedingt warme Kleidung und für die Umgebung der Aussichtspunkte eine Stirnlampe mit.
Die vulkanische Aktivität in Echtzeit verfolgen: Das USGS Hawaiian Volcano Observatory veröffentlicht mehrmals pro Woche Aktivitätsberichte, während eines Ausbruchs sogar laufend. Wenn du eigens wegen fließender Lava kommst, prüfe die Warnmeldungen am Vortag und bei deiner Ankunft.
Mit Kindern unterwegs: Mit einigen Anpassungen im Programm eignet sich der Park für Familien. Die Gasemissionen rund um die Caldera erfordern besondere Aufmerksamkeit bei kleinen Kindern und Menschen mit empfindlichen Atemwegen. Unsere Familienseite stellt geeignete Aktivitäten und Wege sowie die nötigen Vorsichtsmaßnahmen vor.
Radfahren: Auf den asphaltierten Straßen des Parks erlaubt. Die Chain of Craters Road bietet eine Abfahrt mit 1.200 m Höhenverlust durch Landschaften, mit denen nur wenige Radtouren mithalten können. Der Rückweg bergauf verlangt allerdings eine gute körperliche Vorbereitung. Am besten fährst du morgens, bevor es an der Küste heiß wird.
Ranger-Programme: Das Kīlauea Visitor Center bietet Dauerausstellungen zur Vulkanologie und hawaiischen Kultur. Ranger veranstalten regelmäßig kostenlose Präsentationen auf Englisch. Informiere dich über das Programm am Parkeingang.
Was du rund um Hawaiʻi Volcanoes unternehmen kannst
Nach Osten, Hilo, 45 Minuten: Hilo ist die nächstgelegene Stadt im Osten. Dort gibt es mittwoch- und samstagmorgens einen Bauernmarkt, Tropengärten und Museen sowie eine deutlich lokalere Atmosphäre als in Kona. Für alle, die den Park direkt besuchen, ist Hilo außerdem der praktischste Flughafen. Unsere Seite zum Essen beschreibt die Restaurants in der Umgebung.
Nach Süden, 1 bis 1,5 Stunden Fahrt: Ka Lae an der Südspitze von Hawaiʻi Island ist der südlichste Punkt der Vereinigten Staaten. Die grünen Olivinsandstrände von Papakōlea, die du von einem Parkplatz zu Fuß oder mit einem lokalen Shuttle erreichst, gehören zu den ungewöhnlichsten der Welt. Plane für diesen Abstecher einen zusätzlichen halben Tag ein.
Nach Nordwesten, 2 Stunden: Der National Historical Park Puʻuhonua o Hōnaunau, die „Place of Refuge“, ist eine bemerkenswert gut erhaltene hawaiische historische Stätte. Zu sehen sind restaurierte Schnitzereien, eine alte Schutzanlage und eine Bucht, in der du vom Ufer aus schnorcheln kannst. Der Ort wird vom bekannteren Volcanoes oft überschattet, gehört aber zu den bedeutendsten Kulturstätten Hawaiʻis.
Für Routen, die mehrere Orte auf Big Island oder Inselkombinationen verbinden, schau dir unsere Guides zu Regionen und Roadtrips an.
Das Wichtigste: Was du in Hawaiʻi Volcanoes zuerst sehen solltest
Hawaiʻi Volcanoes ist auch ohne aktuellen Ausbruch die Reise wert. Schon die Kīlauea-Caldera rechtfertigt den Besuch. Ihre Größe, die jüngste Aktivität und ihr ständiger Wandel machen sie zu einem der lebendigsten geologischen Orte der Vereinigten Staaten. Du kommst nicht hierher, um ein Monument zu sehen, sondern einen Prozess.
Schnellprogramm für 1 Tag: Starte im Morgengrauen in Hilo oder Kailua-Kona, informiere dich im Visitor Center über die Tagesbedingungen und besuche Uēkahuna zum Sonnenaufgang. Danach folgen Steam Vents und Sulphur Banks am frühen Vormittag sowie möglichst Nāhuku vor 9 Uhr. Mittagessen in Volcano Village oder im Auto. Am Nachmittag fährst du die Chain of Craters Road hinunter und hältst bei Kealakomo, Puʻu Loa und Hōlei Sea Arch. In der Dämmerung kehrst du zur Caldera zurück, um das nächtliche vulkanische Leuchten zu sehen.
Programm für 2 Tage: Ergänze am Morgen des zweiten Tages den Kīlauea Iki Trail, wenn die Luft noch kühl und das Licht weich ist. Am Nachmittag geht es zur Kahuku Unit, sofern sie geöffnet ist, also von Donnerstag bis Sonntag.
Eine Regel solltest du dir merken: Hawaiʻi Volcanoes verändert sich ständig. Straßen können gesperrt, Gasemissionen stärker und Aussichtspunkte vorübergehend unzugänglich sein. Informiere dich vor der Abfahrt immer auf der NPS-Website und geh bei deiner Ankunft ins Visitor Center, um dir in fünf Minuten einen Überblick zu verschaffen. Diese fünf Minuten können den gesamten Tagesplan verändern.
Häufige Fragen
Was kann man in Hawaiʻi Volcanoes unternehmen?
In Hawaiʻi Volcanoes kannst du die Kīlauea-Caldera vom Uēkahuna Overlook aus beobachten, auch das vulkanische Leuchten bei Nacht, einen Lavatunnel zu Fuß durchqueren, nämlich Nāhuku, die Chain of Craters Road bis ans Meer hinunterfahren und auf der erstarrten Lava des Kīlauea Iki wandern. Der Park ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet. Für den allgemeinen Eintritt brauchst du keine Reservierung im Voraus.
Welche Aktivitäten gibt es am Vulkan Kīlauea?
Am Kīlauea gehören die Beobachtung der Caldera von mehreren Aussichtspunkten, allen voran Uēkahuna, der Besuch der Steam Vents und Sulphur Banks, die Durchquerung von Nāhuku, die Wanderung auf dem erstarrten Lavasee des Kīlauea Iki Trail und die nächtliche Beobachtung des Lavaseeleuchtens bei aktiver vulkanischer Tätigkeit zu den wichtigsten Aktivitäten. Die USGS veröffentlicht die vulkanischen Bedingungen in Echtzeit.
Welche Orte auf Hawaiʻi darfst du nicht verpassen?
In Hawaiʻi Volcanoes solltest du Uēkahuna mit dem Blick auf die Caldera, Nāhuku als Lavatunnel, den Kīlauea Iki Trail und Hōlei Sea Arch am Ende der Chain of Craters Road nicht verpassen. Auf der Insel bieten außerdem die Olivinsandstrände im Süden, die Kulturstätte Puʻuhonua o Hōnaunau und die Observatorien auf Mauna Kea besondere Ziele.
Wo liegen Hawaiʻis Vulkane?
Die aktiven Vulkane Hawaiʻis liegen auf Hawaiʻi Island, auch Big Island genannt. Kīlauea und Mauna Loa befinden sich beide im Hawaiʻi Volcanoes National Park. Der Mauna Kea auf derselben Insel gilt als inaktiv. Der Haleakalā liegt auf Maui und hat dort seinen eigenen Nationalpark.
Welche Vulkane gehören zu den gefährlichsten der Welt?
Der Kīlauea wird regelmäßig zu den aktivsten und am besten überwachten Vulkanen der Erde gezählt und vom USGS Hawaiian Volcano Observatory kontinuierlich beobachtet. Seine Gefährlichkeit beruht weniger auf der Stärke seiner Ausbrüche, denn hawaiische Lava fließt meist langsam, mit wenigen Metern pro Stunde, als auf Schwefeldioxidemissionen, plötzlichen Einstürzen küstennaher Lavaklippen und ballistischen Auswürfen während explosiver Phasen. Die Ranglisten der „gefährlichsten Vulkane“ unterscheiden sich je nach Kriterien wie Explosivität, Nähe zu Siedlungen und Unberechenbarkeit und haben keine absolut wissenschaftliche Aussagekraft.
Lohnt sich Hawaiʻi Volcanoes?
Hawaiʻi Volcanoes lohnt sich ohne Einschränkung. Auch ohne sichtbaren Ausbruch ist die Kīlauea-Caldera ein geologisches Schauspiel ohne Vergleich in den Vereinigten Staaten. Wir empfehlen mindestens einen ganzen Tag, bei genügend Zeit besser zwei. Der Park bei Nacht ist ein eigenständiges Erlebnis.
Welche Wanderung solltest du in Hawaiʻi Volcanoes machen?
Der Kīlauea Iki Trail, 6,4 km als Rundweg und etwa 2 Stunden lang, ist unsere erste Empfehlung. Er ist für die meisten Wanderer machbar, visuell eindrucksvoll und zeigt dir sowohl den Tropenwald als auch die erstarrte Lava des Kraters. Für Spaziergänger sind Nāhuku als Lavatunnel mit 30 Minuten Gehzeit und der 1,6 km lange Devastation Trail für alle zugänglich. Ausführliche Angaben zu jedem Weg, Höhenmetern und Ausrüstung findest du auf unserer Wanderseite.