Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Wohnmobil auf dem Sunset Campground in der weiten Wüstenmulde unterhalb der Panamint Mountains

Death Valley mit dem Wohnmobil: Campgrounds, Regeln und Tipps

Von Jocelyn Pion · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Death Valley

Death Valley ist mit dem Wohnmobil gut zugänglich, und der Park passt erstaunlich gut zu diesem Fahrzeugtyp: breite Straßen, auf große Fahrzeuge ausgelegte Campgrounds und Landschaften, für die sich Zeit lohnt. Die größte Einschränkung ist keine Vorschrift. Es ist die Hitze. Im Sommer streift die Temperatur im Schatten fast 50 °C, und ein überhitzter Motor auf halber Strecke zum Badwater Basin kann den ganzen Tag schnell aus dem Takt bringen. Plane deine Reise zwischen Oktober und April, dann wird die Logistik fast alltäglich.

Kurz gesagt: Ja, du kannst Death Valley mit dem Wohnmobil durchqueren und dort campen. Die Hauptstraßen sind asphaltiert und für fast alle Wohnmobile zugänglich. Einige Nebenstrecken sind für große Fahrzeuge gesperrt. Fünf offizielle Campgrounds bieten RV-Stellplätze mit oder ohne Anschlüsse.

Kannst du Death Valley mit dem Wohnmobil durchqueren und dort campen?

Die wichtigsten Straßen des Parks, California 190, Badwater Road und Scotty's Castle Road, sind gut erhaltene zweispurige Straßen, auf denen ein Wohnmobil oder Fahrzeug mit Anhänger keine Schwierigkeiten hat. Die großen Parkplätze an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, Zabriskie Point, Badwater Basin und Artists Palette, bieten auch langen Fahrzeugen Platz.

Der Eintritt kostet 30 US-Dollar pro Fahrzeug und gilt 7 Tage. Ein spezieller Jahrespass für den Park ist für 55 US-Dollar erhältlich. Die Seite zu Eintrittspreisen und Pässen für Nationalparks erklärt dir die Gebühren und die Mehrparkpässe. Für den Eintritt brauchst du keine Reservierung. Der Park ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet.

Beschränkungen und reglementierte Straßen für Wohnmobile

Nicht überall kommst du hin. Einige Punkte solltest du prüfen, bevor du die Karte ausklappst.

Artists Drive (18 km, Einbahnstraße): Die zulässige Maximalhöhe beträgt 4,3 m (14 Fuß). Die meisten Wohnmobile der Klasse C kommen problemlos durch. Miss trotzdem vor der Einfahrt die Gesamthöhe, einschließlich der Klimaanlage auf dem Dach.

Titus Canyon Road: eine unbefestigte Einbahnstraße, die ausschließlich für 4×4-Fahrzeuge und leichte Fahrzeuge freigegeben ist. Wohnmobile haben dort nichts zu suchen.

Racetrack Road, Saline Valley Road und andere Backcountry-Pisten: Sie sind nur mit einem 4×4-Fahrzeug und großer Bodenfreiheit zugänglich. Dein Mietvertrag verbietet sie dir mit ziemlicher Sicherheit. Schäden abseits asphaltierter Straßen sind vom Versicherungsschutz ausdrücklich ausgeschlossen.

Für aktuelle Zufahrtsbedingungen siehst du die Hinweise auf der NPS-Website und unseren Guide zu den Zufahrten nach Death Valley nach.

Die offiziellen Campgrounds des Parks

In Death Valley gibt es fünf große, für Wohnmobile zugängliche Campgrounds. Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Höhe und Temperatur deutlich. Unser Guide zu den Campgrounds von Death Valley enthält die vollständige Übersicht.

Furnace Creek Campground

Der am besten ausgestattete Campground im Park. Er liegt nur wenige Schritte vom Visitor Center entfernt und bietet Stellplätze mit Stromanschlüssen (Hookups), eine Seltenheit in Death Valley. Ganzjährig geöffnet. Von Oktober bis April musst du auf recreation.gov reservieren. Im Hochsommer kannst du dank der Anschlüsse nachts die Klimaanlage laufen lassen. Das ist dann eher notwendig als komfortabel. Furnace Creek ist außerdem der logische Ausgangspunkt für Badwater Basin und Zabriskie Point, die du in weniger als 20 Minuten erreichst.

Sunset Campground

Sunset liegt neben Furnace Creek und ist ein großer Campground ohne Anschlüsse. Die Plätze werden nach dem Prinzip First come, first served vergeben. Der Campground ist vom Herbst bis zum Frühling geöffnet, normalerweise von Oktober bis April. Die Stellplätze sind weitläufig und auch für lange Fahrzeuge ausreichend groß. Die Umgebung wirkt karg, doch die Nähe zu den Einrichtungen von Furnace Creek macht das mehr als wett.

Stovepipe Wells Campground

Dieser Campground liegt im Herzen des Parks gegenüber den Mesquite Flat Sand Dunes und ist ganzjährig geöffnet. Es gibt keine Hookups, aber Toiletten. Das Dorf Stovepipe Wells erreichst du in wenigen Minuten zu Fuß, mit Tankstelle, Lebensmittelgeschäft und Restaurant. Die Plätze werden nach dem Prinzip First come, first served vergeben. Eine gute Basis für die Dünen und Artists Drive.

Panamint Springs Campground

Am Westeingang des Parks in der Panamint Valley ist Panamint Springs ganzjährig geöffnet. Direkt daneben liegt ein privates Resort mit Tankstelle, Restaurant und einigen einfachen Einrichtungen. Ein sinnvoller Zwischenstopp, wenn du Death Valley von Los Angeles über CA-395 oder US-395 erreichst.

Mesquite Spring Campground

Im Norden des Parks liegt Mesquite Spring auf etwa 900 m Höhe. Dort ist es deutlich kühler als am Talboden. Der Campground ist ganzjährig geöffnet, hat keine Anschlüsse und vergibt die Plätze nach dem Prinzip First come, first served. Besonders angenehm ist das im April oder Oktober, wenn die Campgrounds unten bereits voll sind.

Wildcampen und Stellplätze rund um Death Valley (Boondocking)

Death Valley erlaubt Camping im Backcountry unter bestimmten Bedingungen: mindestens 1,6 km Abstand zu asphaltierten Straßen sowie ausreichend Abstand zu Quellen und geschützten Gebieten. In der Praxis passen diese Regeln vor allem zu 4×4-Fahrzeugen und kompakten Vans, selten zu großen Wohnmobilen, deren Abmessungen unbefestigte Pisten ausschließen.

Die Gebiete des Bureau of Land Management (BLM), die den Park umgeben, bieten vor allem in der Panamint Valley und rund um Ridgecrest legale Boondocking-Möglichkeiten für autarke Wohnmobile. Es gibt weder Wasser noch Strom. Plane deine Tank- und Batteriekapazität bis ins kleinste Detail. Unser Guide zu den Regionen des amerikanischen Südwestens gibt dir einen Überblick über diese BLM-Gebiete.

Entsorgung, Wasser und Versorgung (Dump Stations)

Dump Station: Der Furnace Creek Campground verfügt über eine Entleerungsstation, die Campern im Park offensteht. Prüfe die Öffnungszeiten und Zugangsbedingungen am Eingang des Campgrounds.

Trinkwasser: gibt es in Furnace Creek und Stovepipe Wells. Außerhalb dieser beiden Orte ist die Wasserversorgung entlang der Straße nicht garantiert. Fahre immer mit vollen Wassertanks los.

Kraftstoff: Im Park gibt es drei Tankstellen, in Furnace Creek, Stovepipe Wells und Panamint Springs. Die Preise liegen deutlich höher als außerhalb. Tanke vor der Einfahrt in den Park, besonders wenn du die abgelegenen Gebiete im Norden oder Westen erkunden willst.

Mechanik: Im Park gibt es keine Werkstatt. Ein Abschleppdienst vom Talboden kann teuer sein und mehrere Stunden dauern. Prüfe vor der Abfahrt deinen Pannenhilfevertrag.

Welchen Campground solltest du wählen?

So würden wir unsere Empfehlungen auf deine Situation abstimmen.

Für Familien mit Kindern: Furnace Creek wegen der Anschlüsse, mit denen du nachts die Klimaanlage betreiben kannst, der Nähe zum Visitor Center und der sanitären Einrichtungen.

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Stovepipe Wells für die Dünen und Artists Drive, Furnace Creek für Badwater Basin und Zabriskie Point.

Wenn du kühlere Temperaturen suchst: Mesquite Spring liegt höher und ist im Frühling und Herbst regelmäßig 5 bis 10 °C kühler als der Talboden.

Für den ersten Abend nach der Fahrt ab Los Angeles: Panamint Springs liegt direkt am Westeingang. So musst du bei der Ankunft nicht den ganzen Park durchqueren.

Wenn du lieber in einem festen Bett schläfst, findest du in unserem Guide zu Unterkünften in Death Valley die Lodges und Hotels im Park.

Ein Wohnmobil für den Besuch von Death Valley mieten

Los Angeles ist der naheliegende Ausgangspunkt, um vor der Fahrt nach Death Valley ein Wohnmobil zu mieten, etwa 330 km von Furnace Creek entfernt und 3 Stunden 30 Minuten Fahrt. Las Vegas ist eine näher gelegene Alternative, etwa 275 km oder 2 Stunden 30 Minuten entfernt, und die Miete ist dort oft günstiger.

Drei Fahrzeugklassen decken fast alle Aufenthalte im Park ab:

  • Klasse B (Campervan, 5 bis 7 m): am wendigsten, kommt fast überall durch und ist ideal für zwei Personen.
  • Klasse C (Motorhome, 7 bis 9 m): guter Kompromiss zwischen Platz und Zugänglichkeit, geeignet für kleine Familien.
  • Klasse A (großes Motorhome, 9 m und länger): ungeeignet, wenn du Artists Drive fahren oder auf den engen Parkplätzen an kleineren Sehenswürdigkeiten parken willst.

Prüfe in deinem Mietvertrag immer die Regelungen für unbefestigte Straßen. Fast alle Vermieter verbieten das ausdrücklich, und Schäden auf Pisten sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Wohnmobil und Tiere, Kosten, Reservierung: Das musst du wissen

Hunde: Sie sind auf den Campgrounds erlaubt und müssen angeleint sein, dürfen aber nicht auf die Trails, in die Dünen oder in die Gebäude des Parks. Im Sommer erreicht der Boden mehr als 70 °C. Das halten die Pfotenballen nicht aus. Plane entsprechend oder meide die Sommermonate mit deinem Tier.

Preis der Stellplätze: Campgrounds ohne Hookups verlangen Richtpreise zwischen 14 und 22 US-Dollar pro Nacht. Stellplätze mit Anschlüssen in Furnace Creek sind teurer. Prüfe die aktuellen Preise zum Zeitpunkt der Reservierung auf recreation.gov.

Reservierung: In der Hauptsaison von Oktober bis April ist sie für Furnace Creek unverzichtbar. Die anderen Campgrounds funktionieren nach dem Prinzip First come, first served. Komm am frühen Nachmittag an, damit du noch wählen kannst.

Beste Reisezeit: Unser Guide zu den Jahreszeiten in Death Valley erklärt die Unterschiede im Detail. Kurz gesagt: November bis März für eine Reise bei kühlen Temperaturen, September und Oktober sowie April und Mai für mildes Wetter und eine mögliche Frühjahrsblüte.

Kurzfazit: Unser Wohnmobilplan für Death Valley

Death Valley lässt sich mit dem Wohnmobil gut und mit Freude bereisen, solange du den Sommer meidest. Furnace Creek bietet Anschlüsse und liegt nahe an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten, Stovepipe Wells ist ideal für die Dünen, Panamint Springs für die Ankunft aus dem Westen und Mesquite Spring für kühlere Luft in der Höhe. Fülle Wasser- und Kraftstofftanks, bevor du in abgelegene Gebiete fährst. Nimm keine unbefestigte Piste ohne passendes 4×4-Fahrzeug. Reserviere Furnace Creek außerdem früh genug. Die Stellplätze mit Hookups sind ab Herbst schnell vergeben.

Häufige Fragen

Ist Death Valley für Wohnmobile zugänglich?

Death Valley ist auf fast allen Hauptstraßen für Wohnmobile zugänglich. Sie sind asphaltiert und in gutem Zustand. Backcountry-Pisten wie Titus Canyon oder Racetrack Road sind ausschließlich für 4×4-Fahrzeuge vorgesehen und nicht für Wohnmobile geeignet.

Wo sind Wohnmobile verboten?

Wohnmobile dürfen die unbefestigten Straßen im Park nicht befahren. Außerdem sind manche Zeltplätze der Campgrounds für sie gesperrt. Außerhalb ausgewiesener Bereiche ist das Parken im gesamten Park verboten.

Wo kannst du in Death Valley übernachten?

Wohnmobile können auf fünf offiziellen Campgrounds übernachten: Furnace Creek mit Hookups, Sunset, Stovepipe Wells, Panamint Springs und Mesquite Spring. Für Lodges und Hotels sieh dir unsere Seite zur Unterkunftssuche an.

Wie viel kostet der Eintritt in den Death Valley National Park?

Der Eintritt kostet 30 US-Dollar pro Privatfahrzeug und gilt 7 Tage. Ein Jahrespass für den Park kostet 55 US-Dollar. Informationen zu Eintrittspreisen und Jahrespässen findest du auf der Seite zu Eintrittspreisen und Pässen für Nationalparks.