Unterwegs in Wrangell-St. Elias: Anreise, Pisten und Parkplätze
Kurz gesagt: In Wrangell-St. Elias gibt es keinen organisierten Shuttle. Du bist auf das Auto oder einen 4x4 auf Schotterpisten angewiesen. Gebiete ohne Straßenanschluss erreichst du mit dem Buschflugzeug.
Mit 53.000 km² ist Wrangell-St. Elias der größte Nationalpark der USA und etwa sechsmal so groß wie Yellowstone. Zwei Straßen führen mit dem Auto hinein, mehr gibt es im Grunde nicht. Im Park sind die Straßen nicht asphaltiert, einen offiziellen Shuttle und Mobilfunk gibt es ebenfalls nicht. Gute Planung ist hier unverzichtbar. Einen Überblick über den Park, bevor du dich mit den logistischen Details beschäftigst, bietet unser kompletter Reiseführer.
So erreichst du Wrangell-St. Elias
Von Anchorage aus, etwa 350 km und 4 bis 5 Stunden, oder von Fairbanks, etwa 500 km und 5 bis 6 Stunden, führt die Strecke über den Richardson Highway bis nach Copper Center. Alle wichtigen Informationen zu Anreise, Flughäfen, Transportmöglichkeiten und Zufahrtsstraßen findest du im Anreiseführer für Wrangell-St. Elias.
Die Parkeingänge und welcher für dich passt
Wrangell-St. Elias hat weder eine bewachte Einfahrt mit Schranke noch eine automatische Zugangskontrolle. Du kannst den Park frei besuchen. Informationen zu Eintrittspreisen und Jahrespässen findest du auf unserer Seite zu Preisen und Pässen der Nationalparks.
Der Park gliedert sich rund um zwei Straßenkorridore.
Südlicher Korridor (McCarthy Road): Das ist der meistbefahrene und spektakulärste Zugang. Du fährst von Chitina aus hinein, etwa 60 km südlich von Copper Center. Der Korridor führt in den Bereich um McCarthy und zu den berühmten Minen von Kennecott, dem historischen Kern des Parks.
Nördlicher Korridor (Nabesna Road): Die Zufahrt beginnt bei Slana am Glenn Highway, etwa 75 km westlich von Copper Center. Dieser Zugang ist ursprünglicher und deutlich weniger besucht. Er erschließt die Nordseite des Parks sowie einige abgelegene Trailheads.
Das Copper Center Visitor Center liegt am Richardson Highway, etwa 13 km südlich der Kreuzung von Glenn Highway und Richardson Highway. Halte unbedingt dort an, bevor du auf eine der beiden Pisten abbiegst. Das Rangerteam kennt den aktuellen Zustand der Strecke und kann dich vor unangenehmen Überraschungen bewahren. Kontakt: (907) 822-7250.
Unterwegs im Park
Mit dem Auto auf Schotterpisten
Im Park gibt es keine asphaltierte Straße. Die beiden Korridore sind Schotterpisten, die du bei gutem Wetter mit einem normalen Auto befahren kannst, sofern du es richtig ausrüstest.
McCarthy Road, etwa 95 km ab Chitina: Die ehemalige Eisenbahntrasse wurde zur Piste umgebaut und schlängelt sich zunächst am Chitina River entlang, bevor sie in Richtung Kennicott River Valley abfällt. Im Hochsommer ist die Oberfläche meist akzeptabel. Herausstehende Steine, Spurrillen und Schlaglöcher setzen den Reifen jedoch deutlich mehr zu als eine normale Sonntagsfahrt. Nimm mindestens ein gutes Ersatzrad mit, besser zwei. Fahre je nach Streckenzustand 40 bis 55 km/h. Die Straße endet am Parkplatz gegenüber dem Kennicott River. Autos kommen nicht weiter.
Nabesna Road, etwa 70 km ab Slana: Die ersten 25 bis 30 km sind asphaltiert, danach beginnt die Schotterpiste. Nach längerem Regen werden einige Abschnitte matschig. Eine gute Bodenfreiheit macht dann einen echten Unterschied.
Bei trockenem Wetter kommst du auf beiden Pisten mit einem normalen Auto durch. Nach Regen ist ein SUV oder 4x4 mit ausreichender Bodenfreiheit eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme.
Mit dem Buschflugzeug, Floatplane und Leichtflugzeug
Das Buschflugzeug ist in diesem Park kein Luxus, sondern ein eigenständiges Verkehrsmittel. Angelcamps, Backcountry-Wandergebiete und sehr abgelegene Trailheads sind nur aus der Luft erreichbar. Anbieter in McCarthy, Chitina oder Glennallen organisieren Charterflüge zu Gletschern, Bergseen und Tälern, die keine Straße erreicht. Wenn du die beiden Korridore verlassen möchtest, solltest du diese Kosten in dein Budget einplanen.
Zu Fuß und mit dem Fahrrad im Bereich McCarthy-Kennecott
Der Parkplatz am Kennicott River markiert das Ende der Straße für motorisierte Fahrzeuge. Nach McCarthy sind es etwa 500 m, nach Kennecott weitere 8 km. Dafür hast du drei Möglichkeiten.
Privater lokaler Shuttle: Mehrere Anbieter in der Nähe des Parkplatzes fahren mit Vans zwischen dem Parkplatz und Kennecott. Das ist praktisch mit Gepäck oder wenn du nach 95 km Schotter müde ankommst.
Mit dem Fahrrad: Eine Fußgängerbrücke führt über den Kennicott River nach McCarthy. Von dort ist die ansteigende Piste nach Kennecott bei gutem Wetter mit dem Fahrrad gut befahrbar und sehr angenehm. Rechne vom Parkplatz aus mit 20 bis 30 Minuten Fahrzeit.
Zu Fuß: Du nutzt dieselbe Brücke und dieselbe Piste, solltest aber 1 Stunde 30 Minuten bis 2 Stunden vom Parkplatz nach Kennecott einplanen. Mit schwerem Gepäck ist der private Shuttle die bessere Wahl.
Wo du parken kannst: Parkplätze und Stellflächen
Parkplatz am Kennicott River, am Ende der McCarthy Road: Das ist der wichtigste Parkplatz für einen Besuch von McCarthy und Kennecott. Das Gelände ist großzügig, kann sich im Juli aber schnell füllen. Komm in der Hauptsaison vor 9 Uhr an, damit du entspannt einen Platz findest. Das Parken ist kostenlos und der Parkplatz wird nicht bewacht.
Trailheads an der Nabesna Road: Entlang der Straße liegen mehrere kleine, unbewachte Parkplätze. Schließe dein Fahrzeug ab, lass nichts sichtbar auf den Sitzen liegen und informiere die Ranger über deine Route, wenn du mehrere Tage ins Backcountry gehst.
Copper Center Visitor Center: Der Parkplatz ist kostenlos, ausreichend groß und ein sinnvoller letzter Halt, bevor du auf eine der beiden Straßen fährst.
Im Park gibt es derzeit keine gebührenpflichtigen Parkplätze.
Entfernungen und Fahrzeiten zwischen den Bereichen
| Strecke | Entfernung ca. | Geschätzte Zeit |
|---|---|---|
| Anchorage → Copper Center | ~350 km | 4 bis 5 Std. |
| Copper Center → Chitina | ~60 km | 45 Min. bis 1 Std. |
| Chitina → Parkplatz am Kennicott River | ~95 km | 2 bis 2,5 Std. |
| Parkplatz → McCarthy, Fußgängerbrücke | ~0,5 km | 10 Min. |
| McCarthy → Kennecott, Piste | ~8 km | 20 bis 30 Min. mit dem Fahrrad, 1 Std. 30 Min. zu Fuß |
| Slana → Ende der Nabesna Road | ~70 km | 1 Std. 30 Min. bis 2 Std. |
Diese Zeiten gelten bei gutem Sommerwetter. Nach Regen oder wenn du an Aussichtspunkten anhältst, solltest du mehr Zeit einplanen.
Um die Reihenfolge deiner Besuche zu planen und die gesamte Aufenthaltsdauer festzulegen, findest du verschiedene Szenarien in den Routen für Wrangell-St. Elias.
Sonderfälle: Wohnmobil, Van, eingeschränkte Mobilität und Haustiere
Wohnmobil und Campervan: Die beiden Schotterpisten sind für mittelgroße Fahrzeuge bis etwa 7 bis 8 m befahrbar. Bei größeren Fahrzeugen werden die engen Kurven der McCarthy Road und die schmaleren Passagen anspruchsvoll. Die Brücke über den Kennicott River hat Beschränkungen für Fahrzeughöhe, -breite und Gewicht. Informiere dich vor der Fahrt im Visitor Center über die aktuellen Grenzen. Stellplätze für Übernachtungen und Regeln für längeres Parken mit Wohnmobilen findest du im Wohnmobilführer für Wrangell-St. Elias.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität: Die unbefestigten Pisten schränken die Zugänglichkeit für Fahrzeuge stark ein. Das Copper Center Visitor Center ist mit dem Rollstuhl zugänglich und verfügt über geeignete Sanitäranlagen. In Kennecott sind einige historische Gebäude zugänglich, das Gelände ist insgesamt jedoch uneben. Ruf vor deinem Besuch unter (907) 822-7250 an, damit man dich persönlich beraten kann.
Haustiere: Hunde sind auf den Straßen, Parkplätzen und in den Campgrounds erlaubt, auf Trails und im Backcountry jedoch verboten. Leinenpflicht gilt, die Leine darf höchstens 2 m lang sein. Das ist hier keine Nebensache. Bären, Wölfe und Karibus sind überall unterwegs, und dein Hund kann in beide Richtungen eine unerwünschte Begegnung auslösen oder anziehen.
Praktische Tipps für die Mobilität: Treibstoff, Mobilfunk und Wetter
Treibstoff: Tanke, bevor du in den Park fährst. Im Park gibt es so gut wie keine Tankstellen. In Glennallen und Chitina kannst du tanken. Prüfe die Öffnungszeiten, denn manche Stationen schließen am frühen Abend. Für lange Fahrten auf der Nabesna Road ist ein Reservekanister mit 5 bis 10 l eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme.
Mobilfunk: Sobald du den Richardson Highway verlässt, gibt es keinen Empfang mehr. McCarthy, Kennecott und fast alle Pisten liegen vollständig außerhalb des Mobilfunknetzes. Lade deine Offline-Karten, etwa von Gaia GPS oder Maps.me, vor der Abfahrt herunter. Informiere eine Vertrauensperson über deine Route und deine geplante Rückkehrzeit. Bei jeder Backcountry-Tour ist ein Satellitenkommunikator wie Garmin inReach oder SPOT keine übertriebene Vorsicht, sondern eine konkrete Sicherheitsmaßnahme.
Wetter: Das Wetter ändert sich in Alaska sehr schnell und hängt von Höhe und Ausrichtung der Täler ab. Prüfe die Vorhersage in Anchorage oder Fairbanks und bestätige sie am Morgen der Abfahrt in Copper Center noch einmal. Vorhersagen und weitere Wetterinformationen findest du im Wetterführer für Wrangell-St. Elias.
Öffnungszeit der Einrichtungen: Der Park ist theoretisch ganzjährig zugänglich, die Visitor Center in Copper Center und Kennecott sind jedoch nur im Sommer geöffnet und schließen normalerweise von Mitte September bis April. Außerhalb der Sommersaison kann die McCarthy Road unpassierbar oder gesperrt sein.
Häufige Fragen
Wie bewegst du dich im Wrangell-St. Elias National Park fort?
Im Wrangell-St. Elias bist du im Wesentlichen mit dem Auto auf zwei Schotterpisten unterwegs: auf der McCarthy Road im Süden und der Nabesna Road im Norden. Einen offiziellen Shuttle gibt es im Park nicht. Gebiete ohne Straßenanschluss erreichst du nur mit dem Buschflugzeug, einem Floatplane oder einem Leichtflugzeug.
Kannst du Wrangell-St. Elias mit dem Auto besichtigen?
Ja. Bei gutem Sommerwetter reicht ein normales Auto für die McCarthy Road und die Nabesna Road aus, wenn du ein gutes Ersatzrad dabeihast. Die Straße endet am Parkplatz am Kennicott River. McCarthy und Kennecott erreichst du anschließend zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem privaten lokalen Shuttle.
Wo kannst du in Wrangell-St. Elias parken?
Der wichtigste Parkplatz liegt am Ende der McCarthy Road gegenüber dem Kennicott River. Er ist kostenlos und unbewacht, kann sich im Juli aber füllen. Ziele eine Ankunft vor 9 Uhr an. Auch entlang der Nabesna Road gibt es unbewachte Trailhead-Parkplätze.
Welcher Eingang ist für Wrangell-St. Elias am besten?
Für einen ersten Besuch ist der Korridor der McCarthy Road mit Zufahrt ab Chitina am interessantesten. Er führt direkt nach McCarthy und zu den historischen Minen von Kennecott. Die Nabesna Road passt besser zu Wanderern, die Einsamkeit und die Landschaften der Nordseite suchen.
Gibt es im Wrangell-St. Elias National Park Mobilfunk?
Nein. Sobald du den Richardson Highway verlässt, fehlt auf fast der gesamten Parkfläche der Mobilfunkempfang. Lade deine Offline-Karten vor der Abfahrt herunter und erwäge für jede Backcountry-Tour einen Satellitenkommunikator.
Wie viel Zeit brauchst du für Wrangell-St. Elias?
Das hängt von deinem Programm ab. Für einen Überblick über McCarthy und Kennecott reichen zwei bis drei Tage, für das Backcountry kannst du mehrere Wochen einplanen. Unsere Seite zu Routen und Aufenthaltsdauer beschreibt verschiedene Szenarien je nach verfügbarer Zeit.
