Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Die roten Gebäude des Kennecott-Konzentrators überragen das Gletschertal und die verschneiten Gipfel.

Was tun im Wrangell - St. Elias: Highlights und Aktivitäten

Von Erika Müller · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Wrangell - St Elias

Wrangell - St. Elias ist der flächenmäßig größte Nationalpark der USA: 13,2 Millionen Hektar, sechsmal so groß wie Yellowstone und größer als die gesamte Schweiz. Trotzdem kommen weniger als 100.000 Besucher pro Jahr. Der Grund liegt in der Infrastruktur: Zwei Schotterpisten führen ins Herz des Parks, die Visitor Center schließen von Mitte September bis April, und das Wetter bestimmt deinen Zeitplan. In seiner Mitte thront ein aktiver Vulkan, Mount Wrangell (4.317 m), Gletscher bedecken mehr als ein Drittel der Gesamtfläche, und Grizzlys bewegen sich deutlich freier als Autos.

Drei Highlights gleich vorweg: die verlassenen Kupferminen von Kennecott mit Gletschern zum Greifen nah, ein Rundflug (flightseeing) über die Eisfelder ab McCarthy und mindestens ein halber Tag im Backcountry, damit du körperlich begreifst, was „maßlos groß“ bedeutet.

Wrangell - St. Elias kompakt: Regionen, Zufahrten und Fortbewegung

Der Park gliedert sich rund um zwei Landzufahrten, die beide von der Richardson Highway (Hwy 4) abzweigen. Das Verwaltungszentrum und das wichtigste Visitor Center liegen in Copper Center, etwa 13 km südlich der Kreuzung mit der Glenn Highway.

Die McCarthy Road (Wrangell-St. Elias Road, etwa 100 km ab Chitina): Eine Schotterpiste verbindet Chitina mit dem Ort McCarthy und führt 8 km weiter zu den historischen Minen von Kennecott. Die Straße endet am Ufer des Kennicott River. Eine Fußgängerbrücke führt hinüber nach McCarthy. Danach bringt dich ein kostenpflichtiger Shuttle oder ein 8 km langer Fußweg über Privatstraße nach Kennecott. Das ist die wichtigste Verkehrsachse des Parks, die am häufigsten befahren wird und die meisten gebündelten Aktivitäten bietet.

Die Nabesna Road (etwa 70 km ab Slana): Eine Piste im nordöstlichen Winkel des Parks, weniger bekannt und stärker von Anglern, Jägern und Wanderern auf der Suche nach Einsamkeit genutzt. In Slana ist ein saisonales Visitor Center geöffnet.

Zwei weitere Visitor Center sind im Sommer geöffnet: Copper Center, das wichtigste, bis Mitte September, und Kennecott im Park während der Saison. Beide schließen von Mitte September bis April. Ruf an, bevor du außerhalb der Sommersaison losfährst. Der Park verlangt keinen Eintritt.

Die eigentliche Hürde ist die Logistik: Zustand der Piste, Ausrüstung sowie deine Versorgung mit Lebensmitteln und im Notfall auch medizinisch. Sieh dir den Guide zu Routen und Straßenbedingungen für die Anreise zum Wrangell - St. Elias an. Dort findest du auch die Shuttle-Optionen und saisonalen Zufahrten.

Für die Übernachtung sind Lodges, Hütten und Campingplätze rund um McCarthy und den Park im eigenen Guide zusammengestellt.

Wie viel Zeit brauchst du für den Wrangell - St. Elias?

Plane mindestens 3 Tage für die Region Kennecott/McCarthy ein: eine geführte Minentour, den Root Glacier Trail und einen 60- bis 90-minütigen Rundflug.

Bei 5 bis 7 Tagen kommen die Nabesna Road für Einsamkeit und Tierbeobachtungen, eine Nacht beim Camping im Backcountry sowie eine Rafting- oder Kajaktour auf dem Copper River dazu.

Wenn du die Gletscher gründlich erkunden oder dich am Bergsteigen auf den großen Gipfeln versuchen möchtest, solltest du 10 bis 14 Tage einplanen und mit einem zugelassenen ortskundigen Guide planen.

Unterschätze die Fahrzeiten auf den Pisten nicht. Die McCarthy Road ab Chitina dauert je nach Zustand des Schotters und den von Regen hinterlassenen Spurrinnen 2 bis 3 Stunden. Je nach Zahl der verfügbaren Tage gibt es fertig geplante Reiseprogramme für den Wrangell - St. Elias.

Die Highlights nach Regionen

McCarthy und Kennecott: das historische und vergletscherte Herz

Siebdruck-Illustration: Die roten Gebäude des Kennecott-Konzentrators überragen das Gletschertal und die verschneiten Gipfel.

McCarthy ist ein Ort mit einigen Dutzend ständigen Einwohnern, ohne asphaltierte Zufahrtsstraße, und empfängt dich mit einer alaskischen Wildwestatmosphäre. Läden, Restaurants, Guide-Agenturen und der Ausrüstungsverleih konzentrieren sich auf wenige Schotterstraßen. Von hier aus starten alle Erkundungen im Südteil.

Kennecott: Die Kennecott-Minen liegen 8 km von McCarthy entfernt und sind per Shuttle oder zu Fuß erreichbar. Sie stehen als National Historic Landmark unter Denkmalschutz. Von 1903 bis 1938 wurde hier Kupfer im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar zu heutiger Kaufkraft gefördert, bis die Erzadern erschöpft waren. Die roten und weißen Gebäude am Berghang vor dem Kennicott Glacier gehören zu den eindrucksvollsten Landschaftsbildern des amerikanischen Nationalparksystems. Die geführten Innenbesichtigungen, die vom NPS zugelassen sind, dauern 2 bis 3 Stunden und sind sehr zu empfehlen. Sie machen die Industrie- und Menschheitsgeschichte des Ortes verständlich: Die Arbeitsbedingungen der Bergleute, die logistischen Meisterleistungen jener Zeit und der überstürzte Aufbruch 1938 hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Der Kennicott Glacier: Du erreichst ihn vom gleichnamigen Ort zu Fuß und bekommst dort einen ersten Eindruck von den Eisfeldern, ohne besondere Ausrüstung zu benötigen. Seine Oberfläche ist teilweise von Moränen bedeckt, also von Schotter und Gestein, das das Eis mitgeführt hat. Dadurch kommst du auf trockenem Untergrund leichter voran. Lokale Guides bieten Gletschertouren mit Steigeisen und Eispickel an, wenn du weiter hinaus möchtest.

Der Root Glacier (Root Glacier Trail, 3 km hin und zurück): Er grenzt an den Kennicott Glacier und ist von Kennecott aus über einen gut ausgebauten Trail erreichbar. Am Ende des Weges berührst du direkt das blaue Eis. Bei klarem Himmel leuchtet das Eis an den Séracs am späten Nachmittag besonders eindrucksvoll. Das ist die klassische Wanderung der Region und für jedes Niveau geeignet.

Die Bonanza Mine (Bonanza Mine Trail, 9 km hin und zurück, 880 m Höhenunterschied bergauf): Der Trail führt von Kennecott zu den Überresten der Bonanza Mine auf 1.480 m Höhe. Von oben hast du einen 360-Grad-Blick auf die Wrangell Range, die Saint Elias Range, die Gletscher und das tiefer gelegene McCarthy Valley. Dauer: 5 bis 7 Stunden. Mittleres bis anspruchsvolles Niveau. Brich früh auf, denn am frühen Nachmittag ziehen in den Höhen oft Wolken auf.

Empfohlene Zeit für diese Region: 2 bis 3 volle Tage.

Die Nabesna Road und der Norden des Parks

Siebdruck-Illustration: Die Nabesna Road durchquert die Tundra vor den weiten vulkanischen Landschaften der Wrangell Mountains.

Der Nordteil, den du über Slana und die Glenn Highway erreichst, ist eine Welt für sich: weniger Besucher, weniger Service, dafür mehr Wildtiere und bewusst gesuchte Einsamkeit.

Twin Lakes: Zwei Bergseen, die du über einen kurzen Trail von etwa 2 km hin und zurück ab der Nabesna Road erreichst. Gute Gegend, um Tauchenten und Weißkopfseeadler zu beobachten. Ab 5 Jahren für Familien geeignet, sofern die Pistenbedingungen die Anfahrt mit dem Auto erlauben.

Tanada Lake: Ein tiefer in einem Tal gelegener, wilder See. Du erreichst ihn über einen nicht markierten Trail von 5 bis 6 km ab der Nabesna Road. Biber, Otter und Dall sheep leben auf den umliegenden Bergrücken. Erkundige dich unbedingt vor dem Aufbruch beim Visitor Center in Slana nach den Bedingungen. Nach Regen verändert sich diese Region schnell.

Der Nabesna River: In der Saison, vor allem im Juli und August, kannst du hier auf arktische Äschen und Dolly Varden angeln. Lokale Guides aus der Region um Slana bieten Tagestouren an. Auf der Nabesna Road ist ein Allradfahrzeug mit großer Bodenfreiheit unverzichtbar, besonders nach 50 km.

Diese Region passt zu Reisenden, die dem vergleichsweise starken Besucherstrom in Kennecott entkommen und ein weniger erschlossenes Alaska erleben möchten. Hier kannst du 30 km fahren, ohne jemandem zu begegnen.

Copper Center und das Tor zum Park

Siebdruck-Illustration: Das von borealem Wald umgebene Copper Center Visitor Center eröffnet den Blick auf die Wrangell Mountains.

Copper Center liegt nicht im eigentlichen Park, ist aber der wichtigste logistische Ausgangspunkt. Das wichtigste Visitor Center, das im Sommer bis Mitte September geöffnet ist, solltest du vor der Einfahrt unbedingt besuchen. Dort bekommst du topografische Karten, Informationen zum Pistenzustand, Wetterwarnungen und täglich von den Rangern aktualisierte Routentipps.

Aussichtspunkte auf die Wrangell Range: Wenn du vom Visitor Center auf der Richardson Highway nach Norden fährst, bieten mehrere Haltepunkte freie Sicht auf Mount Drum (3.661 m) und Mount Sanford (4.949 m), die sich vor einer weiten Hochebene erheben. Bei klarem Wetter ist das eine der umfassendsten Landschaftsansichten im Tiefland von ganz Alaska. Nimm dir Zeit für einen Stopp, denn auf der Straße fährt man oft zu schnell vorbei.

Der Copper River: Der Fluss durchquert den Südwesten des Parks, bevor er bei Cordova in den Pazifik mündet. Im Juli und August ist er für seine Rotlachsfischerei bekannt. Im Frühjahr dient er Karibus als Wanderkorridor.

Das Backcountry: wildes Alaska ohne Kompromisse

Siebdruck-Illustration: Wanderer durchqueren die abgelegene Tundra des Donoho Basin vor Gletschern, Moränen und hohen Bergen.

Mehr als 99 % des Parks sind als „Wilderness“ ausgewiesen. Es gibt keine Infrastruktur, keine markierten Wege und keinen Mobilfunkempfang. Das unterscheidet Wrangell - St. Elias grundlegend von allen anderen großen amerikanischen Nationalparks.

Der Bering Glacier: Mit einer Länge von etwa 190 km ist er einer der größten gemäßigten Gletscher außerhalb der Polarregionen. Du erreichst ihn ausschließlich mit dem Flugzeug, etwa per Flugtaxi ab McCarthy oder Cordova, oder auf einer mehrwöchigen Expedition. Das Bagley Icefield, das ihn speist, bedeckt mehr als 5.000 km².

Bergsteigen am Mount Saint Elias (5.489 m): Der zweithöchste Berg der USA. Du erreichst ihn nur auf zwei- bis vierwöchigen Expeditionen mit Flugtaxi und vollständiger Hochtourenausrüstung. Das ist erfahrenen Bergsteigern mit Erfahrung in großer Höhe und auf Gletschern vorbehalten.

Camping im Backcountry: Eine NPS-Reservierung ist nicht erforderlich, aber einige Sicherheitsregeln sind unverhandelbar. Das NPS empfiehlt einen Bear Canister. Wenn du ihn zum ersten Mal benutzt, erklärt dir der Ranger die Handhabung. Nimm außerdem eine Satellitenkommunikation mit, etwa ein SPOT-Telefon oder einen PLB, beherrsche die Navigation abseits markierter Wege und plane das Wetter sorgfältig mit einem Sicherheitspuffer von 48 Stunden. Lies vor jedem Aufbruch ins Backcountry die praktischen Informationen zum Wrangell - St. Elias.

Die schönsten Wanderungen im Wrangell - St. Elias

Markierte und ausgebaute Trails sind hier selten. Das ist eine bewusste Entscheidung des Parks, der seinen wilden Charakter auf Kosten des touristischen Komforts bewahrt.

Root Glacier Trail (3 km hin und zurück, Start in Kennecott): Der zugänglichste Trail. Flach, gut ausgebaut und am Ende mit direktem Kontakt zum Eis. Für jedes Niveau geeignet. Das ist oft die erste Wanderung der Reise und vermittelt dir sofort den Charakter der Region.

Bonanza Mine Trail (9 km hin und zurück, 880 m Höhenunterschied bergauf): Der klassische Aufstieg in der Region um Kennecott. Gletscherblicke und Bergbauüberreste am Gipfel. Mittleres bis anspruchsvolles Niveau.

Dixie Pass (19 km hin und zurück, etwa 900 m Höhenunterschied): Wanderung von der McCarthy Road zu dem 1.780 m hohen Pass mit Panoramablick auf mehrere Gebirgsketten. Eine Nacht im Backcountry ist am Pass möglich.

Nugget Creek Trail (etwa 10 km hin und zurück ab Kennecott): Der Weg führt teilweise über Moränen zu den Minen im Nugget Creek Valley. Das Gelände ist uneben, festes Schuhwerk mit hohem Schaft wird dringend empfohlen.

Für vollständige Tourenbeschreibungen mit genauem Höhenunterschied, Dauer, Wasserstellen und bärenspezifischen Risiken auf jedem Trail siehe die Wanderwege im Wrangell - St. Elias im Detail.

Weitere Aktivitäten nach deinem Profil

Rundflug (flightseeing)

Siebdruck-Illustration: Ein Kleinflugzeug überfliegt die Spalten des Nabesna Glacier, am Horizont die Wrangell Mountains.

Diese Aktivität verändert dein Gefühl für die Größe des Parks grundlegend. Von McCarthy oder Chitina bringen dich Flugzeuge mit Tundrareifen oder Schwimmern über Gletscher, Eisfelder und Gipfel in mehr als 5.000 m Höhe. Je nach Anbieter dauert der Flug 45 Minuten bis 2 Stunden.

Bei manchen Flügen landest du auf einem Gletscher (glacier landing). Das Flugzeug setzt auf dem Eis auf und du steigst für eine 20- bis 30-minütige Pause zum kurzen Spaziergang aus. Bei unserem Aufenthalt in McCarthy haben wir uns für diese 90-minütige Variante entschieden. Das war ohne Zweifel die lohnendste Entscheidung der Reise.

Richtpreise: 300 bis 500 USD pro Person, je nach Dauer und Flugart. Sicher nicht billig, aber die einzige Möglichkeit, die tatsächliche Größe des Parks in wenigen Stunden zu erfassen.

Wildtiere beobachten

Siebdruck-Illustration: Ein weißes Dall-Schaf steht auf den steilen Felsen von McCall Ridge.

Wrangell - St. Elias beherbergt große Populationen von Grizzlys, die von Juli bis August während des Lachsaufstiegs besonders aktiv an den Flüssen sind, sowie Schwarzbären in den bewaldeten Gebieten im Süden, Dall sheep auf den Bergrücken der Nabesna-Region und rund um Kennecott, Karibus aus der Wrangell-Herde, Grauwölfe und Wapitis in den Feuchtgebieten.

Halte den vorgeschriebenen Mindestabstand von 90 m zu Bären und 30 m zu anderen Säugetieren ein. Im Backcountry trägst du dein Bear Spray immer im Holster am Gürtel und nicht unten im Rucksack. Der Guide zu den Wildtieren im Wrangell - St. Elias erklärt das richtige Verhalten je nach Art und die besten Beobachtungsbedingungen nach Jahreszeit.

Rafting und Kajak

Siebdruck-Illustration: Ein Raft fährt den breiten Copper River unter den Klippen und vergletscherten Gipfeln des Parks hinab.

Der Copper River und der Chitina River bieten Abschnitte für verschiedene Niveaus. Mehrere Anbieter in McCarthy organisieren eintägige Einführungen auf gut zugänglichen Flussabschnitten. Die komplette Abfahrt des Copper River von den Gletschern bis zum Pazifik bei Cordova ist eine mehrtägige Expedition, die autonomen und erfahrenen Teams vorbehalten bleibt.

Fotografie und Astronomie

Siebdruck-Illustration: Ein grünes Polarlicht breitet sich über Mount Wrangell und dem verschneiten Wald aus.

Im Juni und Juli gibt es unter diesen Breitengraden kaum Nacht. Nachtaufnahmen sind daher nur eingeschränkt möglich, dafür eignet sich das flache Licht der „weißen Nacht“ ideal für Gletscher- und Tierfotografie. Ab Ende August zeigen sich die Nordlichter, während der Himmel weitgehend klar bleibt. Die völlige Abwesenheit von Lichtverschmutzung im Umkreis von Hunderten Kilometern schafft für Besucher im Backcountry außergewöhnliche Bedingungen zur Himmelsbeobachtung.

Mit der Familie

Siebdruck-Illustration: Eine Familie geht auf dem ausgebauten Boreal Forest Trail nahe dem Besucherzentrum von Copper Center.

Der Root Glacier Trail und kurze Rundflüge von 45 Minuten eignen sich für Kinder ab 7 bis 8 Jahren. McCarthy mit seiner Atmosphäre eines Forscherdorfs am Ende der Piste regt die Fantasie der Jüngsten schnell an. Die logistischen Herausforderungen durch Schotterpisten, Entfernungen und Bären verlangen jedoch eine gründliche Vorbereitung der ganzen Familie. Die altersgerechten Aktivitäten und Vorsichtsmaßnahmen für einen Familienbesuch im Wrangell - St. Elias sind im eigenen Guide ausführlich beschrieben.

Was du rund um den Wrangell - St. Elias unternehmen kannst

Der Park ist Teil eines grenzübergreifenden Schutzgebiets von kontinentaler Größe, das gemeinsam mit den kanadischen Parks Kluane, Tatshenshini-Alsek und Glacier Bay entstanden ist. Es ist das größte geschützte Naturgebiet der Erde und seit 1994 UNESCO-Welterbe.

Kluane-Nationalpark (Yukon, Kanada): Kluane grenzt an der kanadisch-amerikanischen Grenze direkt an Wrangell - St. Elias und beherbergt Mount Logan (5.959 m), den höchsten Berg Kanadas. Bei einem Aufenthalt von 10 Tagen oder mehr kannst du einen Abstecher auf die kanadische Seite über die Alaska Highway und Haines Junction einplanen. Von McCarthy aus ist das über Tok in weniger als einem Tag Fahrt möglich.

Die Copper River Highway: Die ehemalige Eisenbahntrasse wurde in eine Piste umgewandelt. Sie ist stellenweise unpassierbar, und ein Allradfahrzeug mit großer Bodenfreiheit ist Pflicht. Die Route verbindet Chitina mit Cordova an der Küste und durchquert den Südteil des Parks. Die Million Dollar Bridge östlich von Cordova, gegenüber den Gletschern Miles und Childs, ist ihr meistfotografierter Endpunkt. Für Reisende mit Zeit und einem passenden Fahrzeug ist das ein eigenes Abenteuer.

Anchorage (350 km westlich): Der wichtigste logistische Ausgangspunkt. Die meisten Reisenden verbinden Wrangell - St. Elias mit Kenai Fjords, 4 Stunden südlich, mit Walen und Seekajak, oder mit Denali, 5 Stunden nördlich, mit Bergsteigen und Bären. Zwei- bis dreiwöchige Alaska-Roadtrips ermöglichen es, diese Ziele auf einer Rundreise zu verbinden.

Das Wichtigste: Was du im Wrangell - St. Elias zuerst sehen solltest

Bei 3 Tagen: die McCarthy Road bis Kennecott, eine geführte Minentour, den Root Glacier Trail und einen 60- bis 90-minütigen Rundflug. Wenn dein Budget es erlaubt, sollte er eine Gletscherlandung einschließen.

Bei 5 bis 7 Tagen: Ergänze die Nabesna Road für Einsamkeit und wilde Tiere, eine Nacht beim Camping im Backcountry in Gletschernähe und einen Tag Rafting auf dem Copper River.

Ist Wrangell - St. Elias die Reise wert? Ja, ohne Einschränkung, aber nur unter einer Bedingung: Du musst vorbereitet anreisen. Der Park verzeiht keine Improvisation, belohnt deinen Aufwand aber mit Landschaften und einem Gefühl von Weite, das du im amerikanischen Nationalparksystem nirgendwo sonst findest. Du kehrst zurück und hast deinen Maßstab dafür, was „groß“ bedeutet, neu justiert.

Häufige Fragen

Lohnt sich Wrangell in Alaska?

Wrangell - St. Elias lohnt sich, wenn du einen Park suchst, in dem die Logistik Teil des Abenteuers ist: kein Eintritt, Schotterpisten statt touristischer Schnellstraßen, eine reiche Tierwelt und Gletscherlandschaften ohne Vergleich im amerikanischen Nationalparksystem. Bereite dich gründlich vor oder nimm einen lokalen Guide.

Welcher Ort in Alaska ist am schönsten?

Was „am schönsten“ ist, hängt ganz vom Profil des Reisenden ab. Nach unserer Erfahrung ist die Kombination aus Kennecott mit seiner erhaltenen Industriegeschichte, einem Rundflug über die Eisfelder und der Beobachtung eines Grizzlys am Copper River in Alaska kaum zu übertreffen.

Welche Stadt in Alaska ist am schönsten?

Cordova und Skagway werden wegen ihres Charmes und ihrer historischen Prägung oft genannt. Anchorage ist die logistische Hauptstadt. McCarthy, das Tor zum Wrangell - St. Elias, begeistert mit seiner authentischen alaskischen Wildwestatmosphäre, die nicht für Touristen inszeniert wurde.

Was kannst du in Alaska außerhalb des Wrangell - St. Elias unternehmen?

Alaska bietet Denali mit Bergsteigen und Grizzlybeobachtung, Kenai Fjords mit Buckelwalen und Seekajak, Katmai mit lachsfangenden Bären im Juli an den Brooks Falls sowie rund hundert weniger bekannte Schutzgebiete. Wrangell - St. Elias lässt sich problemlos in einen zwei- bis dreiwöchigen Roadtrip einbauen, der mehrere dieser Ziele verbindet.