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Siebdruck-Illustration: Zelte und ein kleines Wohnmobil stehen auf den bewaldeten Stellplätzen des Kendesnii Campground nahe den Seen.

Camping in Wrangell-St. Elias: Welchen Campingplatz wählen, Reservierung und Preise

Von Erika Müller · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Wrangell - St Elias

Wrangell-St. Elias ist der größte Nationalpark der USA, größer als die Schweiz und die Niederlande zusammen. Diese gewaltigen Dimensionen wirken sich direkt auf das Camping aus: Ausgebaute Einrichtungen sind selten, dafür gibt es fast unbegrenzt Platz für Biwaks. Innerhalb des Parks gibt es nur einen einzigen „offiziellen“ Campground. Ansonsten erwartet dich unberührte Natur, so weit das Auge reicht. Kein Eintritt, kein Pflichtpermit fürs Wildcampen und eine Saison von Juni bis Mitte September. Das Wichtigste im Überblick.

Die Campingplätze im Park (1)

  • Campingplatz Kendesnii Campground NPS ansehen · 10 Stellpl. Route ↗
Karte: Die Campingplätze im Park Basiskarte © OpenStreetMap · © CARTO

Kannst du in Wrangell-St. Elias campen?

Ja, ohne besondere Einschränkungen. Der Park ist ganzjährig geöffnet, auch wenn die Visitor Center von Mitte September bis Ende April geschlossen sind. Du hast zwei Möglichkeiten: die ausgebauten Stellplätze des einzigen NPS-Campgrounds im Park, die nach dem Prinzip „first come, first served“ vergeben werden, oder freies Backcountry-Camping auf jedem öffentlichen Gelände abseits privater Gebäude. Fürs Wildcampen brauchst du kein Permit, die Leave-No-Trace-Regeln (LNT) gelten aber strikt. Der Eintritt in den Park ist kostenlos.

Die Campgrounds im Park

Kendesnii Campground (Nabesna-Gebiet)

Dies ist der einzige vom NPS betriebene, ausgebaute Campground innerhalb des Parks. Er liegt nahe Slana am Anfang der Nabesna Road. Rund zehn primitive Stellplätze bieten Platz für Zelte und kleine Fahrzeuge. Zur Ausstattung gehören Plumpsklos, Picknicktische und Abfallbehälter. Es gibt weder fließendes Wasser noch Strom. Die Plätze werden nach dem Prinzip „first come, first served“ vergeben, Reservierungen sind nicht möglich. Die Übernachtung ist je nach Zeitraum kostenlos oder kostet nur einen symbolischen Betrag. Prüfe die aktuellen Bedingungen vor der Abfahrt auf der NPS-Website.

Die Nabesna Road, eine rund 68 km lange Schotterpiste ab Slana, führt vom Campground aus durch eine spektakuläre Tundralandschaft. Entlang der Straße gibt es außerdem Parkbuchten, in denen du unter Einhaltung der LNT-Regeln biwakieren kannst.

Camping entlang der McCarthy Road

Die McCarthy Road ist eine rund 96 km lange Schotterpiste ab Chitina und die einzige Zufahrt zum Gebiet um Kennecott. Entlang dieser Straße gibt es keinen offiziellen NPS-Campground, aber mehrere Pullouts, an denen du für eine Nacht dein Zelt aufschlagen darfst. In der Umgebung von McCarthy bieten private Betreiber ebenfalls Stellplätze mit einfacher Ausstattung an. Mehr dazu findest du im nächsten Abschnitt.

Wohnmobil (RV) oder Zelt?

In Wrangell-St. Elias ist das Zelt aus einem konkreten Grund deutlich praktischer als ein Wohnmobil: Die beiden Zufahrtsstraßen zum Park sind Schotterpisten und führen über Brücken mit begrenzter Durchfahrtshöhe. Auf der McCarthy Road werden RVs mit mehr als 9 Metern Länge nicht empfohlen. Auf der Nabesna Road kommen kompakte RVs problemlos bis zum Kendesnii Campground, dahinter verschlechtert sich die Piste schnell. Im Park gibt es keinen Stromanschluss und kein Wasser für RVs. Wenn du mit einem RV unterwegs bist und Anschlüsse brauchst, bieten private Campgrounds in der Umgebung von Glennallen oder Copper Center mehr Service. Der Wohnmobil-Guide für Wrangell-St. Elias erklärt die Einschränkungen der Fahrzeugmaße auf den einzelnen Zufahrtsstraßen.

Camping in der Umgebung: private Campgrounds außerhalb des Parks

Wenn der Kendesnii Campground voll ist, was im Juli häufig vorkommt, bieten die Gateway Communities gute Alternativen. Glennallen, Copper Center und Chitina haben private oder kommunale Campgrounds mit Trinkwasser, Duschen und je nach Anbieter auch Strom. In der Umgebung von McCarthy bieten mehrere Lodges und Outfitter Zeltplätze auf ihrem Gelände an. Der Übernachtungs-Guide für Wrangell-St. Elias stellt die verfügbaren Unterkünfte in der Region vor.

Wildcampen und Backcountry-Biwak

Das ist die prägende Erfahrung in diesem Park. Für Backcountry-Camping verlangt Wrangell-St. Elias kein Permit, anders als die große Mehrheit der amerikanischen Nationalparks. Du kannst dein Zelt auf öffentlichem Land fast überall aufstellen, mindestens 60 Meter von Gewässern entfernt und abseits markierter Wege.

Der NPS empfiehlt trotzdem, dich vor dem Aufbruch im Visitor Center zu registrieren. Das ist keine gesetzliche Pflicht, sondern dient deiner Sicherheit. In diesem Park ohne Mobilfunknetz kann die Registrierung im Notfall die Rettung beschleunigen. Der Wanderführer für Wrangell-St. Elias stellt Routen vor, die sich für unabhängige Übernachtungen eignen.

Wie und wann reservierst du deinen Campingplatz in Wrangell-St. Elias?

Für den Kendesnii Campground gibt es keine Reservierung. Für die NPS-Campgrounds im Park existiert keine Reservierungsplattform, auch nicht Recreation.gov. In der Hauptsaison im Juli und August kommst du am besten unter der Woche und früh am Tag, damit deine Chancen auf einen Stellplatz steigen.

Bei privaten Campgrounds außerhalb des Parks nehmen manche Betreiber Reservierungen direkt am Telefon oder über ihre eigene Website an. Das ideale Zeitfenster für die Planung reicht von Ende Mai bis zur ersten Septemberhälfte. Nach dem 15. September schließen mehrere Visitor Center, außerdem wird das Wetter unberechenbar. Der Guide zur besten Reisezeit für Wrangell-St. Elias beschreibt die besten Zeiträume für verschiedene Aktivitäten.

Preise: Wie viel kostet eine Campingnacht in Wrangell-St. Elias?

Der Eintritt in den Park ist kostenlos. Für den Kendesnii Campground zahlst du nichts oder nur einen symbolischen Beitrag. Prüfe die aktuell geltenden Bedingungen auf der NPS-Website. Backcountry-Camping ist vollständig kostenlos, ein kostenpflichtiges Permit brauchst du nicht. Private Campgrounds an den Parkzufahrten verlangen je nach Ausstattung ungefähr 20 bis 40 US-Dollar pro Nacht für einen Zeltplatz. Eine Schätzung für das Gesamtbudget deiner Reise findest du auf unserer Seite zu Preisen und Pässen.

Sicherheit und gute Praxis

Grizzlybären und Schwarzbären

Im Park leben beide Arten. Du kannst überall auf einen Bären treffen, auch am Campground. Drei Regeln sind nicht verhandelbar:

  • Bewahre alle Lebensmittel und Produkte mit Geruch, etwa Zahnpasta, Seife und Sonnencreme, in einem zertifizierten Bear Canister oder, falls vorhanden, in einer Bear Box auf. Lass nichts Duftendes im Zelt.
  • Mach beim Wandern Geräusche, damit Tiere dich wahrnehmen, etwa durch Rufen oder Glöckchen.
  • Halte mindestens 90 Meter Abstand zu jedem Bären, den du beobachtest. Nimm Bear Spray mit und übe vor der Abfahrt, wie du es benutzt.

Der Guide zur Tierwelt in Wrangell-St. Elias erklärt, wie du dich gegenüber den einzelnen im Park vorkommenden Arten verhältst.

Kälte und Unterkühlung

Selbst im Juli kann die Temperatur durch Wind und Regen plötzlich fallen. Ein Kunstfaserschlafsack oder ein mit DWR behandelter Daunenschlafsack ist unverzichtbar, denn er behält seine Eigenschaften auch bei Nässe. Eine wasserdichte Hardshelljacke ist das Minimum. Noch besser ist ein Zelt, dessen Außenzelt auch unter Spannung zuverlässig wasserabweisend bleibt.

Wasser im Backcountry

Außerhalb der Visitor Center gibt es im Park keine einzige Trinkwasserstelle. Filtere oder reinige Wasser aus Gewässern im Backcountry grundsätzlich, zum Beispiel mit einem Pumpfilter, Tabletten oder UV-Licht. In den Wildgewässern Alaskas kommt Giardia vor.

Welcher Campingplatz passt zu dir?

Du kommst mit Zelt und hast Erfahrung: Dann ist das Backcountry genau richtig für dich. Registriere dich im Copper Center Visitor Center, suche dir abseits der Pisten ein Tal aus und genieße eine Einsamkeit, die nur noch wenige amerikanische Nationalparks bieten.

Du möchtest lieber eine feste Basis: Der Kendesnii Campground ist auf der Nabesna Road deine beste Option. Im Kennecott-Gebiet bieten private Betreiber nahe McCarthy etwas mehr Komfort.

Du bist mit einem kompakten RV unterwegs: Die Nabesna Road bis zum Kendesnii Campground ist befahrbar. Für Anschlüsse weichst du auf private Campgrounds in Glennallen oder Copper Center aus.

Du reist mit kleinen Kindern: Die Nähe des Kendesnii Campgrounds zum Visitor Center in Slana ist logistisch ein echter Vorteil. Im Kennecott-Gebiet bieten private Campgrounds mit kleinen Fahrzeugen angenehmen Komfort. Der Guide Wrangell-St. Elias mit der Familie besuchen ergänzt diese Tipps um Hinweise für jüngere Kinder.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Besuch in Wrangell-St. Elias?

Wrangell-St. Elias lohnt sich für alle, die in Alaska echte Wildnis erleben möchten: Der Park ist der größte Nationalpark der USA, ohne Eintrittsgebühr und ohne Menschenmassen. Im Backcountry kannst du auf Millionen Hektar frei campen.

Kannst du mit dem Auto zum Nationalpark Wrangell-St. Elias fahren?

Du erreichst den Park über zwei Schotterstraßen: die McCarthy Road, rund 96 km ab Chitina, und die Nabesna Road, rund 68 km ab Slana. Fahrzeuge mit Allradantrieb oder großer Bodenfreiheit werden empfohlen. Mit großen Wohnmobilen solltest du vor der Fahrt auf der McCarthy Road die Einschränkungen der Fahrzeugmaße prüfen.

Kannst du innerhalb von Wrangell-St. Elias campen?

Ja. Du kannst auf den Stellplätzen des Kendesnii Campgrounds im Nabesna-Gebiet nach dem Prinzip „first come, first served“ campen oder im gesamten Park frei und ohne Permit sowie ohne Gebühren im Backcountry übernachten.

Welchen Campingplatz solltest du in Wrangell-St. Elias wählen?

Wenn du mit minimalem Komfort und Sanitäranlagen auskommst, ist der Kendesnii Campground der einzige NPS-Campground im Park. Im Kennecott-Gebiet bieten private Betreiber Stellplätze nahe McCarthy an. Für selbstständige Wanderer bleibt das Backcountry-Biwak die beste Option.

Wann solltest du einen Campingplatz in Wrangell-St. Elias reservieren?

Für den Kendesnii Campground brauchst du keine Reservierung. Private Campgrounds außerhalb des Parks solltest du für die Hauptsaison im Juli und August ab März bei den Betreibern anfragen. Die Saison reicht von Ende Mai bis Mitte September.

Wie viel kostet eine Campingnacht in Wrangell-St. Elias?

Der Eintritt in den Park ist kostenlos. Der Kendesnii Campground ist kostenlos oder kostet nur einen symbolischen Betrag. Private Campgrounds an den Parkzufahrten verlangen je nach vorhandenem Service ungefähr 20 bis 40 US-Dollar pro Nacht für einen Zeltplatz. Informationen zu Eintrittspreisen und Jahrespässen findest du auf der Seite zu Preisen und Pässen der Nationalparks.