Wanderungen im Olympic National Park: die schönsten Touren für jedes Niveau
Im Olympic National Park treffen auf derselben Halbinsel drei völlig unterschiedliche Ökosysteme aufeinander: alpine Gletscher, gemäßigter Regenwald und die wilde Pazifikküste. So kannst du morgens zwischen moosbedeckten Fichten wandern und am späten Nachmittag an Sea Stacks entlanglaufen.
Die Wanderung, die du nicht verpassen solltest? Der Hall of Mosses, in der Hoh Rain Forest: nur 1,3 km lang, für alle zugänglich und eines der ikonischsten Motive des amerikanischen Nordwestens. Wenn du Höhenmeter und weite Ausblicke suchst, ist Hurricane Hill (8,2 km hin und zurück) unsere erste Wahl. Und wenn dich Wasserfälle anziehen, führt die Runde zu Sol Duc Falls über weniger als 3 km bei kaum 60 Höhenmetern.
Deine Wanderung im Olympic National Park gut vorbereiten
Permits und Eintritt. Der Park ist das ganze Jahr rund um die Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 30 US-Dollar pro Fahrzeug und gilt 7 Tage, für Motorräder 25 US-Dollar und zu Fuß oder mit dem Fahrrad 15 US-Dollar. Wenn du im Laufe des Jahres mehrere Nationalparks besuchst, macht sich der America the Beautiful Pass für 80 US-Dollar schnell bezahlt. Alle Tageswanderungen sind mit dem Eintritt abgedeckt, ein zusätzliches Permit brauchst du dafür nicht. Für Übernachtungen im Backcountry brauchst du dagegen ein kostenloses Wilderness Permit, das du im Wilderness Information Center in Port Angeles oder Hoodsport abholst.
Wildtiere: Wapitis, Schwarzbären und Pumas. Im Olympic National Park leben Wapitis, Schwarzbären und seltener auch Pumas. Halte zu Wapitis 45 m Abstand, zu Bären 90 m. Wenn du einem Schwarzbären begegnest, sprich ruhig, mach dich bemerkbar und lauf niemals weg. In den Wilderness-Gebieten musst du alle Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Behältern aufbewahren.
Hunde. Hunde sind auf den Straßen und in den Campgrounds erlaubt, auf fast allen Wanderwegen jedoch verboten. Informiere dich im Visitor Center, bevor du deine Route auswählst, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist.
Wasser. Im Park gibt es viele Gewässer, aber jedes Oberflächenwasser muss gefiltert oder behandelt werden, da Giardia überall vorkommt. Nimm einen Filter oder Tabletten mit. Rechne für einen halben Tag mit 1,5 Litern pro Person, im Sommer für einen ganzen Tag mit 2 bis 3 Litern.
Sicherheit unterwegs. Das Wetter am Hurricane Ridge schlägt schnell um: Ein klarer Himmel am Morgen kann innerhalb von zwei Stunden in dichten Nebel übergehen. Trag unabhängig von der Jahreszeit immer eine wasserdichte Schicht. An der Küste musst du auf „Sneaker Waves“ achten, unberechenbare Wellen, die an scheinbar ruhigen Stränden auflaufen. Dreh dem Meer an felsigen Stränden nie den Rücken zu.
Die schönsten Wanderungen nach Regionen
Der Olympic National Park gliedert sich in mehrere verschiedene Gebiete, die durch den Highway 101 verbunden sind, der die Halbinsel umrundet. Je nach Startpunkt solltest du 30 Minuten bis 2 Stunden Fahrzeit einplanen.
Hurricane Ridge: Ausblicke auf die Olympic Mountains
Hurricane Hill Trail: 8,2 km hin und zurück, 190 Höhenmeter, etwa 3 Stunden, mittelschwer. Start am Parkplatz des Hurricane Ridge Visitor Center, über die Route 101 und Port Angeles, 45 Minuten Fahrzeit.
Hier erreichst du den höchsten zugänglichen Punkt des Parks auf 1.560 m Höhe. Der Weg folgt einem offenen Grat mit 360-Grad-Blick auf die Olympic Mountains im Osten und bei gutem Wetter auf den Strait of Juan de Fuca. Im Juli und August leuchten die alpinen Wiesen violettem Lupinen und orangefarbenem Paintbrush. Bis in den Juni hinein kann Schnee liegen. Prüfe vor dem Aufbruch die Bedingungen auf der offiziellen NPS-Seite.
Meadow Loop Trail: 2,4 km Rundweg, 60 Höhenmeter, leicht. Derselbe Parkplatz. Sofortige Aussicht ohne große Anstrengung, geeignet für Kinder und alle, die die alpine Landschaft ohne lange Wanderung genießen möchten.
Praktischer Tipp: Im Juli und August ist der Parkplatz vor 9 Uhr voll. Die Hurricane Ridge Road bleibt je nach Schneelage ungefähr von November bis April geschlossen.
Hoh Rain Forest: zwischen Moos und riesigen Fichten
Hall of Mosses Trail: 1,3 km Rundweg, eben, leicht, etwa 45 Minuten. Start am Hoh Visitor Center, über den Highway 101 nach Süden und anschließend die Upper Hoh Road, 1 Stunde 30 Minuten ab Port Angeles.
Mit Moos bedeckte Vine Maples hängen bis zu 10 m hoch, während das Licht in Säulen durch das grüne Halbdunkel fällt. Im Hoh Rain Forest fallen jährlich etwa 3.500 mm Regen. Selbst an einem grauen Tag ist der Spaziergang eindrucksvoll. Kein anderer Weg wird in den sozialen Netzwerken so oft fotografiert, und das aus gutem Grund.
Hoh River Trail: 5 bis 30 km hin und zurück, auf den ersten Abschnitten nur wenige Höhenmeter, leicht bis anspruchsvoll. Die ersten 5 km führen unter riesigen Nadelbäumen am Hoh River entlang. Der Wald wirkt ursprünglicher, und ab dem dritten Kilometer sind nur wenige Menschen unterwegs. Für einen ganzen Tag peilst du die Olympus Guard Station an, etwa 17 km hin und zurück. Dort öffnet sich der Wald zu den vergletscherten Flanken des Mount Olympus.
Spruce Nature Trail: 2,1 km Rundweg, eben, leicht. Eine gute Alternative, wenn der Hall of Mosses in der Hauptsaison überlaufen ist.
Sol Duc Valley: Wasserfälle und Nadelwald
Sol Duc Falls Trail: 2,7 km hin und zurück, 60 Höhenmeter, leicht, etwa 1 Stunde. Start am Parkplatz des Sol Duc Trailhead, über den Highway 101 nach Nordwesten und anschließend die Sol Duc Road, 40 Minuten ab Port Angeles.
Der Wasserfall stürzt in eine dunkle Basaltschlucht und teilt sich in mehrere Arme. Auch im Sommer, wenn die Wassermenge abnimmt, ist er beeindruckend. Der Weg führt durch einen nahezu unberührten Wald aus Douglasien und Sitka-Fichten. Am meisten Wasser führen die Fälle im Mai und Juni nach der Schneeschmelze.
Lovers Lane Loop: 10,5 km Rundweg, 120 Höhenmeter, leicht bis mittelschwer, etwa 3 Stunden. Der Weg folgt dem Sol Duc River in beide Richtungen und führt an den Fällen vorbei. Eine gute Option für einen ruhigen halben Tag im Wald.
Wilde Küste: Kiesstrände und Meeresbögen
Rialto Beach to Hole-in-the-Wall: 4,8 km hin und zurück, auf Kies eben, leicht, etwa 1 Stunde 30 Minuten. Start am Parkplatz von Rialto Beach, über den Highway 101 Richtung La Push, 1 Stunde ab Forks.
Der Kiesstrand führt zum Hole-in-the-Wall, einem natürlichen Bogen, den die Meereserosion in das Vulkangestein gegraben hat. Bei Ebbe kannst du ihn trockenen Fußes umrunden und Tide Pools erkunden. Informiere dich unbedingt über die Gezeiten, bevor du losgehst. Bei Flut sind einige Passagen unpassierbar.
Cape Alava to Sand Point Loop: 13 km Rundweg, wenige Höhenmeter, mittelschwer wegen des wechselnden Geländes, ein ganzer Tag. Start an der Ozette Ranger Station. Die Route verbindet einen Boardwalk durch den Wald mit einem wilden Strand, an dessen Felsen sichtbare indianische Petroglyphen liegen. Wenn du dort übernachten willst, sind die Wilderness Permits schnell vergeben. Reserviere rechtzeitig.
Lake Crescent: türkisblaues Wasser und versteckte Wasserfälle
Marymere Falls Trail: 2,4 km hin und zurück, 90 Höhenmeter, leicht, etwa 1 Stunde. Start an der Storm King Ranger Station direkt am Highway 101, 30 Minuten ab Port Angeles.
Der Wasserfall stürzt 30 m tief in eine schmale, bewaldete Schlucht. Die kurze, schattige Wanderung eignet sich sehr gut für Familien.
Mount Storm King Trail: 6,8 km hin und zurück, 640 Höhenmeter, schwierig, 4 bis 5 Stunden. Derselbe Startpunkt. Auf den letzten 400 m brauchst du in sehr steilem Gelände feste Seile. Geh diese Wanderung nur an, wenn du dich auf ausgesetztem Gelände sicher bewegst, und nur bei trockenem Wetter, denn der Fels wird bei Regen rutschig. Der Blick auf Lake Crescent und sein eisblaues Wasser ist die Anstrengung allemal wert.
Leichte und familienfreundliche Wanderungen
Für den ersten Ausflug mit Kindern oder Anfängern empfehlen wir:
- Hall of Mosses (1,3 km, Hoh Rain Forest): 30 bis 45 Minuten, eben, in jedem Alter beeindruckend.
- Meadow Loop (2,4 km, Hurricane Ridge): sofortige Ausblicke, bei gutem Wetter mit einem geländegängigen Kinderwagen machbar.
- Sol Duc Falls Trail (2,7 km): gut ausgebauter Weg, Wasserfall garantiert, 1 Stunde hin und zurück.
- Marymere Falls Trail (2,4 km, Lake Crescent): kurz, schattig und ohne Schwierigkeiten.
- Rialto Beach (4,8 km hin und zurück, Küste): ebenes Gelände, für Kinder ab 7 Jahren geeignet, solange du die Wellen im Blick behältst.
Für gut ausgestattete Campgrounds und Aktivitäten mit Kindern abseits der Wanderwege im Olympic National Park bündelt der Familienguide alle wichtigen Informationen.
Anspruchsvolle Wanderungen und Tagestouren
Für erfahrene Wanderer, die Höhenmeter und Ruhe suchen:
Mount Storm King (6,8 km, 640 m) ist die technische Wanderung rund um den See. Die festen Seile am Schluss verlangen Trittsicherheit und trockenen Untergrund.
Hurricane Hill (8,2 km, 190 m) bleibt zugänglich, doch der dem Wind ausgesetzte Grat kann überraschen. Geh früh los, damit du die Aussicht noch vor den Nachmittagswolken hast.
Hoh River Trail zur Olympus Guard Station (17 km hin und zurück, wenige Höhenmeter): Hier machen die Distanz und die Abgeschiedenheit die Tour anspruchsvoll. Im Regenwald gibt es ab dem zweiten Kilometer kaum oder gar kein Mobilfunknetz.
Cape Alava Loop (13 km, Küste): Bei Regen wird der Boardwalk rutschig. Nimm Schuhe mit gutem Profil.
Bei Mehrtagestouren, besonders zum Blue Glacier am Mount Olympus oder auf der High Divide Loop, werden die Wilderness Permits und die Regeln für Übernachtungen im Abschnitt „Deine Wanderung gut vorbereiten“ am Anfang der Seite erklärt.
Anfahrt, Trailheads und Parkplätze
Der Olympic National Park hat keinen Shuttle zwischen den einzelnen Gebieten, anders als Zion oder Yosemite. Jedes Gebiet erreichst du über einen eigenen Abzweig vom Highway 101, der die Halbinsel umrundet:
- Hurricane Ridge: Von Port Angeles über die Hurricane Ridge Road, 27 km und 45 Minuten. Kostenloser Parkplatz am Visitor Center. Im Winter je nach Schneelage geschlossen.
- Hoh Rain Forest: Abzweig bei Forks vom Highway 101, anschließend 30 km über eine Nebenstraße, die Upper Hoh Road. Parken ist im Eintritt enthalten.
- Sol Duc: Am Lake Crescent bei Fairholm vom Highway 101 abbiegen, dann 20 km auf der Sol Duc Road. Parkplatz am Trailhead.
- Lake Crescent: Direkt am Highway 101, Storm-King-Parkplatz am Südufer. Im Sommer sehr voll. Komm vor 9 Uhr.
- Küste, Rialto Beach und Ozette: Anfahrt über La Push oder Sekiu auf Nebenstraßen, die teilweise holprig sind. Ein Fahrzeug mit großer Bodenfreiheit ist empfehlenswert.
Für die Anreise ab Seattle, mit der Fähre nach Bainbridge Island oder über die I-5 und den Highway 101, beschreibt der Guide zur Anreise zum Olympic National Park alle Möglichkeiten.
Wann solltest du im Olympic National Park wandern?
Juli, August und September bieten meist die besten Bedingungen: In den tieferen Lagen liegen die Temperaturen zwischen 18 und 24 °C, die alpinen Wege sind schneefrei und die Tage lang. Hurricane Ridge ist je nach jährlicher Schneelage oft erst ab Mitte Juni vollständig zugänglich.
Die Hoh Rain Forest und die Küste kannst du das ganze Jahr besuchen. Regen gehört zur Landschaft, und die Farben des Regenwaldes sind im Herbst oft besonders intensiv. In der Nebensaison startest du am besten morgens, um die Nachmittagsregen zu vermeiden.
Der Guide zur besten Reisezeit im Olympic National Park beschreibt die Bedingungen für jeden Bereich des Parks Monat für Monat.
Welche Wanderung passt zu dir?
- Du hast 2 Stunden und Kinder dabei: Hall of Mosses im Hoh Rain Forest oder Marymere Falls am Lake Crescent.
- Du suchst einen starken Aussichtspunkt: Hurricane Hill am Hurricane Ridge, früh am Morgen.
- Du möchtest Ruhe: Hoh River Trail ab dem 3. km oder Cape Alava unter der Woche.
- Wasserfälle und Wald: Sol Duc Falls oder die ersten Kilometer des Hoh River Trail.
- Wilder Strand: Rialto Beach to Hole-in-the-Wall bei Ebbe.
- Die Herausforderung des Tages: Mount Storm King, nur bei gutem Wetter und mit Schuhen mit Steigeisen.
- Wildtierbeobachtung: das Hoh River Valley und die Umgebung von Sol Duc am späten Nachmittag, wenn sich die Wapitis den Waldrändern nähern.
Für den vollständigen Überblick zu Budget, Unterkunft und der Organisation deiner Reise führt dich die Übersicht zum Olympic National Park zu allen wichtigen Themen.
Häufige Fragen
Welche Wanderung ist im Olympic National Park die beste?
Der Hall of Mosses im Hoh Rain Forest ist die bekannteste Wanderung des Parks, spektakulär und für jedes Niveau geeignet. Für alpine Ausblicke bietet Hurricane Hill die besten Aussichten auf die Olympic Mountains.
Ist Wandern im Olympic National Park schwierig?
Die meistbesuchten Wege wie Hall of Mosses, Sol Duc Falls und Rialto Beach sind leicht und haben kaum Höhenmeter. Schwierige Wanderungen wie Mount Storm King mit 640 m auf 3,4 km sind die Ausnahme und richten sich an erfahrene Wanderer.
Ist Wandern im Olympic National Park sicher?
Die größten Risiken sind das Wetter, etwa plötzlicher Nebel in der Höhe und unberechenbare Wellen an der Küste, sowie Wildtiere wie Wapitis und Schwarzbären. Halte Sicherheitsabstände zu den Tieren ein, bleib auf markierten Wegen und nimm eine wasserdichte Schicht mit. Damit bist du bei fast allen Touren gut vorbereitet.
Brauche ich für eine Tageswanderung im Olympic National Park ein Permit?
Nein. Der Parkeintritt von 30 US-Dollar pro Fahrzeug deckt alle Tageswanderungen ab. Ein kostenloses Wilderness Permit brauchst du nur für Übernachtungen im Backcountry.
Gibt es im Olympic National Park leichte und familienfreundliche Wanderungen?
Ja. Hall of Mosses (1,3 km), Meadow Loop am Hurricane Ridge (2,4 km), Sol Duc Falls (2,7 km) und Marymere Falls (2,4 km) eignen sich für Kinder ab etwa 5 bis 6 Jahren.
Darf ich meinen Hund im Olympic National Park auf Wanderungen mitnehmen?
Auf fast allen Wanderwegen im Olympic National Park sind Hunde verboten. Auf befestigten Straßen und in den Campgrounds werden sie geduldet. Wenn du mit deinem Hund unterwegs bist, frag im Visitor Center nach den wenigen Ausnahmen.
Wann ist die beste Zeit zum Wandern im Olympic National Park?
Juli bis September sind die trockensten und angenehmsten Monate, besonders für alpine Wege. Die Regenwälder von Hoh Rain Forest und Quinault kannst du das ganze Jahr besuchen. Unsere Seite zur besten Reisezeit beschreibt die Bedingungen Monat für Monat.
Gibt es im Olympic National Park Rundwanderungen?
Ja: Meadow Loop am Hurricane Ridge (2,4 km), Hall of Mosses im Hoh Rain Forest (1,3 km), Lovers Lane Loop in Sol Duc (10,5 km) und Cape Alava Loop an der Küste (13 km) sind vollständig als Rundwege angelegt.
Wie erreiche ich die Trailheads im Olympic National Park?
Der Olympic National Park hat keinen Shuttle zwischen den einzelnen Gebieten. Jedes Gebiet ist mit dem Auto über den Highway 101 erreichbar. Unsere Seite zu Anreise und Verkehr erklärt die Routen ab Seattle und die Fährmöglichkeiten.
Welche Wege eignen sich für Wildtiere, Wasserfälle oder Ausblicke?
Für Wildtiere: der Hoh River Trail und die Umgebung von Sol Duc am späten Nachmittag. Für Wasserfälle: Sol Duc Falls und Marymere Falls. Für Ausblicke: Hurricane Hill und für besonders erfahrene Wanderer der Gipfel des Mount Storm King.
