Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Der Blick von Hurricane Ridge vereint vergletscherte Kämme, bewaldete Täler und den westlichen Horizont der Halbinsel.

Route durch den Olympic National Park: Was du in 1, 2 oder 3 Tagen sehen kannst

Von Victoria Boissonade · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Olympic

Der Olympic National Park gehört zu den wenigen amerikanischen Nationalparks, die auf engem Raum drei völlig unterschiedliche Ökosysteme vereinen: die schneebedeckten Gipfel der Olympic Mountains, die gemäßigten Regenwälder der Hoh Valley und die wilden Strände der Pazifikküste. Das alles liegt in einem Radius von 100 km.

Kurzantwort: Plane mindestens 3 Tage ein, wenn du alle drei Gesichter des Parks sehen möchtest. Die sinnvolle Route folgt dem Highway 101 ab Port Angeles im Uhrzeigersinn: Norden mit Bergen und See, Westen mit Wäldern, anschließend die Pazifikküste. Jeder Tag konzentriert sich auf einen Bereich, und die Fahrstrecken bleiben unter 150 km.

Wie viel Zeit brauchst du für den Olympic National Park?

1 Tag reicht für den nördlichen Bereich: morgens Hurricane Ridge, nachmittags Lake Crescent. Du nimmst schöne Berg- und Seebilder mit, hast aber weder den Regenwald noch die Küste gesehen.

3 Tage reichen, um die drei wichtigsten Bereiche in einer geografisch sinnvollen Reihenfolge abzudecken. Für den ersten Besuch ist das die Standardvariante.

5 Tage geben dir Zugang zu weniger besuchten Gebieten: zum abgelegenen Cape Alava über das Ozette-Dreieck, zum Quinault Rainforest im Süden und zu den ersten ernsthaften Kilometern des Hoh River Trail in Richtung Mount Olympus.

Der Park ist das ganze Jahr über rund um die Uhr geöffnet. Einige Straßen werden außerhalb der Saison geschlossen. Die Hurricane Ridge Road ist nur befahrbar, wenn es die Schneelage erlaubt, normalerweise von Mitte Juni bis Oktober.

Anreise, Eingänge und Fortbewegung im Park

Port Angeles ist der wichtigste Ausgangspunkt der Route: Hier liegen das zentrale Visitor Center, die üblichen Versorgungsmöglichkeiten und die Zufahrten zu allen Gebieten. Der Highway 101 umrundet die Peninsula, führt aber nicht durch ihr Inneres. Keine Straße verbindet die Nord- und Südseite quer durch den Park, und die Stichstraßen führen jeweils separat in die einzelnen Gebiete. Plane ein eigenes Auto ein: Einen Shuttle zwischen den Gebieten gibt es nicht.

Der Eintritt kostet 30 US-Dollar pro Fahrzeug oder 15 US-Dollar pro Person zu Fuß oder mit dem Fahrrad und gilt 7 Tage. Der eigene Jahrespass des Parks kostet 55 US-Dollar. Für die Anreise von Seattle, die Parkeingänge und die Fährverbindungen kannst du den praktischen Guide zur Anreise zum Olympic National Park lesen. Eintrittspreise und Jahrespass findest du auf der Seite zu Preisen und Pässen der Nationalparks.

Die Gebiete des Olympic National Park

Der Norden: Hurricane Ridge und Lake Crescent

Hurricane Ridge ist der charakteristische Aussichtspunkt des Parks. Du erreichst ihn über die Hurricane Ridge Road, eine 27 km lange Bergstraße ab Port Angeles, die bis auf etwa 1.600 m Höhe ansteigt. Bei klarer Sicht ist der Blick auf die Olympic Mountains und die Strait of Juan de Fuca beeindruckend. Im Juli und August sind die alpinen Wiesen voller Wildblumen, und Black-tailed Deer streifen oft wenige Meter von den Wegen entfernt umher. Plane einschließlich Anfahrt 3 bis 4 Stunden ein.

Lake Crescent liegt 40 km westlich von Port Angeles direkt am Highway 101. Der 190 m tiefe Gletschersee wirkt je nach Licht beinahe unwirklich klar und schimmert zwischen Türkis und Smaragd. Der einfache Spaziergang zu den Marymere Falls ist 3 km lang und dauert ab dem Parkplatz an der Storm King Ranger Station etwa 1 Stunde und 30 Minuten hin und zurück.

Der Westen: Sol Duc und der Hoh Rain Forest

Sol Duc erreichst du über eine 22 km lange Straße ab dem Highway 101. Die Wanderung zu den Sol Duc Falls ist eine der kürzesten und lohnendsten im Park: Der Wasserfall stürzt in eine enge, moosbedeckte Schlucht. Vom Parkplatz am Ende der Straße sind es 1,6 km hin und zurück. In unmittelbarer Nähe bieten die Sol Duc Hot Springs Thermalbecken, die auch für Nichtgäste zugänglich sind. Der Eintritt kostet extra und ist nicht im Parkpass enthalten; geöffnet ist von Mitte Mai bis Ende Oktober.

Hoh Rain Forest ist das verblüffendste Ökosystem des Parks. Bei 3 bis 4 m Niederschlag im Jahr verschwinden die großblättrigen Ahornbäume unter mehrere Zentimeter dicken Moosteppichen. Der Hall of Mosses ist mit seiner 1,3 km langen, flachen Runde ein Pflichtbesuch. Das Hoh Visitor Center liegt 31 km von der Abzweigung am Highway 101 entfernt. Von Sol Duc aus solltest du mindestens 45 Minuten Fahrzeit einplanen. Die Wanderungen ab dem Hoh decken alle Schwierigkeitsgrade ab, vom Einstieg bis zum Zustieg zum Mount Olympus.

Die Pazifikküste: Ruby Beach, Kalaloch und die wilden Strände

Die Küste des Olympic National Park gehört zu den wenigen wilden Küsten der USA, die du mit dem Auto erreichen kannst. Zwischen Kalaloch im Süden und Rialto Beach im Norden reiht sich entlang des Highway 101 ein Strand an den nächsten. Ruby Beach ist oft der erste Halt: Seine Felsnadeln und angeschwemmten Baumstämme liefern sofort eindrucksvolle Fotomotive. Second Beach bei La Push erreichst du nach einem kurzen, 1,2 km langen Waldweg. Der Kontrast zum Meer ist abrupt und wohltuend.

Die Küste ist das ganze Jahr über zugänglich. Im Winter sind die Stürme spektakulär. Im Sommer lohnt sich der Sonnenuntergang über dem Pazifik an diesen Stränden allein schon für die Anfahrt.

Tagesplan für die Route

Tag 1: Im Norden zwischen Bergen und See

8 Uhr: Abfahrt in Port Angeles. Tanke und kaufe deinen Pass im Visitor Center, bevor du auf die Hurricane Ridge Road fährst. Wenn du früh losfährst, vermeidest du den Andrang an den Parkplätzen auf dem Gipfel am späten Vormittag.

9:30 Uhr: Hurricane Ridge. Der Cirque Rim Trail, eine 1,8 km lange Runde, reicht aus, um das Panorama auf die Gipfel und die Strait of Juan de Fuca aufzunehmen. Plane 1 Stunde und 30 Minuten bis 2 Stunden vor Ort ein.

12:30 Uhr: Rückfahrt nach Port Angeles. Schnelles Mittagessen in der Stadt. An der Hauptstraße findest du mehrere Cafés und Lebensmittelgeschäfte.

14:30 Uhr: Fahrt zum Lake Crescent, 40 km und 35 Minuten. Spaziergang zu den Marymere Falls, 1 Stunde und 30 Minuten hin und zurück. Am späten Nachmittag lässt das flache Licht den See noch klarer erscheinen. Das ist einer dieser Momente, die bleiben.

Abends: Übernachtung in Port Angeles oder in der Lake Crescent Lodge. Sie ist von Mitte Mai bis Anfang Januar geöffnet, in der Hauptsaison ist eine Reservierung Pflicht.

Tag 2: Wälder, Wasserfälle und alte Bäume

8 Uhr: Fahrt zur Sol Duc Road, 20 km westlich von Lake Crescent am Highway 101. Gegen 9 Uhr erreichst du den Parkplatz am Ende der Straße. Starte mit den Sol Duc Falls. Der 1,6 km lange Weg hin und zurück ist in aller Ruhe in 45 Minuten zu schaffen.

10:30 Uhr: Optionaler Abstecher zu den Thermalbecken. Die Sol Duc Hot Springs liegen nur wenige Meter vom Trailhead entfernt. Eine Stunde reicht, um dich zu erholen, bevor du wieder losfährst.

12 Uhr: Zurück zum Highway 101 in Richtung Süden. Mach eine Picknickpause am Rastplatz vor der Abzweigung zur Hoh River Road.

13:30 Uhr: Hoh Visitor Center, 31 km vom Highway 101 entfernt und 30 Minuten Fahrzeit. Starte mit dem Hall of Mosses, für die Runde brauchst du 45 Minuten. Hänge 2 bis 3 km auf dem Hoh River Trail an. Hinter den ersten Besuchern, die früh umkehren, wird der Wald aus Sitka Spruce und riesigen Douglas Firs still. Weitere Aktivitäten in diesem Gebiet findest du im Guide zu den Highlights des Olympic National Park.

17 Uhr: Weiterfahrt nach Forks, 45 km, oder direkt nach Kalaloch, 90 km südlich von Forks am Highway 101.

Abends: Übernachtung in Forks mit erschwinglichen Hotels und großen Supermärkten oder in der Kalaloch Lodge auf der Klippe über dem Pazifik.

Tag 3: Die Pazifikküste

8 Uhr: Wenn du in Kalaloch übernachtest, geh bei Sonnenaufgang hinunter zum Kalaloch Beach. Um diese Uhrzeit ist der Strand lang, flach und menschenleer. Danach fährst du auf dem Highway 101 nach Norden.

9:30 Uhr: Ruby Beach, 12 km nördlich von Kalaloch. Plane 45 Minuten bis 1 Stunde am Strand ein. Bei Ebbe sind die Felsnadeln besonders fotogen. Informiere dich vor der Abfahrt über die Gezeiten, zum Beispiel auf den Websites der NOAA.

11:30 Uhr: Mittagessen in Forks. Die Stadt ist als Kulisse der Twilight-Saga bekannt, was der Tourismus spürbar macht. Die Restaurants sind trotzdem ordentlich und die Preise vernünftig.

13 Uhr: Second Beach ab La Push. An dieser Stelle grenzt das Reservat der Quileute an den Park. Der 1,2 km lange Waldweg führt zu einem von Klippen und Felsnadeln eingerahmten Strand. Plane 2 Stunden vor Ort ein.

16 Uhr: Rückfahrt nach Port Angeles, 2 Stunden und 30 Minuten, für eine Abendfähre oder eine weitere Nacht an der Küste.

Varianten je nach verfügbarer Zeit

Kurzvariante für 1 Tag: Hurricane Ridge am Morgen, Abfahrt um 8 Uhr in Port Angeles, Lake Crescent am Nachmittag und abends über die Fähre ab Kingston zurück nach Seattle. Der Wald und die Küste müssen auf den nächsten Aufenthalt warten.

Klassische Route für 3 Tage: Das Programm oben. Für einen ersten vollständigen Besuch ist das die stimmigste Variante.

Vertiefung für 5 Tage: Füge einen Tag für Ozette im Nordwesten des Parks hinzu. Ein 8 km langer Holzbohlenweg durch den Wald führt bis Cape Alava, dem westlichsten Punkt der kontinentalen USA. Plane einen weiteren Tag für den Quinault Rain Forest im Süden ein, einen weniger besuchten Regenwald als der Hoh Rain Forest, und übernachte in der Lake Quinault Lodge.

Roadtrip durch die Region: Olympic lässt sich gut in eine große Runde durch Washington State einbauen: Seattle, die San Juan Islands, Port Angeles, der Park und die Rückfahrt über Olympia auf der I-5. Diese Route ist Teil eines größeren Washington-Roadtrips.

Karte der Route

Der National Park Service veröffentlicht eine offizielle Karte im „Unigrid“-Format. Du bekommst sie an den Parkeingängen oder kannst sie kostenlos auf nps.gov herunterladen. Sie zeigt die drei Gebiete des Parks, die Zufahrten vom Highway 101 und die wichtigsten Trailheads. Lade sie vor der Abfahrt herunter, denn in den meisten Parkgebieten gibt es fast keinen Empfang. Der Parkplan des Olympic National Park übernimmt das Unigrid-PDF und markiert die Etappen dieser Route.

Übernachten entlang der Route

Die Unterkünfte verteilen sich ganz natürlich nach Gebieten: Port Angeles und Umgebung für die Nordseite, Forks als Ausgangspunkt zwischen Küste und Wald, die Kalaloch Lodge für eine Nacht auf der Klippe über dem Pazifik und die Lake Quinault Lodge für den Süden. Preise, Öffnungszeiten und Campingalternativen findest du ausführlich im Übernachtungs-Guide für den Olympic National Park. In der Hauptsaison im Juli und August solltest du Lodges im Park 3 bis 4 Monate im Voraus buchen, manchmal noch früher.

Verlängern: Was du rund um Olympic sehen kannst

Im Norden: Victoria in British Columbia erreichst du mit der Black Ball Ferry in 1 Stunde und 30 Minuten ab Port Angeles. Die Butchart Gardens und die viktorianische Architektur machen den Ort zu einer sinnvollen Verlängerung, wenn du einen zusätzlichen Tag hast.

Im Osten: Die San Juan Islands sind eine natürliche Verlängerung. Mit der Fähre ab Anacortes, 2 Stunden und 30 Minuten von Port Angeles entfernt, kannst du Orcas beobachten und die zerklüftete Küste des Puget Sound entdecken.

Im Süden: Der Mount Rainier National Park liegt über Olympia 3 Autostunden von Port Angeles entfernt. Die beiden Nationalparks im Bundesstaat Washington ergänzen sich ideal für einen einwöchigen Roadtrip und lassen sich gut zu einem einwöchigen Washington-Roadtrip verbinden.

Die ideale Route je nach Zeit

Mit 1 Tag konzentrierst du dich auf den Norden. Hurricane Ridge und Lake Crescent bilden ab Port Angeles eine 80 km lange Runde, ohne dass du zu viel Zeit im Auto verbringst.

Mit 3 Tagen deckt der Tagesplan oben die drei Ökosysteme in geografisch sinnvoller Reihenfolge ab: Berg, Wald und Küste. Für den ersten Besuch ist das der richtige Rhythmus.

Mit 5 Tagen kommen Ozette und Quinault dazu. Außerdem hast du Zeit für eine längere Wanderung ab dem Hoh, wo der Wald wirklich still wird und nur noch wenige andere Besucher unterwegs sind.

Häufige Fragen

Wie viele Tage brauchst du für den Olympic National Park?

Mindestens 3 Tage brauchst du, um den Olympic National Park zu besuchen und seine drei wichtigsten Gebiete abzudecken: Berge, Regenwald und Küste. Plane 5 Tage ein, wenn du ausgiebig wandern und abgelegene Gebiete wie Ozette oder den Quinault Rain Forest erkunden möchtest.

Welche Route eignet sich für den Olympic National Park?

Die klassische Route durch den Olympic National Park folgt ab Port Angeles dem Highway 101 im Uhrzeigersinn: Am ersten Tag stehen Hurricane Ridge und Lake Crescent im Norden auf dem Programm, am zweiten Sol Duc und der Hoh Rain Forest im Westen, am dritten Ruby Beach und die Pazifikküste.

Kannst du den Olympic National Park mit dem Auto durchqueren?

Nein. Keine Straße führt durch den Olympic National Park von Osten nach Westen oder von Norden nach Süden. Der Highway 101 umrundet die Olympic Peninsula, und Stichstraßen führen separat in die einzelnen Gebiete.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Olympic National Park?

Juli, August und September sind die trockensten und sonnigsten Monate. In tieferen Lagen liegen die Temperaturen zwischen 18 und 24 °C. Im Winter ist die Küste während der Stürme besonders eindrucksvoll. Alle Monate werden im Guide zur besten Reisezeit im Olympic National Park ausführlich beschrieben.

Wie hoch ist der Eintrittspreis für den Olympic National Park?

Der Eintritt in den Olympic National Park kostet 30 US-Dollar pro Fahrzeug oder 15 US-Dollar pro Person zu Fuß oder mit dem Fahrrad und gilt 7 Tage. Der eigene Jahrespass des Parks kostet 55 US-Dollar. Die Eintrittspreise und Jahrespass-Optionen findest du auf der Seite zu Preisen und Pässen der Nationalparks.

Welche Stadt eignet sich am besten für eine Übernachtung im Olympic National Park?

Port Angeles auf der Nordseite ist für den ersten Besuch der praktischste Ausgangspunkt. Die Stadt bietet die meisten Dienstleistungen und ist mit allen Gebieten verbunden. Forks auf der Westseite eignet sich besser, wenn du den Regenwald und die Küste bevorzugst. Alle Möglichkeiten werden auf unserer Seite zum Übernachten verglichen.

Lohnt sich der Olympic National Park?

Der Olympic National Park lohnt sich, wenn du einen Park abseits der extrem stark besuchten Routen suchst. Die Landschaftsvielfalt auf 100 km ist kaum anderswo zu finden: vergletscherte Berge, jahrhundertealter Mooswald und der Pazifik an ein und demselben Besuchstag.

Musst du für den Eintritt in den Park reservieren?

Für den Eintritt in den Park brauchst du keine Reservierung. Für einige Campingplätze und stark nachgefragte Parkplätze wie Hurricane Ridge im Sommer kann in der Hauptsaison ein System mit Zeitfenstern gelten. Prüfe vor der Abfahrt die aktuellen Informationen auf recreation.gov. Aktuelle Angaben zu Zeitfenstern und Reservierungen findest du auf der Seite des Olympic National Park und auf recreation.gov.