Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Regennasser Nebel hängt zwischen den hohen Sitka-Fichten und Moosen des Hoh Rain Forest.

Wetter im Olympic National Park: Vorhersage, Klima und beste Reisezeit

Von Victoria Boissonade · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Olympic

Der Olympic National Park stellt jede Wettervorhersage auf die Probe. In einer Autostunde durchquerst du einen der regenreichsten Wälder der kontinentalen USA, danach eine sonnige Bucht und schließlich einen nebligen Strand. Drei Mikroklimata liegen in ein und demselben Park nebeneinander. Das macht seinen Reiz aus, kann aber auch zur Falle werden.

Kurz gesagt: Im Olympic National Park herrscht gerade das beste Zeitfenster für einen Besuch. Juli ist der trockenste Monat des Parks. In den Tälern liegen die angenehmen Temperaturen zwischen 18 und 24 °C, und die Trails im Hochgebirge sind endlich schneefrei. Nutze die Gelegenheit: Im September kehren die Regenfälle zurück.

Wetterstation · Olympic 47,80 N

Aktuelle Messwerte sind momentan nicht verfügbar. Die saisonalen Mittelwerte stehen weiter unten.

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Klima im Olympic National Park Monat für Monat

Die folgenden Werte entsprechen den Klimanormalen für die tieferen Lagen am Nordhang im Bereich von Port Angeles, dem wichtigsten Zugang zum Park. Am Westhang in der Hoh Rain Forest fällt vier- bis siebenmal so viel Niederschlag.

Monat Höchsttemp. Tiefsttemp. Niederschlag
Januar 8 °C 2 °C ~105 mm
Februar 9 °C 2 °C ~85 mm
März 11 °C 3 °C ~75 mm
April 14 °C 5 °C ~55 mm
Mai 17 °C 7 °C ~40 mm
Juni 19 °C 10 °C ~30 mm
Juli 23 °C 12 °C ~18 mm
August 23 °C 12 °C ~20 mm
September 20 °C 10 °C ~25 mm
Oktober 15 °C 7 °C ~65 mm
November 10 °C 4 °C ~100 mm
Dezember 8 °C 2 °C ~115 mm

Die Hoh Rain Forest am Westhang bekommt jährlich mehr als 3.500 mm Regen ab. Sie gehört neben bestimmten Regionen in British Columbia und Chile zu den wenigen gemäßigten Regenwäldern der Welt. Luftlinie weniger als 30 km entfernt profitiert die Stadt Sequim von einem so starken Regenschatten, dass dort nur 400 mm ankommen. Zwei Extreme in derselben Landschaft.

Das Klima im Jahresverlauf

Winter (Dezember bis Februar)

In den Tälern bleibt das Wetter mild. Der maritime Einfluss des Pazifiks hält die Temperaturen ausgeglichen, Nachtfröste treten nur gelegentlich auf, und starke Kältewellen sind in tieferen Lagen selten. Es ist eher eine feuchte als eine kalte Jahreszeit. Im Gebirge sieht die Lage völlig anders aus: Auf Hurricane Ridge (1.600 m) fallen große Schneemengen, und die Zufahrtsstraße wird regelmäßig gesperrt, manchmal mehrere Tage hintereinander. Am Westhang regnet es von November bis März fast ohne Unterbrechung.

Frühling (März bis Mai)

Im März und April dominiert weiterhin der Regen. Die Wasserfälle führen dann am meisten Wasser, der Park zeigt sich spektakulär, doch die hoch gelegenen Trails bleiben wegen des Schnees oft bis Mai gesperrt, manchmal sogar bis Juni. Die Bedingungen bessern sich allmählich. Im Mai gibt es an der Küste und in den tiefer gelegenen Wäldern bereits schöne Tage, auch wenn weiterhin Regen möglich ist.

Sommer (Juni bis September)

Das ist das wichtigste Zeitfenster. Juli, August und September sind die drei trockensten Monate des Jahres. In den Tälern steigen die Temperaturen auf 18 bis 24 °C, die alpinen Trails auf Hurricane Ridge sind schneefrei, und an der Küste wechseln sich Morgennebel und Auflockerungen am Nachmittag ab. Trotzdem ist Vorsicht angesagt: Im Juni kann der Küstennebel den ganzen Tag bleiben. Der sogenannte „graue Juni“ im pazifischen Nordwesten ist ein wiederkehrendes und vorhersehbares Phänomen. September ist oft unser Lieblingsmonat: weniger Menschen als im August, goldenes Licht in den Wäldern und stabile Bedingungen.

Herbst (Oktober bis November)

Im Oktober kehrt der Regen zurück, die Flüsse führen mehr Wasser, und das Laub der sommergrünen Bäume färbt sich rot. Für alle, die ihre Regenjacke als Grundausrüstung akzeptieren, ist das eine herrliche Jahreszeit. Im November werden die Bergstraßen nach und nach geschlossen, und winterliche Bedingungen stellen sich ein. Die Besucherzahlen gehen zurück, der Park wird wieder ruhig.

Ist es im Olympic National Park kalt? Rekorde und Extreme

In den Tälern und an der Küste ist extreme Kälte selten. Der maritime Einfluss sorgt für milde Winter und gemäßigte Sommer. Selbst bei den Hitzewellen, die der pazifische Nordwesten seit einigen Jahren erlebt, steigt das Thermometer im Sommer nur selten über 30 °C.

In höheren Lagen zeigen sich die Extreme. Die Gipfel, darunter Mount Olympus (2.432 m), bleiben einen großen Teil des Jahres schneebedeckt und tragen aktive Gletscher. Auf Hurricane Ridge können im Winter heftige Winde auftreten, mit starkem Frost und einer gefühlten Temperatur, die weit unter dem Messwert liegt.

An der Küste solltest du weniger auf die Temperatur als auf den Wind achten. Ein Tag mit 14 °C und kräftigen Böen vom Meer kann sich wie 6 bis 8 °C anfühlen. Nimm auch im Sommer eine zusätzliche Schicht mit, wenn du an ungeschützten Stränden unterwegs bist.

Was du je nach Jahreszeit anziehen und mitnehmen solltest

Das ganze Jahr: Eine leistungsfähige Regenjacke gehört ohne Ausnahme in deinen Rucksack. Im gesamten Park kann es regnen, auch im Juli und sogar am normalerweise trockeneren Osthang.

Sommer (Juli bis September): In den Tälern reicht tagsüber leichte Kleidung, etwa T-Shirt und Wanderhose. Für den Abend ergänzt du eine Fleecejacke, für die Küste eine winddichte Jacke. In den höheren Lagen auf Hurricane Ridge solltest du grundsätzlich eine zusätzliche Schicht einpacken. Der Wind kann auch mitten im Sommer schneidend kalt sein.

Frühling und Herbst: Nimm eine wasserdichte Jacke mit Membran wie Gore-Tex oder vergleichbare Kleidung, mehrere Zwischenschichten und wasserdichte Trail-Schuhe. Die Wege am Westhang können völlig durchnässt sein. Leichte Schuhe ohne Wasserschutz sind dann keine gute Idee.

Winter: Wenn du nach Hurricane Ridge hinauffahren willst, brauchst du Schneeketten. Der NPS schreibt sie an manchen Tagen vor. Dazu kommen warme Kleidungsschichten und winddichte Kleidung. Prüfe am Morgen deines Besuchs den Straßenzustand auf der Website des NPS.

Warnungen und Bedingungen, die du im Blick behalten solltest

Der Olympic National Park ist rund um die Uhr und das ganze Jahr geöffnet, doch mehrere Straßen und Campgrounds schließen saisonal.

Hurricane Ridge Road: Sie ist die Straße im Park, die am empfindlichsten auf das Wetter reagiert. Im Winter wird sie wegen Schneeräumarbeiten oder bei Glatteis häufig gesperrt, manchmal mehrere Tage am Stück. Prüfe die Bedingungen am Vortag und am Morgen deiner Fahrt auf der Website des NPS.

Hochwasser und Erdrutsche: Nach längerem Starkregen, der von Oktober bis März häufig vorkommt, können Gerölllawinen oder steigende Flüsse einzelne Trails und Straßen am Westhang unterbrechen. Die Hoh River Road ist die Strecke, die zeitweise am ehesten unpassierbar wird.

Küstenpassagen bei Ebbe: Mehrere Küsten-Trails führen durch Bereiche, die nur bei Ebbe zugänglich sind. Eine Passage, die um 9 Uhr begehbar ist, kann um 11 Uhr bereits überflutet sein. Informiere dich vor dem Aufbruch über die Gezeitentabellen und frage im nächstgelegenen Visitor Center nach.

Nebel: An der Küste ist er im Sommer häufig, besonders früh am Morgen und am Abend. Meist löst er sich am späten Vormittag auf, kann aber auch länger bleiben. Fahre bei solchen Bedingungen vorsichtig auf dem Küstenabschnitt des US-101. Die Sichtweite kann dort auf wenige Dutzend Meter sinken.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter im Olympic National Park gerade?

Das aktuelle Wetter im Olympic National Park unterscheidet sich je nach Gebiet stark. Am Westhang kann die Hoh Rain Forest unter einer geschlossenen, regnerischen Wolkendecke liegen, während es im Norden des Parks bei Port Angeles aufklart. Die aktuellen Daten in diesem Beitrag liefern dir Echtzeitinformationen.

Wie hoch ist die aktuelle Temperatur im Olympic National Park?

Die aktuelle Temperatur im Olympic National Park hängt von der Höhenlage und dem besuchten Gebiet ab. In den Tälern und an der Küste liegt sie je nach Jahreszeit zwischen 2 und 24 °C. Im Gebirge, etwa auf Hurricane Ridge oder Mount Olympus, kann sie 10 °C oder mehr darunter liegen. Bei starkem Wind fühlt es sich noch kälter an.

Ist es im Olympic National Park kalt?

Dank des maritimen Einflusses des Pazifiks ist extreme Kälte in den Tälern und an der Küste selten. Die Winter bleiben dort mild, anhaltender Frost kommt kaum vor. Auf den Gipfeln und auf Hurricane Ridge herrschen im Winter dagegen strenge alpine Bedingungen mit Schnee, Glatteis und heftigen Winden. An ungeschützten Stränden fühlt sich der Wind oft schneidender an, als das Thermometer vermuten lässt.

Wie solltest du dich für einen Besuch im Olympic National Park anziehen?

Eine leistungsfähige Regenjacke ist unabhängig von der Jahreszeit das ganze Jahr über unverzichtbar. Im Sommer reichen in den Tälern leichte Schichten, ergänzt durch eine winddichte Jacke für die Küste und eine Fleecejacke im Gebirge. Im Frühling und Herbst solltest du komplett wasserdichte Kleidung und wasserdichte Trail-Schuhe wählen. Im Winter kommen Schneeketten hinzu, wenn du nach Hurricane Ridge fährst.

Welches Klima herrscht im Olympic National Park?

Im Olympic National Park herrscht ein gemäßigtes ozeanisches Klima mit drei klar unterscheidbaren Mikroklimata: extrem regenreich im Westen in der Hoh Rain Forest mit mehr als 3.500 mm pro Jahr, neblig und windig an der Pazifikküste sowie dank des Regenschattens der Olympic Mountains deutlich trockener im Osten. Juli, August und September sind die sonnigsten und trockensten Monate.

Wann ist die beste Reisezeit für den Olympic National Park?

Juli, August und September bieten die stabilsten Bedingungen mit wenig Regen und zugänglichen alpinen Trails. Unsere Seite zur besten Reisezeit stellt dir jeden Monat und jede Art von Besuch passend zu deinen Plänen und deinem Budget vor.