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Siebdruck-Illustration: Ein Kalifornischer Kondor gleitet mit weit ausgebreiteten Flügeln vor den hellen Klippen des Zion Canyon.

Wildtiere in Zion: Welche Tiere du sehen kannst und wo

Von Jocelyn Pion · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Zion

In Zion leben in einem einzigen Canyon mehr als 290 Vogelarten, 75 Säugetierarten und rund 30 Reptilienarten. Das ist keine bloße Kulisse, sondern ein lebendiges Ökosystem, das vom Grund der Virgin River bis zu den 2.400 Meter hohen Sandsteinfelsen reicht.

Diese fünf typischen Tiere in Zion gehören auf deine Liste: der Kalifornische Kondor, der Vogel mit der größten Spannweite Nordamerikas, den du von den Höhen des Canyons aus beobachten kannst, das Wüsten-Dickhornschaf als Akrobat an senkrechten Felswänden, der Maultierhirsch als häufigstes Tier des Parks, der Kojote als opportunistischer Jäger, den du oft hörst, bevor du ihn siehst, und der Wanderfalke, der auf Felsvorsprüngen brütet. Auch Pumas streifen durch den Park, doch ihre extreme Scheu macht eine Beobachtung fast immer unmöglich.

Die typischen Tiere in Zion

Der Kalifornische Kondor

Siebdruck-Illustration: Ein Kalifornischer Kondor gleitet mit weit ausgebreiteten Flügeln vor den hellen Klippen des Zion Canyon.

Der Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus) wäre in den 1980er-Jahren beinahe ausgestorben. Seine Wiederansiedlung auf dem Colorado Plateau seit 1996 zählt zu den spektakulärsten Erfolgen des Naturschutzes in den USA. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Spannweite von bis zu 2,90 m und haben einen charakteristischen, rot-orangefarbenen kahlen Kopf. Jungvögel haben einen schwarzen Kopf und weiße Zeichnungen unter den Flügeln.

Oft wird der Kondor mit dem Truthahngeier (Cathartes aura) verwechselt, der deutlich häufiger vorkommt. Achte auf die Größe: Der Truthahngeier ist etwa dreimal kleiner. Bei der Landung bilden seine Flügel ein V, während der Kondor mit flachen Flügeln fliegt. Die nummerierten Kennzeichnungen an den Flügeln der Kondore aus dem Monitoringprogramm bestätigen die Identifizierung.

In Zion gleiten Kondore über der Zion Canyon Scenic Drive, rund um Angels Landing und nahe dem Aussichtspunkt Canyon Overlook. Im Sommer bilden sich ab 9 Uhr thermische Aufwinde. Schau dann nach oben und mustere die Felswände.

Das Wüsten-Dickhornschaf

Siebdruck-Illustration: Ein Wüsten-Dickhornschaf steht auf hellen Sandsteinplatten nahe Checkerboard Mesa.

Das Wüsten-Dickhornschaf (Ovis canadensis nelsoni) bewegt sich dank harter Hufränder und weicher Sohlenpolster über fast senkrechte Felswände. Ausgewachsene Widder tragen eingerollte Hörner, die allein bis zu 14 kg wiegen können. Die Weibchen haben kurze, leicht nach hinten gebogene Hörner.

Am besten entdeckst du sie morgens an sonnigen, felsigen Hängen, im Bereich von Court of the Patriarchs und rund um den Zion-Mount Carmel Tunnel. Im November und Dezember, während der Brunft, stoßen die Widder ihre Hörner gegeneinander. Der Aufprall ist im Canyon noch mehrere hundert Meter weit zu hören. Halte deine Ferngläser auf die Felsbänder gerichtet, also auf die waagerechten Absätze im Gestein. Dort halten sich die Dickhornschafe oft auf halber Höhe auf.

Der Maultierhirsch

Siebdruck-Illustration: Ein Maultierhirsch grast auf einer von Pappeln gesäumten Wiese am Grund des Zion Canyon.

Der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus) wird in Zion am häufigsten beobachtet. Seine großen Ohren, die ihm seinen Namen eingebracht haben, helfen ihm, Gefahren aus größerer Entfernung wahrzunehmen. Du triffst ihn praktisch überall am Canyonboden, in der Nähe des Visitor Center, am Pa'rus Trail und bis zu den Campgrounds South Campground und Watchman Campground.

Die Weibchen bringen ihre Kitze im Frühjahr, im Mai und Juni, zur Welt. Geh niemals auf eine Hirschkuh mit einem Kitz zu. Auch Pflanzenfresser verteidigen ihren Nachwuchs. Wenn ein Hirsch dich direkt ansieht, aufhört zu kauen und die Ohren aufstellt, bist du zu nah. Geh ruhig zurück.

Der Kojote

Siebdruck-Illustration: Ein Kojote durchquert bei Sonnenaufgang vorsichtig das Wüstendickicht auf dem östlichen Plateau von Zion.

Der Kojote (Canis latrans) ist zugleich Jäger und Aasfresser. Seine schlanke Gestalt, die herabhängende Rute und die spitze Schnauze unterscheiden ihn vom Haushund. Nachts hallen seine aneinandergereihten Rufe durch den Canyon und gehören zu den eindrucksvollsten Klängen in Zion.

Kojoten jagen Kaninchen, Nagetiere und Eidechsen. Sobald sich eine Gelegenheit bietet, kommen sie auch zu Picknickplätzen und Parkplätzen. Lass deshalb niemals Lebensmittel unbeaufsichtigt liegen. Ein von Besuchern gefütterter Kojote verliert seine natürliche Scheu und wird schließlich eingeschläfert.

Der Wanderfalke

Siebdruck-Illustration: Ein Wanderfalke fliegt über die steilen Wände von Zion, einem historischen Brutgebiet der Art.

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) brütet seit mehreren Jahrzehnten an den hohen Felswänden des Canyons. Im Sturzflug erreicht er mehr als 300 km/h. Seine schwarze Kappe, die cremefarbene, braun gestreifte Unterseite und sein kompakter Körper machen ihn leicht erkennbar. Verwechsle ihn weder mit dem Merlin, der deutlich kleiner ist, noch mit der Wiesenweihe.

Von März bis Juli werden einige Wegabschnitte nahe den Felswänden vorübergehend gesperrt, um brütende Vögel zu schützen. Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Hinweise im Wanderführer für Zion. Außerhalb der Brutzeit jagen Wanderfalken über der Zion Canyon Scenic Drive und rund um Weeping Rock.

Wo du in Zion Tiere sehen kannst

Der Canyonboden entlang der Virgin River ist frühmorgens und am späten Nachmittag am ergiebigsten. Der befestigte und für Kinderwagen sowie Rollstühle geeignete Pa'rus Trail folgt dem Fluss bis zum Watchman Campground. Auf dieser Strecke kannst du ohne große Anstrengung Hirsche, wilde Truthähne und Goldwaldsänger beobachten.

Die Felswände von Court of the Patriarchs und der Bereich hinter dem Zion-Mount Carmel Tunnel sind die besten Stellen für Dickhornschafe. Beobachte die Felsbänder auf halber Höhe mit dem Fernglas. Dort verbringen die Schafe die heißeste Zeit des Tages.

Der Bereich Kolob Canyons am nordwestlichen Ende des Parks wird deutlich seltener besucht. Bei unserem Besuch im Oktober sahen wir bei Sonnenaufgang eine Gruppe Dickhornschafe die Zufahrtsstraße überqueren. Die Tiere ließen sich von den wartenden Autos nicht beeindrucken. Auch die Waldtiere, etwa Felsenhörnchen und Diademhäher, sind dort leichter zu beobachten.

In der Virgin River selbst lebt der Virgin River Chub, ein endemischer Fisch, der vom Aussterben bedroht ist und auf der Bundesliste steht. Schau in den ruhigen Bereichen zwischen den Stromschnellen auf den sandigen Grund. Manchmal bilden die kleinen, silbrigen Fische dort Schwärme, die du mit bloßem Auge erkennen kannst.

Wann du sie beobachten kannst

Im Morgengrauen und in der Dämmerung: Die meisten Säugetiere in Zion sind dämmerungsaktiv. Sei im Sommer ab 6:30 Uhr am Pa'rus Trail oder am Watchman Trail unterwegs, um Hirsche noch vor der Tageshitze zu sehen.

Im Sommer: Im Canyon steigen die Temperaturen oft über 38 °C. Während der heißesten Stunden zwischen 11 und 16 Uhr ziehen sich die Tiere in den Schatten oder in höhere Lagen zurück. Passe deine Touren entsprechend an. Der Wetterbericht für Zion informiert über Hitzespitzen und die Monsunphasen von Mitte Juli bis September, die ebenfalls die Aktivität der Wildtiere beeinflussen.

Im Frühjahr, von März bis Mai: Dann ist die Artenvielfalt am größten. Zugvögel machen im Canyon Rast, Hirschkühe säugen ihre Kitze, und die Reptilien werden mit den ersten warmen Tagen wieder aktiv.

Im Herbst: Die Brunft der Dickhornschafe beginnt im November. Die Widder kämpfen an den Felswänden. Der Klang der aufeinanderprallenden Hörner trägt weit durch den Canyon. Die kühlen Temperaturen machen es außerdem leichter, Wildtiere mitten am Tag zu beobachten.

Nachts: Graufuchs, Bassaris, Waschbär und mehrere Fledermausarten werden nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Fledermäuse jagen ab Sonnenuntergang über der Virgin River Insekten. Das lohnt sich. Benutze eine rote Stirnlampe, damit du die Tiere weniger störst.

Für eine Übersicht nach Monaten lies unseren Guide zur besten Reisezeit.

Raubtiere und große Tiere in Zion

Der Puma (Puma concolor) steht in Zion an der Spitze der Nahrungskette. Er jagt vor allem Maultierhirsche, insbesondere nachts. Seine Scheu ist so ausgeprägt, dass direkte Sichtungen äußerst selten bleiben. Seine runden Spuren ohne Krallenabdrücke, anders als beim Kojoten, lassen sich nach Regen auf schlammigen Wegen erkennen. Wenn du ihm zufällig begegnest, lauf nicht weg. Mach dich möglichst groß, sprich laut und geh langsam rückwärts, während du Blickkontakt hältst.

Die Great Basin-Klapperschlange (Crotalus lutosus) ist das einzige regelmäßig im Park vorkommende giftige Reptil. Sie ist von März bis Oktober aktiv. Ihr dreieckiger Kopf und das Klappern ihrer Rasseln sind die beiden Warnsignale. Achte auf den Trails darauf, wohin du deine Hände auf den Felsen setzt, und geh nicht durch hohes Gras, ohne vorher nachzusehen.

Der Kojote erfüllt eine wichtige regulierende Funktion. Er hält die Bestände von Kaninchen und Nagetieren im Gleichgewicht. Du findest ihn in praktisch allen Lebensräumen des Parks, vom Canyonboden bis zu den Hochflächen von Kolob.

Der Steinadler (Aquila chrysaetos) hält sich in den höher gelegenen Bereichen des Parks auf. Seine Spannweite von fast 2 m und die großen, im Flug parallel gehaltenen Flügel unterscheiden ihn vom kleineren und schnelleren Wanderfalken.

Wildtiere sicher beobachten

Die 23-Meter-Regel: Der NPS empfiehlt, mindestens 23 m Abstand zu jedem Wildtier zu halten, auch zu Hirschen und Eichhörnchen. Wenn sich das Verhalten des Tieres ändert, etwa wenn es den Kopf hebt, stehen bleibt oder zurückweicht, bist du zu nah. Entferne dich, ohne zu rennen.

Füttere Wildtiere niemals: Das ist nach Bundesrecht verboten und kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Ein gefüttertes Tier verbindet Menschen mit Nahrung, verliert seine natürliche Scheu und wird wegen „aggressiven“ Verhaltens schließlich eingeschläfert. Diese Regel gilt für große Säugetiere ebenso wie für Diademhäher und Eichhörnchen.

Bewahre Lebensmittel richtig auf: Nutze auf dem Campingplatz die an jedem Stellplatz bereitstehenden Metallboxen oder bewahre deine Lebensmittel in einem verschlossenen Fahrzeug auf. Lass nichts in deinen Fahrradtaschen oder in einem am Boden liegenden Rucksack.

Auf den Trails: Mach beim Gehen Geräusche, sprich also oder klopf mit deinen Wanderstöcken, damit ein Puma dich rechtzeitig bemerkt. Wenn du eine Klapperschlange hörst, bleib stehen, finde sie und geh dann in weitem Abstand um sie herum.

Kurz zusammengefasst: Diese Arten solltest du nicht verpassen

Art Bester Spot Beste Zeit
Kalifornischer Kondor Angels Landing, Canyon Overlook Morgens ab 9 Uhr, thermische Aufwinde
Wüsten-Dickhornschaf Court of the Patriarchs, Zion-Mount Carmel Tunnel Morgengrauen; Brunft (November bis Dezember)
Maultierhirsch Pa'rus Trail, South Campground Morgengrauen und Dämmerung
Kojote Watchman Trail, Umgebung des Canyons Morgengrauen, Dämmerung, Nacht
Wanderfalke Zion Canyon Scenic Drive, Weeping Rock Morgens, außerhalb der Brutzeit (August bis Februar)
Puma Spuren auf schlammigen Wegen Zufällige Begegnung, nachts
Klapperschlange Sonnige Felsen, hohes Gras März bis Oktober, tagsüber

In Zion lohnt es sich, langsamer zu werden. Je weniger du in Eile bist, desto mehr Wildtiere zeigen sich.

Häufige Fragen

Welches Tier ist im Zion-Nationalpark am häufigsten?

Das häufigste Tier im Zion-Nationalpark ist der Maultierhirsch. Du begegnest ihm praktisch zu jeder Tageszeit auf den Wegen am Canyonboden, in der Nähe der Campgrounds und ab dem Morgengrauen oder am späten Nachmittag auch an den Parkplätzen.

Welche Tiere sind nachts in Zion unterwegs?

Zu den nachtaktiven Tieren in Zion gehören Kojote, Graufuchs, Bassaris, Waschbär, mehrere Fledermausarten und Puma. Wenn du nach Sonnenuntergang unterwegs bist, stört eine Stirnlampe mit rotem Licht die Wildtiere weniger als weißes Licht.

Welche Raubtiere gibt es in Zion?

Zu den wichtigsten Raubtieren in Zion gehören Puma, der an der Spitze der Nahrungskette steht, Kojote, Wanderfalke und Steinadler. Die Great Basin-Klapperschlange ist das einzige giftige Reptil, das regelmäßig auf den Trails vorkommt.

Welches ist das größte Tier in Zion?

Das größte Landtier in Zion ist der Puma. Ein ausgewachsenes Männchen kann bis zu 90 kg wiegen. Bei der Spannweite ist der Kalifornische Kondor mit seinen 2,90 m von Flügelspitze zu Flügelspitze unübertroffen.