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Siebdruck-Illustration: Die Park Road führt mit dem Shuttle des Lodges durch den Wald zwischen Gustavus und Bartlett Cove.

Glacier Bay mit dem Wohnmobil: Campgrounds, Regeln und Tipps

Von Erika Müller · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Glacier Bay

Kannst du Glacier Bay mit dem Wohnmobil besuchen? Die kurze Antwort lautet: nicht über die Straße. Der Glacier Bay National Park and Preserve liegt im Südosten Alaskas, westlich von Juneau. Keine Straße verbindet ihn mit dem nordamerikanischen Straßennetz. Du erreichst ihn ausschließlich per Flugzeug oder auf dem Wasserweg. Das größte Problem ist weder die Größe deines Fahrzeugs noch sind es Tunnel, durch die du hindurchmusst. Es ist die völlige geografische Abgeschiedenheit des Gebiets.

Dieser Guide erklärt dir genau, was das bedeutet, welche Campingmöglichkeiten es trotzdem gibt und wie du Glacier Bay in eine Alaska-Rundreise mit dem Wohnmobil einbaust.

Kannst du in Glacier Bay mit dem Wohnmobil fahren und campen?

Glacier Bay hat nur eine einzige Straße: Die 16 km lange Strecke verbindet den kleinen Ort Gustavus und seinen Flughafen mit dem Park-Hauptquartier in Bartlett Cove. Es gibt keine Straßenverbindung nach Juneau, keine Verbindung zum Alaska Highway und sonst nichts.

Um ein Wohnmobil nach Gustavus zu bringen, bleibt dir nur das Fährnetz des Alaska Marine Highway System (AMHS). Konkret musst du über den Alaska Highway auf der Straße nach Haines oder Skagway fahren, eine Fähre nach Juneau nehmen und anschließend mit einer zweiten Fähre nach Gustavus weiterreisen. Die Überfahrt ist für ein großes Fahrzeug teuer, die Verbindungen sind selten und der Service nach Gustavus ist saisonabhängig. Für 16 km Straße unter deinen Rädern musst du also mit einer mehrtägigen Logistik rechnen.

In der Praxis: Die große Mehrheit der Besucher, auch Wohnmobilreisende in Alaska, gelangt von Juneau aus per Flugzeug in 15 Minuten oder mit einem Kreuzfahrtschiff nach Glacier Bay. Wenn der Park auf deiner Route liegt, lässt du dein Wohnmobil am sinnvollsten in Juneau oder Haines stehen, machst einen zwei- bis dreitägigen Ausflug und setzt danach deine Reise fort.

Einschränkungen und reglementierte Straßen für Wohnmobile

Die Gustavus-Bartlett-Cove-Straße ist über den größten Teil der Strecke asphaltiert und für Fahrzeuge normaler Größe gut befahrbar. Der NPS veröffentlicht für diesen Abschnitt keine besonderen Längen- oder Höhenbeschränkungen. Auf den 16 km gibt es keinen Tunnel, keine enge Kurve und keine Brücke mit begrenzter Durchfahrtshöhe.

Der Bartlett Cove Campground ist allerdings über einen kurzen Fußweg von einem kleinen Parkplatz aus erreichbar. Dieser Parkplatz ist für Autos und Vans ausgelegt. Ein großes Class-A-Wohnmobil, ein Fifth-Wheel oder ein langer Trailer findet dort keinen geeigneten Stellplatz. Mit einem ausgebauten Van oder einem Class B kommst du in dieser Situation deutlich besser zurecht.

Informiere dich vor der Abfahrt auf der NPS-Website im Bereich „Alerts & conditions“. Die Bedingungen in Alaska, etwa auf den Straßen, bei den Fährverbindungen und beim Wetter, ändern sich zu Beginn und am Ende der Saison schnell.

Die offiziellen Campgrounds des Parks

Bartlett Cove Campground

Das ist der einzige Campingplatz an Land im Park. Er liegt in Bartlett Cove, 16 km von Gustavus entfernt.

  • Stellplätze: Walk-in-Sites, also Plätze mit kurzem Fußweg vom Parkplatz, die für Zelte und leichtes Biwakieren gedacht sind.
  • Anschlüsse (Hookups): keine. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser oder eine Entsorgungsstation.
  • Reservierung: First come, first served. Ein Online-Reservierungssystem gibt es nicht.
  • Preis: kostenlos. Auch Eintritt verlangt der Park nicht.
  • Saison: von Ende Mai bis Anfang September geöffnet.
  • Ausstattung: obligatorisches Schutzsystem gegen Bären für Lebensmittel und Komposttoiletten. Das Wasser vor Ort musst du filtern oder aufbereiten.

Wenn du mit einem kompakten Van oder einem Class B ankommst, kannst du auf dem Parkplatz stehen und dich im Campingbereich einrichten. Für ein großes Wohnmobil ist der Platz dagegen nicht geeignet.

Camping im Backcountry

Glacier Bay bietet außerdem ein weitläufiges Backcountry-Campingprogramm, das du nur mit dem Kajak oder per Boot erreichst. Diese abgelegenen Plätze mitten in der Bay unterliegen einem kostenlosen Permit-System. Die Permits bekommst du im Visitor Center in Bartlett Cove. So übernachtest du auf eine völlig andere und besonders eindrucksvolle Weise im Park.

Wildcampen und Stellplätze rund um Glacier Bay (Boondocking)

Boondocking, wie es im Westen der USA auf BLM-Land, in National Forests und auf informellen Stellplätzen üblich ist, funktioniert hier nicht. Das Gebiet rund um den Park besteht aus geschützter Wilderness. Gustavus selbst ist eine Gemeinde mit einigen hundert Einwohnern und hat keinen öffentlichen, eingerichteten Wohnmobilstellplatz.

Bei privaten Grundstücksbesitzern in Gustavus gibt es gelegentlich informelle Möglichkeiten, doch von einer Saison zur nächsten sind sie nicht garantiert. Prüfe aktuelle Erfahrungsberichte auf Plattformen wie Campendium oder iOverlander, bevor du darauf setzt.

Wenn du in Alaska einen gut ausgestatteten Campingplatz für dein Wohnmobil suchst, bieten Parks wie Denali oder Kenai Fjords deutlich passendere Infrastruktur. Der Camping-Guide für Glacier Bay und der Überblick über Unterkünfte in Glacier Bay behandeln diese Möglichkeiten ausführlich.

Entsorgung, Wasser und Services (Dump Stations)

In Bartlett Cove und im Park gibt es keine Dump Station. Gustavus verfügt nur über sehr eingeschränkte Services. Im Ort ist keine öffentliche Entsorgungsstation bekannt. Wenn du es schaffst, ein Wohnmobil per Fähre hierherzubringen, solltest du bei der Ankunft leere Tanks haben und die Entsorgung vor dem Einschiffen in Juneau erledigen. Fülle deine Frischwassertanks, bevor du Gustavus verlässt. Das Wasser in Bartlett Cove ist ohne Aufbereitung nicht trinkbar.

Welcher Campingplatz passt zu dir?

Glacier Bay hat nur einen einzigen Campingplatz an Land. Die Frage nach dem „besten Stellplatz“ stellt sich hier deshalb etwas anders.

  • Du reist mit einem kompakten Van oder einem Class B: Bartlett Cove ist deine Option. Plane zwei Nächte ein, damit du morgens Kajakausflüge unternehmen und abends Ranger-Programme besuchen kannst.
  • Du bist mit einem großen Wohnmobil unterwegs: Lass das Fahrzeug in Juneau oder Haines stehen, fliege zum Park oder fahre mit dem Schiff und übernachte vor Ort in der Glacier Bay Lodge.
  • Du liebst Camping in der Natur: Die Backcountry-Plätze, die du mit dem Kajak erreichst, sind das Einzigartigste, was der Park zu bieten hat. Hol dir das Permit gleich bei deiner Ankunft im Visitor Center. Im Juli sind sie schnell vergeben.

Ein Wohnmobil mieten, um Glacier Bay zu besuchen

Ein Wohnmobil mietest du in Alaska meist in Anchorage, wo die meisten Vermieter ihren Sitz haben. Einige Agenturen sind auch in Fairbanks tätig. Die klassische Route mit einem Camper führt über Anchorage, die Kenai-Halbinsel, Denali und Fairbanks, eventuell sogar über Dawson City im Yukon. Glacier Bay baust du dann als Flugausflug ab Juneau oder direkt ab Gustavus ein.

Ab Juneau bieten regionale Fluggesellschaften wie Wings of Alaska oder Air Excursions die rund 15-minütige Verbindung nach Gustavus an. In der Hauptsaison gibt es außerdem ab Bartlett Cove eintägige Bootsausflüge in die Bay. Flugzeiten und Reservierungen für Flüge und Bootsausflüge findest du im Guide zur Anreise nach Glacier Bay.

Wohnmobil und Tiere, Budget, Reservierung: Das musst du wissen

Tiere: Hunde sind auf den Trails des Parks und im Backcountry nicht erlaubt. Im Bereich von Bartlett Cove und in den Gemeinschaftsbereichen dürfen sie angeleint mitgeführt werden. Frag bei deiner Ankunft die Ranger, in welchen Bereichen Hunde erlaubt sind.

Budget: Der Eintritt in den Park ist kostenlos, ebenso das Campen im Bartlett Cove Campground. Die eigentlichen Kosten entstehen an anderer Stelle: bei der Fähre, deren Preis stark von der Fahrzeuggröße und der gewählten Route abhängt, beim Inlandsflug ab Juneau und beim in Alaska teureren Treibstoff. Der Guide zu den besten Reisezeiten für Glacier Bay zeigt dir Monat für Monat, wann der Besuch am günstigsten ist und wie du Kosten begrenzen kannst.

Wetter und Ausrüstung: Im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen zwischen 10 und 15 °C. Regen gehört in diesem Teil des Südostens von Alaska zum Alltag. Nimm wasserdichte Stiefel, vollständige Regenkleidung und warme Schichten aus Wolle oder Fleece mit. April, Mai und Juni sind die trockensten Monate. Im September und Oktober regnet es am meisten.

Wann solltest du reservieren? Für das Camping an Land brauchst du keine Reservierung, denn es gilt First come, first served. Flüge nach Gustavus und Bootsausflüge in die Bay solltest du dagegen im Juli frühzeitig buchen. Der NPS regelt die Zahl der Boote in der Bay. Wie viele gleichzeitig unterwegs sein dürfen, ist zum Schutz des Ökosystems begrenzt.

Zusammenfassung: Unser Wohnmobil-Plan für Glacier Bay

Glacier Bay ist kein Park, in dem du nach einem langen Fahrtag einfach die Markise ausfährst. Die geografische Abgeschiedenheit gehört von Anfang an in deine Planung und sollte dich nicht erst vor Ort überraschen.

Unsere Empfehlung: Plane deine Alaska-Route mit dem Wohnmobil über Parks, die du auf der Straße erreichst, etwa Denali, Kenai Fjords und Wrangell-St. Elias. Heb dir Glacier Bay für einen zwei- bis dreitägigen Flugausflug ab Juneau auf und campe mit einem Zelt im Bartlett Cove Campground. Genau das macht diesen Park so außergewöhnlich: Seine Abgeschiedenheit schützt ihn. Du wirst dort keinen Konvoi aus Class-A-Wohnmobilen sehen, und das ist auch gut so.

Häufige Fragen

Kannst du im Glacier Bay National Park mit einem Campervan campen?

Du kannst in Glacier Bay mit einem ausgebauten Van oder einem Class B campen, sofern du das Fahrzeug über das Alaska Marine Highway System per Fähre dorthin bringst. Der Parkplatz am Bartlett Cove Campground nimmt kompakte Fahrzeuge auf. Vor Ort gibt es weder Hookups noch eine Dump Station. Verwechsle Glacier Bay in Alaska nicht mit dem Glacier National Park in Montana. Dieser ist über das US-Straßennetz auf dem Landweg erreichbar.

Wie sieht Glacier Bay aus?

Glacier Bay ist eine tiefe Bay im Südosten Alaskas, umgeben von schneebedeckten Bergen und Gletschern, die direkt ins Wasser kalben. In der Nähe der Gletscherfronten wächst nur wenig Vegetation, weil das Gelände nach dem Rückzug des Eises gerade erst wieder besiedelt wird. In tieferen Lagen ist der boreale Wald dicht. Die Atmosphäre ist wild, feucht und oft neblig.

Wie viel kostet ein Wohnmobilstellplatz auf einem Campingplatz im Durchschnitt?

Der einzige offizielle Campground in Glacier Bay, der Bartlett Cove Campground, ist vollständig kostenlos. Es handelt sich um einen Walk-in-Campground ohne RV-Infrastruktur, also ohne Hookups, Entsorgungsstation oder ausgebaute Stellflächen. Wenn du einen Campingplatz mit Stromanschlüssen suchst, findest du die nächstgelegenen Möglichkeiten in Juneau, mehrere Fährstunden entfernt.

Ist der Glacier Bay National Park für Wohnmobile zugänglich?

Von außerhalb ist Glacier Bay nicht über die Straße erreichbar. Die Anreise erfolgt ausschließlich per Flugzeug oder Schiff. Theoretisch kannst du ein kompaktes Wohnmobil mit dem Alaska Marine Highway System dorthin bringen, doch dafür brauchst du eine teure, mehrtägige Logistik. Fast alle Besucher kommen per Flugzeug aus Juneau oder mit einem Kreuzfahrtschiff.