Wildtiere in American Samoa: Welche Tiere du sehen kannst und wo
American Samoa verbindet zwei Ökosysteme in einem Nationalpark: Auf der einen Seite wächst ursprünglicher Regenwald an den Vulkanhängen der Inseln, auf der anderen liegt eines der besterhaltenen Korallenriffe im Südpazifik. Fünf Tiere und Tiergruppen solltest du dir besonders merken: den Samoa-Flughund (das einzige einheimische Landsäugetier des Archipels), die Grüne Meeresschildkröte, den Buckelwal (von Juli bis September), den Kardinal-Honigfresser unter den Waldvögeln und die Rifffische (mehr als 950 erfasste Arten in den Parkgewässern). Hier gibt es praktisch keine großen einheimischen Landraubtiere. Die eigentliche wilde Artenvielfalt entdeckst du unter der Wasseroberfläche.
Die typischen Tiere im National Park of American Samoa
Der Samoa-Flughund: der pe'a des Waldes

Der Samoa-Flughund (Pteropus samoensis), auf Samoanisch pe'a, ist das Wappentier des Archipels. Die große fruchtfressende Fledermaus erreicht eine Flügelspannweite von mehr als einem Meter. Ihre Besonderheit ist in ihrer Ordnung selten: Sie ist tagaktiv. Wenn du mittags einen dunklen Schatten über dem Blätterdach gleiten siehst, bildest du dir das also nicht ein. Genau das ist der Samoa-Flughund. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Bestäubung und der Verbreitung von Samen der Regenwaldbäume. Ohne ihn wäre die langfristige Erneuerung der Vegetationsdecke gefährdet.
Eine zweite Art lebt ebenfalls im Park: der Pazifische Flughund (Pteropus tonganus), der größer und stärker nachtaktiv ist. Um beide Arten im Flug zu unterscheiden, achte auf das Rückenfell. Der Samoa-Flughund trägt dort einen gut sichtbaren goldenen Fleck, der seinem Verwandten fehlt. Beide Arten stehen innerhalb der Parkgrenzen unter Schutz.
Grüne Meeresschildkröte und Echte Karettschildkröte

Zwei Arten von Meeresschildkröten halten sich in den Parkgewässern auf. Die Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas) ist am häufigsten. Du siehst sie beim Abweiden von Seegraswiesen oder beim Ruhen unter Korallenüberhängen. Die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) ist kleiner, an ihrem gekrümmten Schnabel zu erkennen, ernährt sich bevorzugt von Schwämmen und zeigt sich zurückhaltender. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der IUCN. Für sie ist der Park ein wirksames Schutzgebiet.
Beim Schnorcheln rund um die Riffe von Ofu sind Begegnungen regelmäßig möglich, manchmal nur zwei oder drei Meter vom Ufer entfernt. Das richtige Verhalten ist einfach: nicht berühren, nicht verfolgen und dich niemals zwischen Schildkröte und Wasseroberfläche stellen.
Der Buckelwal: saisonaler Besucher der Südhalbkugel

Buckelwale (Megaptera novaeangliae) ziehen jedes Jahr in die warmen Gewässer des Südpazifiks, um sich fortzupflanzen und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Die beste Beobachtungszeit reicht von Juli bis September, also im Südhalbkugel-Winter. Dann sind Weibchen und Kälber an der Oberfläche besonders aktiv. Von den Küstenhöhen auf Tutuila kannst du manchmal Blasfontänen am Horizont erkennen. Von Pago Pago aus starten organisierte Bootstouren, bei denen du die Tiere unter Einhaltung der vorgeschriebenen Abstände näher beobachten kannst. Von einem Boot aus gilt ein Mindestabstand von 100 Metern.
Wald- und Küstenvögel

Die Vogelvielfalt von American Samoa ist für ein so kleines Gebiet bemerkenswert. Nach diesen Arten lohnt es sich besonders Ausschau zu halten:
- Der Kardinal-Honigfresser (Myzomela cardinalis): Das Männchen ist blutrot und schwarz, unverwechselbar und in den blühenden Bäumen des Tieflandwaldes häufig zu sehen.
- Der Samoa-Star (Aplonis atrifusca): Die endemische Art mit dunkelbraunem Gefieder wird im Blätterdach oft in Gruppen beobachtet.
- Der Weißschwanz-Tropikvogel (Phaethon lepturus): Der große weiße Meeresvogel mit langen mittleren Schwanzfedern brütet in den Küstenklippen und gleitet mit verblüffender Eleganz über die Lagune.
- Der Pazifische Goldregenpfeifer (Pluvialis fulva): Der Zugvogel ist in der Übergangszeit auf offenen Küstenflächen anzutreffen.
Komm für die Waldvögel früh am Morgen, vor 8 Uhr. Dann ist der Gesang besonders dicht, und in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang suchen viele Vögel aktiv nach Nahrung.
Rifffische und Korallenfauna

Das Riff von Ofu gilt Meeresökologen als eines der artenreichsten im amerikanischen Pazifik. In den Parkgewässern wurden mehr als 950 Fischarten bestimmt. Papageifische (Scaridae), die Korallen abweiden, blaue Doktorfische, Clownfische zwischen ihren Seeanemonen und große Muränen, die unter Korallenköpfen liegen: Jeder Ausflug zeigt dir eine neue Szene. Nachts kommen die Kraken heraus, Stachelrochen gleiten über den sandigen Boden der Pässe, und Langschnauzendelfine (Stenella longirostris) zeigen sich regelmäßig vor der Küste von Tutuila.
Wo du die Tiere im Park beobachten kannst
Der Park erstreckt sich über drei Inseln, und jede bietet ein eigenes Beobachtungsgebiet.
Insel Tutuila (Vatia, Pago Pago). Der Wald oberhalb des Dorfs Vatia ist der klassische Ort, um tagsüber Samoa-Flughunde zu beobachten. Von den Graten reicht der Blick über Pago Pago Bay. Mit etwas Glück entdeckst du dort auch Delfine an der Oberfläche. Pago Pago ist während der Walsaison der natürliche Ausgangspunkt für Bootstouren. Die Trails zu diesen Beobachtungspunkten werden auf unserer Wanderseite beschrieben.
Insel Ofu. Für Meerestiere hat diese Insel oberste Priorität. Ofu Beach grenzt an eine flache Lagune, in der du wenige Meter vom Ufer entfernt schnorcheln kannst, ohne eine autonome Tauchausrüstung zu benötigen. Grüne Meeresschildkröten, Schwärme von Doktorfischen und Papageifischen wechseln sich entlang des Riffs ab. Für die Beobachtung unter Wasser ist dies der zugänglichste Ort im Park.
Insel Ta'u. Der Regenwald von Ta'u ist der ursprünglichste der drei Inselwälder. Hier wachsen einige der ältesten Bäume des Archipels. Endemische Vögel lassen sich dort leichter beobachten als auf Tutuila, weil sie weniger durch Menschen gestört werden. Auch der Samoa-Flughund nistet hier in großer Zahl.
Für die Öffnungszeiten des Visitor Centers, das unter der Woche von 8 bis 15 Uhr geöffnet ist, und für die Bedingungen der Überfahrt zwischen den Inseln solltest du vor der Abreise unseren kompletten American-Samoa-Reiseführer lesen.
Wann du Wildtiere beobachten kannst
Tiere gibt es das ganze Jahr über, aber für manche Arten sind bestimmte Zeitfenster entscheidend.
Buckelwale. Nur von Juli bis September, während des Südhalbkugel-Winters. Außerhalb dieses Zeitraums sinken die Chancen auf eine Sichtung fast auf null.
Meeresschildkröten. Sie sind das ganze Jahr über am Riff anzutreffen. Beim Schnorcheln am Tag, zwischen 10 und 16 Uhr, wenn die Sonne hoch steht, ist die Sicht unter Wasser am besten.
Flughunde. Sie sind von der Morgendämmerung bis zum späten Nachmittag aktiv. Besonders viel Bewegung gibt es bei Sonnenaufgang und am Tagesende, wenn sie zu ihren Schlafbäumen zurückkehren. Bei bedecktem Himmel sind sie tagsüber oft aktiver.
Waldvögel. Die ersten beiden Stunden nach Sonnenaufgang eignen sich das ganze Jahr über am besten. Die Trockenzeit von Juni bis September erleichtert Wege durch den Wald. Die Trails sind dann weniger schlammig, und das Wandern unter dem Blätterdach ist angenehmer.
Der Reiseführer zur besten Reisezeit für American Samoa erklärt die klimatischen Rhythmen des Parks Monat für Monat und zeigt, wie sie sich auf die einzelnen Beobachtungsaktivitäten auswirken.
Raubtiere und große Tiere im Park
American Samoa ist ein Sonderfall im Netzwerk der amerikanischen Nationalparks: Im Park gibt es keine großen einheimischen Landraubtiere. Die Flughunde sind die größten Säugetiere, denen du im Wald begegnen wirst. Das Erlebnis beim Wandern unterscheidet sich deshalb deutlich von Yellowstone oder den Everglades, wo mögliche Begegnungen mit Raubtieren den gesamten Besuch prägen.
Im Meer sieht die Lage anders aus. Haie halten sich regelmäßig in den Parkgewässern auf: Weißspitzen-Riffhaie (Triaenodon obesus), Graue Riffhaie (Carcharhinus amblyrhynchos) und gelegentlich Tigerhaie (Galeocerdo cuvier) in tiefen Passagen. Zwischenfälle mit Badenden oder Tauchern sind selten, trotzdem gelten einige einfache Regeln: Tauche nachts nicht ohne Begleitung, meide bei auflaufender Tide Passagen, die du nicht kennst, und lass glänzenden Schmuck im Bungalow.
Barrakudas sind am Riff häufig. Sie wirken beeindruckend, verhalten sich Tauchern gegenüber aber kaum aggressiv, solange du sie nicht provozierst.
Wildtiere sicher beobachten
Flughunde: mindestens 30 Meter Abstand. Nähere dich den Schlafbäumen nicht und füttere die Tiere unter keinen Umständen. Ein gestresster Flughund kann beißen. Direkter Kontakt ist unbedingt zu vermeiden.
Meeresschildkröten: kein Kontakt. Halte mindestens 3 Meter Abstand und stelle dich niemals zwischen Schildkröte und Wasseroberfläche. Wenn sie zum Atmen auftauchen will und du den Weg versperrst, bringst du sie unmittelbar in Gefahr.
Korallen: nicht berühren. Wenn du auf Korallen trittst oder dich darauf abstützt, tötest du die Polypen und zerstörst in wenigen Sekunden, was über Jahrzehnte gewachsen ist. Gute Tarierung beim Schnorcheln reicht aus, um jeden Kontakt zu vermeiden. Auch Tauchhandschuhe sind keine Ausrede. Korallen müssen unberührt bleiben.
Buckelwale: 100 Meter Abstand vom Boot. Wenn Wale in weniger als 300 Metern Entfernung auftauchen, reduziere die Geschwindigkeit auf unter 13 km/h oder stelle den Motor ab.
Haie: Verhaltensweisen vermeiden, die sie anlocken. Gehe mit offenen Wunden nicht ins Wasser, schwimme in tiefen Passagen nicht allein und nähere dich keinen Stellen, an denen gerade Fische gefressen werden.
Kurz zusammengefasst: Diese Arten solltest du nicht verpassen
| Art | Wo | Beste Zeit |
|---|---|---|
| Samoa-Flughund | Wald von Vatia, Ta'u | Sonnenaufgang und Sonnenuntergang |
| Grüne Meeresschildkröte | Riff von Ofu | 10 bis 16 Uhr, beim Schnorcheln |
| Buckelwal | Vor der Küste von Tutuila | Juli bis September |
| Kardinal-Honigfresser | Blätterdach von Ta'u und Tutuila | Vor 8 Uhr morgens |
| Rifffische | Lagune von Ofu | Den ganzen Tag |
Häufige Fragen
Welche Tiere sind auf Samoa endemisch?
Zu den bekanntesten endemischen Tieren Samoas, die innerhalb der Grenzen des Nationalparks vorkommen, zählen der Samoa-Flughund (Pteropus samoensis) und der Samoa-Star (Aplonis atrifusca). Auch mehrere Rifffischarten sind in den Gewässern des samoanischen Südpazifiks endemisch.
Welche Tiere gibt es in American Samoa?
In American Samoa wird die Tierwelt an Land von Flughunden und tropischen Waldvögeln geprägt, im Meer von Meeresschildkröten, Rifffischen mit mehr als 950 Arten und Riffhaien. Kein großes Landsäugetier ist im Archipel heimisch. Die Flughunde sind die einzigen einheimischen Vertreter dieser Gruppe.
Was ist das Nationaltier Samoas?
Das Nationaltier Samoas ist der Samoa-Flughund (Pteropus samoensis), auf Samoanisch pe'a genannt. Diese große, tagaktive, fruchtfressende Fledermaus steht innerhalb des Nationalparks unter strengem Schutz und ist ein unverzichtbares Glied im Ökosystem des Inselregenwaldes.
Welche Säugetiere leben in American Samoa?
Die einheimischen Landsäugetiere von American Samoa beschränken sich auf die beiden Flughundarten (Pteropus samoensis und Pteropus tonganus). Im Meer halten sich Buckelwale und Langschnauzendelfine (Stenella longirostris) saisonal oder regelmäßig in den Parkgewässern auf.