Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Illustriertes Poster des Nationalparks American Samoa

Den National Park of American Samoa besuchen: der komplette Guide

Von Erika Müller · ~10 Min. Lesezeit · Daten: National Park Service

Bundesstaat : AS Status : Eintritt : gratuit ou pass Klima : Tropical. Sieh das aktuelle Wetter in American Samoa

Der National Park of American Samoa ist der einzige Park des amerikanischen Netzwerks südlich des Äquators, rund 4.000 km südwestlich von Hawaii mitten im Südpazifik. Er schützt weder einen Canyon noch Geysire, sondern tropischen Regenwald, Korallenriffe und die samoanische Lebensweise, das faʻa Samoa, die in den Dörfern am Parkrand noch lebendig ist. Plane mindestens drei Tage auf der Hauptinsel Tutuila ein und eine gute Woche, wenn du die abgelegenen Inseln Taʻu und Ofu erreichen möchtest. Der Eintritt ist kostenlos, eine Reservierung brauchst du nicht. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, in den Park zu gelangen, sondern überhaupt hinzukommen.

Hier bekommst du unseren Gesamtüberblick für die Reiseplanung. Du erfährst, wo du deine Tage einplanen solltest und findest den Weg zu den Details. Zu jeder wichtigen Frage gibt es einen eigenen Guide. Folge einfach den Links im Text.

Die Amerikanisch-Samoa-Inseln kurz erklärt: Wo liegt der Park und wie kommst du hin?

Das Gebiet von American Samoa besteht aus mehreren Vulkaninseln. Der Park erstreckt sich über drei davon: Tutuila, die größte und bevölkerungsreichste Insel, Taʻu und Ofu. Die beiden letztgenannten bilden zusammen mit Olosega weiter östlich die Inselgruppe Manuʻa. Das Besondere an diesem Park ist, dass ihm kein eigenes Land gehört. Er funktioniert über Pachtvereinbarungen mit samoanischen Dörfern. Dazu zählen Vatia, Pago Pago, Fagasa und Afono auf Tutuila, Fitiuta und Faleasao auf Taʻu sowie ein Bereich auf Ofu. Du passierst daher keine Eingangsschranke, sondern bewegst dich auf Gemeinschaftsland, das Besuchern offensteht.

Das Visitor Center liegt im Dorf Pago Pago gegenüber der Tankstelle Pago Way. Hier startest du am besten: Du bekommst Karten, gegebenenfalls Permits für bestimmte Trails, Informationen zu vorübergehenden Sperrungen und Hinweise zu den örtlichen Gepflogenheiten. Es ist werktags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Der Park selbst ist das ganze Jahr über rund um die Uhr zugänglich.

Der einzige Zugang zum Gebiet führt über den internationalen Flughafen Pago Pago (Tafuna) auf Tutuila. Die meisten Reisenden fliegen über Honolulu auf Hawaii und nehmen dort eine Verbindung nach Pago Pago. Die Manuʻa-Inseln Taʻu und Ofu erreichst du anschließend mit kleinen Inlandsflugzeugen. Die Flugpläne sind begrenzt und manchmal unzuverlässig. Weiter unten gehen wir darauf ein, denn diese Logistik bestimmt deine gesamte Reise.

Lage von American Samoa in den USAKarte der USA in Albers-Projektion.American Samoaist in der Region markiert « Hawaï & outre-mer », liegt inAmerikanisch-Samoa.
American Samoaliegt inAmerikanisch-Samoa, in der Region Hawaï & outre-mer.

Eintrittspreise, Pässe und Reservierungen

Die gute Nachricht für dein Budget: Der Eintritt in den National Park of American Samoa ist kostenlos. Es wird keine Eintrittsgebühr erhoben und für den Besuch brauchst du keine Reservierung. Mit deinem America the Beautiful Pass kommst du also nicht durch eine Schranke. Trotzdem bleibt der Park ein seltener Stempel für deine Sammlung. Unser Guide Preise und Pässe für Nationalparks erklärt dir die Eintrittsgebühren und Jahreskarten. Im Guide Passport und Stempel erfährst du, wie du die Stempel sammelst.

Die größten Ausgaben entstehen an anderer Stelle: bei den langen und teuren Flügen, den Verbindungen zu den Manuʻa-Inseln, der Unterkunft und dem Mietwagen. Kurz gesagt: Der Zugang zum Park kostet nichts, aber die Anreise nach American Samoa erfordert ein ordentliches Transportbudget.

Reservierungen, Permits und Regeln, die du beachten solltest

Reservierungen

Für den Zugang zum Park ist keine Reservierung erforderlich. Das Visitor Center ist an Werktagen ohne Termin geöffnet. Bei den Unterkünften auf Ofu und Taʻu sieht es anders aus. Das Angebot ist dort äußerst begrenzt, deshalb musst du mehrere Monate im Voraus planen.

Besondere Regeln im Park und in den Dörfern

Der Park wird gemeinsam mit den örtlichen Gemeinden verwaltet. Einige ihrer Grundstücke gehören aufgrund von Landvereinbarungen zum Parkgebiet. Deshalb gelten konkrete Regeln, die du vor deiner Abreise kennen solltest.

Trage in und rund um die Dörfer bedeckende Kleidung, also Schultern und Knie bedeckt. Badekleidung passt an den Stränden und auf Trails fernab von Wohnhäusern, aber nicht auf den Dorfstraßen. Sonntags halten die Dörfer eine strenge religiöse Ruhe ein. Meide an diesem Tag bewohnte Bereiche, Lärm in der Nähe der Häuser und laute Aktivitäten. Das ist keine bloße Höflichkeitsempfehlung, sondern eine wichtige kulturelle Regel, an die sich die gesamte Gemeinschaft hält.

Das Fischen in den Meeresbereichen des Parks ist geregelt und je nach Sektor eingeschränkt. Informiere dich im Visitor Center, bevor du fischst oder etwas sammelst. Einzelne Trails oder Bereiche können wegen Bauarbeiten oder aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen sein. Prüfe deshalb vor deiner Abreise die aktuellen Hinweise auf der offiziellen NPS-Website.

Wie bewegst du dich im Park fort?

Auf Tutuila verläuft die Hauptstraße an der Küste entlang und führt zur Pago-Pago-Bucht. Für deine Fortbewegung hast du zwei Möglichkeiten: Ein Mietwagen ist am flexibelsten, wenn du Trailheads erreichen möchtest. Die berühmten samoanischen Busse, die aiga bus, sind bunt, günstig und fahren ohne festen Fahrplan. Sie bieten dir sofortigen Kontakt zum Alltag, sind für ein eng getaktetes Programm aber wenig zuverlässig. Du fährst auf der rechten Seite. Die Straßen sind oft schmal und hügelig, deshalb solltest du dein Tempo anpassen und die örtlichen, in den Dörfern niedrigen Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten.

Die Parkbereiche sind nicht alle miteinander verbunden. Jede Insel funktioniert als eigene Einheit mit einem eigenen Zugang per Flugzeug. Für die Strecke von Tutuila nach Taʻu oder Ofu musst du wieder ins Flugzeug steigen. Zwischen den Inseln gibt es weder Straßenverbindungen noch Brücken. Das ist der wichtigste Faktor für deine Planung, denn ein ausgefallener Inlandsflug kann den gesamten weiteren Reiseverlauf verschieben.

Wie viel Zeit brauchst du für den National Park of American Samoa?

Das hängt davon ab, was du erleben möchtest. Für Tutuila mit Visitor Center, den Aussichtspunkten über die Bucht, dem Mount ʻAlava Trail, dem Dorf Vatia und dem Blick auf Pola Island solltest du drei volle Tage einplanen. Das ist die häufigste Variante, weil Tutuila den Flugzugang und die meisten Dienstleistungen bündelt.

Wenn du die Manuʻa-Inseln ergänzen möchtest, plane großzügig eine Woche bis zehn Tage ein. Ofu Beach, der oft zu den schönsten Stränden des Pazifiks gezählt wird, und der Aufstieg auf den Mount Lata auf Taʻu lohnen den Umweg. Die Fluglogistik bleibt jedoch unberechenbar. Wir empfehlen dir immer, Puffertage einzuplanen. Ein verschobener Inlandsflug ist besser als ein verpasster internationaler Flug. Ein zu straff geplanter Aufenthalt kostet dich hier Stress und keine schönen Erinnerungen.

Was kannst du im Park sehen und unternehmen?

Das Herz des Parks erschließt sich Insel für Insel. Jeder Bereich hat seinen eigenen Charakter, Zugang und Rhythmus. Hier findest du den Überblick. Die Details zu Aktivitäten und Trails stehen in den jeweiligen Spezialseiten.

Reisetagebuch · 3 Bereiche

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Tutuila, die Ankunftsinsel

Hier beginnen die meisten Besuche und enden oft auch hier. Der Mount ʻAlava Trail steigt vom Fagasa Pass zu einem aussichtsreichen Grat über der Pago-Pago-Bucht an, einem ehemaligen Vulkankrater, den der Ozean gefüllt hat. Das Dorf Vatia an der Nordküste bietet einen Blick auf eine der meistfotografierten Landschaften des Parks: die Felsspitzen von Pola Island, auch „Cockscomb“ genannt, die Seevögeln als Rückzugsort dienen. Dazwischen bedeckt tropischer Regenwald die Hänge. Dort leben Flughunde, große fruchtfressende Fledermäuse, die auf Samoanisch peʻa heißen und am späten Nachmittag durch die Luft gleiten.

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Taʻu, die wilde Insel der Manuʻa-Gruppe

Das abgelegenere Taʻu bietet unberührte Natur. Der Mount Lata ist mit fast 970 m der höchste Punkt des Gebiets und erhebt sich über einige der höchsten Küstenklippen der Region. Der Ort Saua auf dieser Insel spielt in der polynesischen mündlichen Überlieferung eine zentrale Rolle. Du kommst zum Wandern, für die Ruhe und für ein Eintauchen in eine Gegend mit kaum vorhandener Infrastruktur.

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Ofu und Olosega, das Riff zum Greifen nah

Ofu ist die Adresse fürs Schnorcheln. Der von einem lebendigen Korallenriff gesäumte Strand ermöglicht dir, wenige Meter vom Ufer entfernt und ohne Boot bunte Fische und Korallen zu beobachten. Die Atmosphäre erinnert an eine fast menschenleere Insel. Der Zugang ist noch schwieriger als nach Taʻu und hält dadurch ganz natürlich viele Besucher fern.

Die schönsten Wanderungen im Park

Wandern ist die beste Art, diesen Park zu erleben. Auf Tutuila gehören der Mount ʻAlava Trail und die Schleife hinunter nach Vatia zu den wichtigsten Touren. Die Küstenvariante, der Pola Trail und der Alava Adventure Trail, führt über Leitern und an Seilen entlang. Auf Taʻu verlangen die Wege zu den Höhen und Klippen mehr Einsatz und stabiles Wetter. Viele Abschnitte führen durch tropischen Regenwald. Feuchtigkeit, Schlamm und rutschige Wurzeln gehören hier zum Alltag, deshalb solltest du gute Schuhe tragen.

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Tier- und Pflanzenwelt beobachten

Der Park schützt drei Lebensräume: tropischen Regenwald, der paläotropisch geprägt und im amerikanischen Parknetz einzigartig ist, Korallenriffe und Küstengewässer. An Land sind Flughunde die Stars. Zwei Arten tagaktiver Fruchtfledermäuse spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung des Waldes. Außerdem wirst du viele Seevögel sehen, besonders rund um Pola Island.

Im Meer beherbergen die Riffe eine große Vielfalt an Fischen, Korallen und Schildkröten. Vom Ende des Südsommer-Winters bis in den Herbst halten sich Buckelwale in den Gewässern des Südpazifiks auf und lassen sich manchmal von der Küste aus beobachten. Schnorcheln auf Ofu ist der einfachste Zugang zu dieser Unterwasserwelt.

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Wann solltest du den Park besuchen?

Das Klima ist tropisch, also das ganze Jahr über warm und feucht. Häufige Schauer können wenige Minuten oder einen ganzen Tag dauern. Es gibt zwei Jahreszeiten. Die warme Regenzeit reicht von Oktober bis Mai und bringt ein erhöhtes Risiko für tropische Stürme mit sich. Die Monate Juni bis September sind etwas kühler und trockener. Diese Zeit bevorzugen wir zum Wandern und Schnorcheln. Die Niederschlagsmenge ist enorm: In den trockensten Bereichen fallen etwa 3.200 mm pro Jahr, auf den niederschlagsreichsten Gipfeln fast 7.600 mm.

Der ausführliche Reiseführer Wann nach American Samoa reisen? Beste Reisezeit und Wetter Beste Reisezeit für den National Park of American Samoa Reiseführer lesen →

Wo kannst du im Park und in der Umgebung übernachten?

Der Park verfügt selbst weder über Hotels noch über ausgebaute Campgrounds. Unterkünfte findest du in den Dörfern, vor allem rund um Pago Pago auf Tutuila, wo es einige Hotels und Pensionen gibt. Besonders eindrucksvoll ist ein Homestay bei samoanischen Familien. Das Programm bietet dir einen direkten Einblick in das faʻa Samoa. Auf den Manuʻa-Inseln ist das Angebot sehr klein. Buche deshalb lange im Voraus.

Rund um den Park: Was kannst du in der Umgebung unternehmen?

Auch außerhalb der Parkgrenzen lohnt es sich, den Aufenthalt auf Tutuila zu verlängern. Der Markt von Fagatogo, die Kava-Kultur, die Gottesdienste am Sonntag, an dem die Sonntagsruhe strikt eingehalten wird, und der Einblick in die Organisation der Dörfer geben der Reise ihre menschliche Tiefe. Ein Besuch hier ist ebenso kulturell wie landschaftlich. American Samoa besichtigst du nicht wie einen Park im Westen der USA, den du einfach abhaken kannst.

Alle Rubriken des Guides

Damit du jedes Thema gründlich behandeln kannst, findest du hier alle Rubriken nach Themen geordnet.

Vorbereiten und orientieren

  • Anreise und Verkehr: Flüge, Verbindungen zwischen den Inseln und Ankunft in Pago Pago.
  • Unterwegs vor Ort: samoanische Busse, Mietwagen und Autofahren.
  • Karte: die Geografie der drei Inseln auf einen Blick.
  • Reiseplan und Dauer: Programme für drei Tage oder eine Woche.

Die richtige Reisezeit wählen

  • Beste Reisezeit: das beste Zeitfenster, Trockenzeit oder Regenzeit.
  • Wetter: Temperaturen, Regen und tropische Stürme Monat für Monat.
  • Praktische Infos, Regeln und Sicherheit: Gepflogenheiten im Dorf, Permits und Vorsichtsmaßnahmen.

Den Park erleben

  • Was tun: das vollständige Verzeichnis der Aktivitäten.
  • Wanderungen: Trails, Höhenmeter und Schwierigkeiten.
  • Tierwelt: Flughunde, Seevögel und das Leben im Riff.
  • Mit der Familie: der Park mit Kindern.

Übernachten und essen

  • Übernachten, Hotels und Lodges, Camping, Wohnmobil: alle Unterkunftsformen.
  • Essen gehen: samoanische Küche, Adressen und Sonntagsmahlzeiten.

Unsere Einschätzung: Lohnt sich der National Park of American Samoa?

Ja, aber wir sollten die Dinge beim Namen nennen. Das ist kein Ziel für einen Zwischenstopp und kein Park, den du nebenbei an einen Roadtrip durch den Westen der USA anhängst. Du musst ihn dir verdienen: lange Flüge, ein hohes Transportbudget und unsichere Verbindungen zwischen den Inseln. Dafür bekommst du etwas, das selten geworden ist: einen Nationalpark fast ohne Menschenmassen, in dem tropische Natur und polynesische Kultur miteinander verbunden sind. Wenn du standardisierte, spektakuläre Erlebnisse suchst, ist dieser Park nichts für dich. Wenn du Authentisches, Abgelegenes und Lebendiges möchtest, hält er, was er verspricht. Bei unserem Besuch haben uns die stille Bergwelt von Tutuila und der Empfang in den Dörfern stärker beeindruckt als irgendein bestimmter „Spot“.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Reise nach American Samoa?

Eine Reise nach American Samoa lohnt sich, wenn du ein abgelegenes, authentisches Ziel ohne große Menschenmengen suchst. Der Park bietet tropischen Regenwald, Riffe und einen Einblick in die samoanische Kultur. Dafür musst du bei Anreise und Budget einigen Aufwand einplanen.

Ist American Samoa ein sicheres Reiseziel?

American Samoa gilt als sicheres Reiseziel mit gastfreundlicher Bevölkerung und niedriger Kriminalität. Die wichtigsten Risiken sind natürlicher Art: Wellengang und Meeresströmungen, rutschige Trails nach Regen sowie tropische Stürme von Oktober bis Mai. Halte dich an die örtlichen Hinweise und Gepflogenheiten der Dörfer. Die Details findest du auf unserer Seite Praktische Infos, Regeln und Sicherheit.

Welcher Monat ist am besten für einen Besuch in American Samoa?

Die beste Zeit für einen Besuch in American Samoa liegt zwischen Juni und September. Dann ist die kühlere und trockenere Jahreszeit, in der das Risiko tropischer Stürme geringer ist. Warm und feucht bleibt es das ganze Jahr über. Auf unserer Seite Beste Reisezeit kannst du die Monate miteinander vergleichen.

Sind Samoaner gegenüber Touristen gastfreundlich?

Samoaner gelten als sehr gastfreundlich gegenüber Besuchern. Gastfreundschaft steht im Zentrum des faʻa Samoa, ihrer Lebensweise. Im Gegenzug solltest du einige Gepflogenheiten beachten: angemessene Kleidung, Respekt vor der Sonntagsruhe und vor dem Land der Dörfer. Ein Homestay ist der beste Zugang zu dieser Kultur.