Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Die Vulkaninseln von Manuʻa aus einem Kleinflugzeug gesehen, mit Taʻu, Ofu und Olosega

Reiseplan im National Park of American Samoa: Was du in 1, 2 oder 3 Tagen sehen kannst

Von Erika Müller · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer American Samoa

Drei Inseln, ein einziger Park und keine Straße, die von einer zur nächsten führt. Der National Park of American Samoa ist der einzige US-Nationalpark auf der Südhalbkugel. Seine verstreute Lage verlangt eine ganz andere Besuchsplanung als alles, was du bisher kennst: Du beginnst auf Tutuila, der Hauptinsel mit dem einzigen Flughafen, und fährst je nach verfügbarer Zeit weiter nach Ofu und Taʻu. Zwei Tage reichen aus, um auf Tutuila das Wichtigste zu sehen. Für jede Außeninsel solltest du einen weiteren Tag einplanen, damit du Landschaften erlebst, die nur sehr wenige Besucher amerikanischer Nationalparks jemals zu sehen bekommen.

Wie viel Zeit brauchst du für den Besuch des National Park of American Samoa?

Die Dauer hängt direkt davon ab, wie viele Inseln du sehen möchtest.

Ein Tag: nur Tutuila. Du besuchst das Visitor Center, den Hafen von Pago Pago und den Mount ʻAlava Trail. Das ist knapp, aber realistisch, wenn du früh am Morgen ankommst.

Zwei bis drei Tage: Das passt für die meisten Besucher. Zwei Tage reichen, um Tutuila ohne Eile zu erkunden, mit Nordküste, Bergkämmen und Küstendörfern. Ein dritter Tag auf Ofu eröffnet dir den Zugang zu einem der am besten erhaltenen Korallenriffe im US-amerikanischen Hoheitsgebiet.

Fünf Tage oder mehr: Das ist nötig, wenn du Ofu und Taʻu verbinden möchtest. Die Flüge zwischen den Inseln gibt es nur einige Male pro Woche, außerhalb der Saison manchmal noch seltener. Du musst mindestens eine Nacht auf jeder Insel einplanen und unbedingt frühzeitig reservieren.

Plane Flüge zwischen den Inseln nicht erst im letzten Moment: Die kleinen Maschinen sind im Juli und August oft schon Wochen vorher ausgebucht. Der Guide zur besten Reisezeit in American Samoa hilft dir, das passende Zeitfenster für deine Reise zu wählen.

Anreise, Parkzugänge und Fortbewegung im Park

Anreise nach Tutuila

Der Pago Pago International Airport (IATA-Code: PPG) ist der einzige Luftzugang nach American Samoa. Hawaiian Airlines fliegt regelmäßig von Honolulu hierher. Manche Reisende kommen mit Fiji Airways aus Nadi oder über die unabhängigen Samoa-Inseln, mit dem Faleolo Airport bei Apia. So kannst du beide Archipele auf einer Pazifikreise verbinden.

Der Park hat weder Eingangsschalter noch Schranke oder Mautstelle. Seine Flächen liegen in mehreren Dörfern auf Tutuila, darunter Pago Pago, Vatia, Fagasa und Afono, sowie auf den beiden abgelegenen Inseln Ofu und Taʻu. Der Zugang ist frei und kostenlos, rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr.

Das Visitor Center liegt im Dorf Pago Pago gegenüber der Pago Way. Es ist werktags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Hier solltest du am besten beginnen: Hol dir die offizielle Unigrid-Karte und frag die Ranger, was du wissen möchtest, bevor du zu den Trails aufbrichst.

Unterwegs auf Tutuila

Ein Mietwagen ist die flexibelste Möglichkeit, entlegene Trailheads zu erreichen. Die Vermieter sitzen in Pago Pago. Du fährst wie auf dem amerikanischen Festland rechts. Die „Aiga Buses“, bunt lackierte Familienbusse, bedienen die wichtigsten Dörfer, fahren aber unregelmäßig. Für den Markt sind sie geeignet, für eine Wanderung um 7 Uhr morgens eher nicht. Im Stadtzentrum stehen Taxis bereit. Für die Planung deiner Wege auf der Insel hilft dir der Guide zur Fortbewegung auf Tutuila.

Nach Ofu und Taʻu

Leichtflugzeuge verbinden den Flughafen von Pago Pago mit den Flugplätzen von Ofu und Fitiuta auf Taʻu. Der Flug dauert etwa 40 Minuten. Die Plätze sind begrenzt, also reserviere, sobald dein Reiseplan feststeht. Außerdem fährt eine Fähre von Pago Pago zu den abgelegenen Inseln. Die Überfahrt dauert jedoch mehrere Stunden, und die Fahrpläne ändern sich je nach Saison. Alle Einzelheiten findest du im Guide zur Anreise nach American Samoa.

Die Parkbereiche

Tutuila: Pago Pago, die Bergkämme und die Nordküste

Auf Tutuila liegen fast alle Besuchereinrichtungen und die am besten markierten Trails. Der Naturhafen von Pago Pago, umgeben von Bergen mit tropischem Wald, vermittelt schon bei der Ankunft einen starken Eindruck. Er zählt zu den tiefsten Naturhäfen im Pazifik. Im Bereich Vatia an der Nordküste findest du die meistfotografierten Ausblicke des Parks. Dazu gehören die türkisfarbene Pago Pago Bay und Pola Island, ein felsiger, zuckerhutähnlicher Inselberg direkt vor der Bucht. Auch die Dörfer Fagasa und Afono liegen im Parkgebiet. Du erreichst sie über eine Passstraße, die hoch über beiden Küsten der Insel verläuft.

Ofu: Korallenriff und Strand

Ofu Beach wird regelmäßig zu den am besten erhaltenen Stränden im amerikanischen Nationalparksystem gezählt. Das Riff verläuft direkt an der Sandfläche entlang. Mit Maske und Schnorchel kannst du schon wenige Meter vom Ufer entfernt gut erhaltene Korallen und eine artenreiche Meeresfauna beobachten. Die Insel ist klein, dünn besiedelt und bietet nur eine einfache, vom NPS verwaltete Unterkunft. Komm wegen des Riffs, nicht wegen des Komforts.

Taʻu: Urwald und Steilküsten

Taʻu ist die wildeste Insel der Gruppe. Hier liegen Mount Lata, mit etwa 966 m der höchste Punkt von American Samoa, und Küstenklippen, die direkt in den Pazifik abfallen. Große Teile des tropischen Waldes sind nahezu unberührt. Die Trails werden weniger gepflegt als auf Tutuila. Auch in der Trockenzeit musst du mit ständig schlammigem Boden rechnen, deshalb gehören wasserdichte Schuhe ins Gepäck.

Reiseplan für jeden Tag

Tag 1: Pago Pago, der Hafen und Mount ʻAlava

Beginne im Visitor Center von Pago Pago, das ab 8 Uhr geöffnet ist. Nimm dir dreißig Minuten für die Informationstafeln über die Fa'asamoa-Kultur und die Ökologie des Parks. Dieser kulturelle Hintergrund verändert deinen Blick auf den gesamten weiteren Aufenthalt.

Am späten Vormittag startest du auf dem Mount ʻAlava Trail. Der Trail beginnt an der Straße oberhalb des Hafens. Der Anstieg ist steil, und die Luftfeuchtigkeit bleibt das ganze Jahr über hoch. Nimm mindestens zwei Liter Wasser, schnell trocknende Kleidung und gute Trail-Schuhe mit. Vom Gipfel blickst du auf der einen Seite über den Hafen von Pago Pago und auf der anderen über die Bucht von Vatia. Bei klarer Sicht zeichnet sich Pola Island im Norden am Horizont ab.

Am Nachmittag gehst du nach Pago Pago hinunter und erkundest den Zentralmarkt sowie die Uferpromenade. Ein Abendessen vor Ort ist ein guter Einstieg in die lokale polynesische Küche. Der Restaurant-Guide für Pago Pago stellt die Lokale im Dorf vor.

Tag 2: Nordküste, Vatia und die Parkdörfer

Fahr früh, möglichst vor 8 Uhr, an die Nordküste. Das Morgenlicht auf den Buchten ist klar, bevor gegen 10 Uhr der tropische Dunst aufzieht. Nimm die Passstraße oberhalb der Afono Bay. An der Kurve mit Blick auf die Bucht lohnt sich ein Halt. Danach fährst du weiter nach Vatia.

In Vatia führt ein kurzer Spaziergang zu einem Aussichtspunkt gegenüber von Pola Island. Das Dorfland gehört im Rahmen einer gemeinsamen Verwaltung durch den NPS und die samoanischen Dorfoberhäupter vollständig zum Park. Respektiere die ausgeschilderten Privatbereiche und frag immer um Erlaubnis, bevor du Bewohner fotografierst.

Am Nachmittag kannst du je nach Kondition noch einen zweiten Trail-Ausflug in Richtung Fagasa unternehmen. Der Wander-Guide für American Samoa beschreibt die Trails auf Tutuila mit Höhenmetern und voraussichtlichen Gehzeiten. Der Guide zu den Aktivitäten behandelt Unternehmungen abseits der Trails, etwa geführte Tauchgänge, Kulturangebote und Märkte.

Tag 3: Ofu, Riff und Strand

Nimm den morgendlichen Flug nach Ofu, der etwa 40 Minuten dauert. Bring deine Sachen in der NPS-Unterkunft unter und geh direkt zum Strand. Das Licht ist dort zwischen 9 und 11 Uhr am besten, bevor tropische Wolken über den Bergkämmen aufziehen. Das Riff beginnt direkt am Ufer. Das Wasser ist das ganze Jahr über meist wärmer als 27 °C. Der Tuafanua Trail verläuft an der Küste entlang und führt zu ruhigeren Riffabschnitten.

Flieg am späten Nachmittag zurück nach Tutuila oder bleib noch eine Nacht auf Ofu, um einen weiteren Vormittag im Wasser zu verbringen. Auf unserer Wanderseite findest du die Ofu-Trails mit ihren Zugängen zum Riff.

Varianten für unterschiedliche Reisedauern

Expressversion (1 Tag): nur Tutuila. Am Vormittag besuchst du das Visitor Center und steigst auf Mount ʻAlava, ohne nach Vatia abzubiegen. So bekommst du einen umfassenden Eindruck von der Hauptinsel, erreichst die Außeninseln aber nicht.

Klassische Version (2 bis 3 Tage): zwei Tage auf Tutuila, am ersten Tag Mount ʻAlava, am zweiten die Nordküste und Vatia, danach am dritten Tag ein Flug nach Ofu. Das ist unsere Empfehlung für den ersten Aufenthalt. Du verbindest tropischen Wald, samoanische Kultur und Korallenriff, ohne zu viele Nächte auf den abgelegenen Inseln einzuplanen.

Intensive Version (5 Tage oder mehr): Tutuila für zwei Tage, Ofu für ein bis zwei Nächte und Taʻu für ein bis zwei Nächte. Diese Dauer brauchst du, um die Klippen und den Urwald von Taʻu zu sehen. Sichere dir die Flüge zwischen den Inseln schon bei der Buchung des Hauptflugs, denn in der Hochsaison sind die Plätze schnell vergeben. Wenn du deine Reise über American Samoa hinaus verlängern möchtest, schlagen unsere Pazifik-Roadtrips Routen zu den benachbarten unabhängigen Samoa-Inseln vor.

Karte des Reiseplans

Der NPS gibt eine offizielle „Unigrid“-Karte des Parks heraus, die du kostenlos im Visitor Center von Pago Pago bekommst. Sie zeigt alle drei Inseln maßstabsgetreu, markiert die offiziellen Trailheads und grenzt die Bereiche des traditionellen samoanischen Landbesitzes ab. Lade sie vor der Abreise herunter, denn der Mobilfunkempfang auf Ofu und Taʻu ist sehr lückenhaft. Der annotierte Parkplan zeigt dieselbe Karte mit den Parkbereichen und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Übernachten entlang des Reiseplans

Auf Tutuila findest du mehrere Hotels und Guesthouses in Pago Pago und den umliegenden Dörfern. Auf Ofu bietet die NPS-Unterkunft eine einfache Übernachtungsmöglichkeit. Bring Bettwäsche oder einen leichten Schlafsack sowie deine Verpflegung mit. Auf Taʻu ist das Angebot noch kleiner. Unsere Seite zum Übernachten stellt die Möglichkeiten auf jeder Insel mit aktuellen Kontaktdaten vor.

Verlängerung: Was du rund um den Park sehen kannst

American Samoa grenzt an die unabhängigen Samoa-Inseln Upolu und Savai'i, die du von Pago Pago über Apia per Flug erreichst. Diese Inseln liegen außerhalb des Nationalparks, passen aber gut in eine Pazifikreise. Unsere Regional-Guides beschreiben mögliche Verlängerungen von Pago Pago zu weiteren Zielen im Südpazifik.

Der ideale Reiseplan für deine verfügbare Zeit

Zwei Tage auf Tutuila decken das Wichtigste ab: tropischen Wald, samoanische Kultur, den Hafen von Pago Pago und aussichtsreiche Bergkämme. Drei Tage mit einem Flug nach Ofu ergänzen ein außergewöhnliches Korallenriff. Fünf Tage geben dir die Möglichkeit, Taʻu mit seinem nahezu unberührten Urwald einzubeziehen.

Unabhängig von der Reisedauer gilt immer dieselbe Regel: Reserviere die Flüge zwischen den Inseln schon am ersten Planungstag, plane pro Tag zwei bis drei Stunden Puffer ein, weil tropischer Regen jederzeit einsetzen kann, und beginne grundsätzlich mit Tutuila. Danach ergibt sich der Rest.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Reise nach American Samoa?

American Samoa lohnt sich für alle, die einen US-Nationalpark abseits der üblichen Routen suchen. Das Riff von Ofu, der Urwald von Taʻu und die herzliche samoanische Gastfreundschaft machen den Aufenthalt zu einem Erlebnis, das sich deutlich von den Parks auf dem Festland unterscheidet. Die Logistik ist aufwendiger als anderswo, aber genau das bewahrt die Inseln vor Massentourismus.

Wie viele Tage brauche ich in American Samoa?

Plane mindestens zwei Tage ein, um Tutuila gründlich zu erkunden. Wenn du die Außeninseln entdecken möchtest, kommen pro Insel ein bis zwei Tage dazu. Fünf Tage sind komfortabel, um alle drei Inseln ohne Eile zu sehen.

Wie komme ich nach American Samoa?

Du erreichst American Samoa mit Hawaiian Airlines von Honolulu aus. Mehrmals pro Woche gibt es Flüge zum Pago Pago International Airport (PPG). Von Deutschland aus musst du mit ein oder zwei Zwischenstopps rechnen, meist über Los Angeles und Honolulu. Unsere Seite zu Anreise und Verkehr erklärt die Verbindungen und Umsteigezeiten.

Wie komme ich von einer Insel zur nächsten, also von Tutuila nach Ofu oder Taʻu?

Leichtflugzeuge verbinden Pago Pago in etwa 40 Minuten mit den Flugplätzen von Ofu und Fitiuta auf Taʻu. Eine Fähre gibt es ebenfalls, ihre Fahrzeiten sind jedoch sehr unregelmäßig. Die Plätze im Flugzeug sind begrenzt. Reserviere weit im Voraus, besonders für Juli und August.

Kann ich den Park mit dem Auto durchqueren?

Auf Tutuila erreichst du mit dem Auto die wichtigsten Parkbereiche, darunter Vatia, Afono und Fagasa. Eine durchgehende Straße wie in den Parks auf dem Festland gibt es nicht. Die Parkflächen liegen zwischen Dörfern und traditionellem samoanischem Landbesitz. Ofu und Taʻu erreichst du nur mit dem Flugzeug oder der Fähre.

Wie hoch ist die Eintrittsgebühr für den Park?

Der Eintritt in den National Park of American Samoa ist vollständig kostenlos. Für den Besuch der Trails brauchst du weder eine Gebühr zu zahlen noch vorher zu reservieren. Auch der Besuch des Visitor Centers ist kostenlos; es ist werktags von 8 bis 15 Uhr geöffnet. Nebenkosten für Unterkunft, Flüge zwischen den Inseln und Aktivitäten werden in den entsprechenden Abschnitten dieses Guides behandelt.

Wann ist die beste Reisezeit für den Park?

Die Trockenzeit von Juni bis September ist im Allgemeinen günstiger, mit weniger Niederschlag und einem geringeren Risiko für Wirbelstürme. Der Park ist ganzjährig geöffnet, und die Trails bleiben auch während der Regenzeit von Oktober bis Mai begehbar. Dann sind die Schauer oft kurz, aber heftig. Unsere Seite zur besten Reisezeit beschreibt die Bedingungen für jeden Monat.