Tierwelt in Redwood National and State Parks: Welche Tiere du wo beobachten kannst
Redwood National and State Parks beherbergen eine erstaunlich vielfältige Tierwelt, die von drei miteinander verzahnten Ökosystemen geprägt ist: dem Küstenmammutbaumwald, den Hochlandwiesen und dem pazifischen Gezeitenbereich. Bei einem einzigen Aufenthalt kannst du am Rand einer Wiese einen Wapiti sehen, an einem Hang einen Schwarzbären überraschen und anschließend von der Klippe aus Seelöwen beobachten. Fünf Arten machen den Großteil der Beobachtungen aus: der Roosevelt-Wapiti, der Amerikanische Schwarzbär, der Puma, der Pazifische Riesensalamander und der Stellers Seelöwe.
Die charakteristischen Tiere von Redwood National and State Parks
Der Roosevelt-Wapiti (Cervus canadensis roosevelti)

Der Roosevelt-Wapiti ist die größte Unterart auf dem nordamerikanischen Kontinent. Ausgewachsene Männchen wiegen oft mehr als 300 kg und tragen ein imposantes Geweih, das ab dem Spätsommer gut zu sehen ist. Du unterscheidest sie vom deutlich kleineren Maultierhirsch an ihrem massigen Körperbau, dem kräftigen Hals und der beige-rötlichen Färbung ihrer Flanken. Die Weibchen tragen kein Geweih und sind schwerer von Hirschen zu unterscheiden. Achte auf Größe und Gang, denn beim Wapiti wirken beide deutlich schwerfälliger.
Die Brunft findet im September und Oktober statt. Die Männchen röhren, kämpfen miteinander und markieren ihr Revier. Das ist die spektakulärste, aber auch riskanteste Zeit, siehe den Sicherheitsblock. Den Rest des Jahres grasen die Wapitis ruhig auf den Küstenwiesen, im Frühling oft in Gruppen aus Weibchen und ihren Kälbern.
Der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus)

Der Schwarzbär in Redwood National and State Parks ist ein opportunistischer Allesfresser: Beeren, Wurzeln, Insekten, Aas und saisonal Lachse stehen auf seinem Speiseplan. Sein Fell reicht von tiefschwarz bis zimtbraun, was leicht zu Verwechslungen führt. Ihn vom Grizzly zu unterscheiden, ist hier einfach: In Redwood National and State Parks gibt es keine Grizzlys. Der Schwarzbär hat ein gerades Gesichtsprofil, deutlich sichtbare runde Ohren und keinen für Grizzlys typischen Muskelhöcker auf dem Rücken.
Er ist vom Frühling bis zum Herbst aktiv und fällt im Winter in eine teilweise Winterruhe. Die Waldgebiete nahe der Fließgewässer, etwa Prairie Creek und Mill Creek, bieten die besten Beobachtungschancen, besonders im Morgengrauen und in der Abenddämmerung.
Der Puma (Puma concolor)

Der scheue Einzelgänger ist im gesamten Parkgebiet verbreitet, zeigt sich aber nur selten. Seine Spuren, breite runde Abdrücke ohne deutlich sichtbare Krallen, lassen sich leichter entdecken als das Tier selbst. Er jagt vor allem Maultierhirsche und Wapitis. Eine direkte Begegnung bleibt außergewöhnlich. Falls es dazu kommt, lauf nicht weg, siehe den Sicherheitsblock.
Der Pazifische Riesensalamander (Dicamptodon tenebrosus)

Dieser Salamander gehört zu den größten Amphibien Nordamerikas und kann mehr als 30 cm lang werden. Er lebt ausschließlich in kalten, sauerstoffreichen Bächen des Nadelwalds, unter Steinen oder zwischen untergetauchten Wurzeln. Seine glatte, braun und beige marmorierte Haut tarnt ihn nahezu perfekt. Du findest ihn in den Zuflüssen des Prairie Creek oder rund um Fern Canyon. Bleib dabei am Ufer, damit du den Gewässergrund nicht störst.
Der Stellers Seelöwe (Eumetopias jubatus)

Der Stellers Seelöwe ist der größte Vertreter der Ohrenrobben. Männchen können bis zu 300 kg wiegen. Vom kleineren Kalifornischen Seelöwen, dessen Fell dunkler ist und dessen Bellen höher klingt, unterscheidest du ihn an seiner Größe und der goldbeigen Mähne. Die Kolonien sammeln sich auf den Felsen vor Gold Bluffs Beach und rund um Point Saint George. Ein Fernglas ist empfehlenswert. Bleib auf dem Klippenpfad und geh niemals auf die Felsen.
Wo du die Tiere in Redwood National and State Parks beobachten kannst
Die vier Bereiche des Komplexes, Redwood National Park sowie Del Norte Coast Redwoods State Park, Jedediah Smith Redwoods State Park und Prairie Creek Redwoods State Park, bieten jeweils eigene Mikrohabitate.
Prairie Creek Redwoods State Park bietet die besten Chancen, Wapitis zu sehen. Auf den Wiesen von Elk Prairie und Elk Meadow halten sich das ganze Jahr über Herden auf, die du vom Parkplatz oder vom Revelation Trail aus beobachten kannst. Das ist der zuverlässigste Ort im gesamten Komplex.
Fern Canyon und Gold Bluffs Beach verbinden Küste und Auwald. Hier suchst du nach Seevögeln und Salamandern im Canyon, am Strand nach Bärenspuren. Der Bereich ist mit dem Fahrzeug erreichbar, allerdings über eine holprige Piste, für die ein Allradfahrzeug empfehlenswert ist, oder zu Fuß vom Coastal Trail aus.
Jedediah Smith Redwoods State Park im äußersten Norden schützt einen besonders dichten Küstenmammutbaumwald und von Forellen bevölkerte Gewässer. Schwarzbären werden dort regelmäßig gemeldet, und in den Bächen leben Riesensalamander und Flussotter.
Del Norte Coast Redwoods State Park bietet direkten Zugang zur Küstenklippe. Von den Aussichtspunkten am Damnation Creek Trail oder an der Enderts Beach Road beobachtest du hier Seelöwen und Seehunde.
Bei den Vögeln findest du entlang der Fließgewässer Weißkopfseeadler, in den alten Wäldern Fleckenspechte und auf dem Smith River Eistaucher. Unser Wanderführer stellt die aussichtsreichsten Beobachtungspfade vor.
Wann du die Tierwelt beobachten kannst: Jahreszeiten und Uhrzeiten
Die wichtigste Regel in Redwood National and State Parks lautet: Steh früh auf und bleib lange. Die meisten Säugetiere sind im Morgengrauen zwischen 6 und 9 Uhr sowie in der Abenddämmerung zwischen 18 und 21 Uhr im Sommer aktiv. In der Tagesmitte gehen die Beobachtungen deutlich zurück.
Frühling (März bis Mai): Jetzt kommen die Kälber und jungen Wapitis zur Welt. Seevögel brüten auf den Felsen an der Küste. Die Salamander zeigen sich zunehmend in den wärmer werdenden Bächen.
Sommer (Juni bis August): Der Küstennebel hält die Temperaturen kühl, zwischen 10 °C und 20 °C. Die Wapitis halten sich auf den Wiesen auf. Seelöwen sind während der gesamten Saison auf den Felsen anzutreffen. Auch Fern Canyon lässt sich jetzt am besten erkunden, weil keine Hochwassergefahr besteht.
Herbst (September bis Oktober): Die Wapiti-Brunft ist der Höhepunkt des Tierjahres im Park. Die Bären fressen sich vor der Winterruhe aktiv Reserven an. Chinook-Lachse beginnen, den Smith River flussaufwärts zu ziehen, und locken dadurch Weißkopfseeadler an.
Winter (November bis Februar): Es regnet intensiv, von Oktober bis April fallen 60 bis 200 cm Niederschlag. Die Wapitis bleiben auf den Wiesen sichtbar. Kalifornische Seelöwen und Stellers Seelöwen halten sich an der Küste oft in größerer Zahl auf. Im Park sind nur wenige Menschen unterwegs, sodass du fast völlige Ruhe genießen kannst.
Für eine monatliche Übersicht und die vollständigen Wetterbedingungen lies unseren Guide zur besten Reisezeit für Redwood National and State Parks.
Raubtiere und große Tiere in Redwood National and State Parks
Der Roosevelt-Wapiti ist das größte Landtier des Komplexes. Der Puma ist das einzige große Landraubtier und reguliert die Bestände der Hirsche, bleibt aber schwer aufzuspüren. Auch der Schwarzbär ist trotz seiner Masse eher ein opportunistischer Räuber als ein aktiver Jäger.
In den Küstengewässern werden Orcas auf der Durchreise vor der Küste gemeldet, vor allem im Winter und Frühling. Der Weiße Hai kommt in diesen Gewässern vor, stellt für Wanderer und Küstenkajakfahrer auf den üblichen Routen jedoch kein Problem dar.
Unter den Greifvögeln ist der Weißkopfseeadler das auffälligste Raubtier. Der Rotschwanzbussard zieht über den offenen Wiesen seine Kreise, und der Virginia-Uhu jagt nachts an den Waldrändern.
So beobachtest du die Tierwelt sicher
Vorgeschriebene Mindestabstände: In Redwood National and State Parks empfiehlt der NPS, mindestens 30 Meter Abstand zu jedem wilden Säugetier, also Wapiti, Bär oder Puma, zu halten. Zu Tieren, die gerade ein besonderes Verhalten zeigen, etwa Brunft oder Fütterung der Jungtiere, solltest du 100 Meter Abstand halten. Wenn das Tier sein Verhalten ändert, sobald es dich sieht, bist du bereits zu nah. Geh langsam zurück.
Füttere niemals Tiere. Ein von Menschen gefütterter Bär verliert sein natürliches Misstrauen und muss oft eingeschläfert werden. Gefütterte Wapitis entwickeln aggressives Verhalten, besonders die Männchen während der Brunft.
Wenn du einem Puma begegnest: Lauf nicht weg, denn die Flucht löst den Verfolgungsinstinkt aus. Bleib stehen, mach dich groß, indem du die Arme ausbreitest, und sprich mit fester Stimme. Geh langsam zurück, ohne dich abzuwenden.
Wenn du einem Schwarzbären begegnest: Mach durch ruhiges Sprechen deutlich, dass du ein Mensch bist. Lauf nicht. Wenn der Bär angreift, bleib standhaft, denn die meisten Angriffe sind nur Scheinangriffe. Nimm ein Bear Spray mit, wenn du ins Hinterland aufbrichst, und bewahre es griffbereit auf, nicht unten im Rucksack.
Während der Wapiti-Brunft im September und Oktober: Brunftige Männchen können scheinbar ohne Vorwarnung angreifen. Halte konsequent Sicherheitsabstand, auch wenn du dich in einem Fahrzeug befindest. Stell dich niemals zwischen ein Weibchen und sein Kalb.
Picknicks und Campingplätze: Bewahre alle Lebensmittel in den bereitgestellten Bear-Proof Food Storage Boxes oder in einem verschlossenen Fahrzeug auf. Lass nichts in einem Zelt liegen. Die vollständigen Regeln findest du im Guide für Redwood National and State Parks.
Kurz zusammengefasst: Diese Arten solltest du nicht verpassen
| Art | Bester Ort | Beste Zeit |
|---|---|---|
| Roosevelt-Wapiti | Elk Prairie / Elk Meadow | Ganzjährig, Brunft im September und Oktober |
| Schwarzbär | Prairie Creek, Mill Creek | Morgengrauen und Abenddämmerung, Frühling bis Herbst |
| Stellers Seelöwe | Küstenfelsen, Del Norte Coast | Ganzjährig |
| Puma | Hinterland, selten zu sehen | Nachts |
| Riesensalamander | Fern Canyon, Smith River | Frühling und Herbst |
| Weißkopfseeadler | Smith River, Fließgewässer | Herbst, wenn die Lachse flussaufwärts ziehen |
Nimm dein Fernglas mit, steh früh auf und halte dich an die Wiesen von Prairie Creek, wenn du Wapitis zum ersten Mal begegnen möchtest. Der Rest ergibt sich.
Häufige Fragen
Welche Tiere sind typisch für Redwood National and State Parks?
Zu den charakteristischen Tieren von Redwood National and State Parks gehören der Roosevelt-Wapiti, der Amerikanische Schwarzbär, der Puma, der Pazifische Riesensalamander und der Stellers Seelöwe.
Welches Tier wird in Redwood National and State Parks am häufigsten beobachtet?
Am häufigsten siehst du den Roosevelt-Wapiti. Er ist das ganze Jahr über auf den Küstenwiesen von Prairie Creek zu sehen, oft in Herden mit mehreren Tieren.
Welches ist das größte Tier in Redwood National and State Parks?
Das größte Landtier ist der Roosevelt-Wapiti, dessen Männchen 300 kg oder mehr wiegen. In den Küstengewässern kann der Stellers Seelöwe mit bis zu 300 kg beim Gewicht mithalten.
Welche Raubtiere gibt es in Redwood National and State Parks?
An Land leben Puma und Schwarzbär als Raubtiere. In der Luft jagt der Weißkopfseeadler entlang der Fließgewässer. Im Meer werden Orcas auf der Durchreise vor der Küste gesichtet.
Welche Tiere sind nachts in Redwood National and State Parks unterwegs?
Puma, Waschbär und Virginia-Uhu sind überwiegend nachts aktiv. Flussotter und einige Fledermausarten suchen die Ufer bereits in der Abenddämmerung auf.