Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Illustriertes Poster des Nationalparks Redwood

Redwood besuchen: kompletter Guide (Sehenswürdigkeiten, Kosten, Dauer)

Von Victoria Boissonade · ~9 Min. Lesezeit · Daten: National Park Service

Bundesstaat : CA Status : National and State Parks Eintritt : gratuit ou pass Klima : Océanique. Sieh das aktuelle Wetter in Redwood

Redwood hat die höchsten Bäume der Welt: Küstenmammutbäume, die über 100 Meter hoch werden und in dichtem Nebel am äußersten Rand Kaliforniens stehen. Der Park erstreckt sich auf fast 95 km Küste ganz im Norden des Bundesstaats, beinahe bis zur Grenze zu Oregon. Plane zwei volle Tage ein, um die großen Gebiete ohne Stress zu erkunden, und mehr, wenn du unter dem Blätterdach wandern und an den Stränden entlanggehen möchtest. Von San Francisco aus brauchst du etwa 6 bis 7 Stunden Fahrzeit (rund 525 km). Redwood liegt nicht zufällig so abgelegen und ist deshalb ruhiger als die Parks weiter südlich.

Dieser komplette Guide stellt dir die wichtigsten Themen vor und führt dich über die Links zu den ausführlichen Informationen.

Redwood kurz und knapp: Wo liegt der Park und wie kommst du hin?

Redwood ist kein klassischer Nationalpark, sondern ein gemeinsam verwaltetes Schutzgebiet: Der staatliche Redwood National Park und die drei kalifornischen State Parks Jedediah Smith, Del Norte Coast und Prairie Creek bilden zusammen die „Redwood National and State Parks“. Sie reihen sich von Norden nach Süden an der Küste aneinander. Entlang der gesamten Strecke gibt es vier Visitor Center.

Du erreichst die Parks über die Straße. Die US-101 durchquert sie von Süden nach Norden und verbindet die beiden Gateway Cities Crescent City im Norden und Orick im Süden. Für einen längeren Kalifornien-Roadtrip eignen sich die Flughäfen von San Francisco oder Sacramento. Kürzer wird die Anfahrt über den kleinen Regionalflughafen von Crescent City oder über Arcata-Eureka. Ohne Auto ist der Besuch sehr schwierig, weil die Gebiete weit auseinanderliegen und es kaum öffentlichen Nahverkehr gibt.

Lage von Redwood in den USAKarte der USA in Albers-Projektion.Redwoodist in der Region markiert « Ouest & Pacifique », liegt inCalifornia.
Redwoodliegt inCalifornia, in der Region Ouest & Pacifique.

Eintrittspreise, Pass und Reservierungen

Gute Nachricht für dein Budget: Der Redwood National Park erhebt keinen Eintritt. Du kannst dich auf der US-101 und auf den meisten Scenic Roads frei bewegen. Anders sieht es in den eingestreuten State Parks aus. Einige Tagesparkplätze rund um Fern Canyon oder Gold Bluffs Beach können kostenpflichtig sein, und für Fern Canyon brauchst du in der Hauptsaison eine Reservierung, damit die Besucherzahl begrenzt bleibt.

Zwei Dinge solltest du einplanen. Wenn du auf deinem Roadtrip mehrere Nationalparks besuchst, lohnt sich der America the Beautiful Pass trotzdem, auch wenn Redwood kostenlos ist. Für Tall Trees Grove brauchst du außerdem ein kostenloses, aber kontingentiertes Permit, das du im Voraus reservieren musst.

Die genauen Beträge und Permit-Regeln ändern sich von Saison zu Saison. Unsere Seite Preise & Pässe erklärt Eintrittsgebühren und Pässe und wird regelmäßig aktualisiert.

Reservierungen, Permits und wichtige Regeln

Dafür brauchst du eine Reservierung oder ein Permit

Die Campgrounds reservierst du auf Recreation.gov (föderale Campgrounds) oder über die Website ReserveCalifornia (State-Park-Campgrounds). Im Sommer sind die Stellplätze mehrere Monate im Voraus ausgebucht. Warte damit nicht bis zur letzten Woche.

Tall Trees Grove erreichst du mit einem kostenlosen Permit, das du im Thomas H. Kuchel Visitor Center in Orick abholst. Die Zahl der Fahrzeuge pro Tag ist begrenzt. Die Zufahrt ist eine unbefestigte Schotterstraße. Zusammen mit dem Permit erhältst du den Schlüssel für die Schranke.

Für normale Wanderungen und ausgeschilderte Trails brauchst du kein Permit.

Regeln, die du vor der Ankunft kennen solltest

Wildtiere. Füttere niemals Wildtiere, auch keine Raben oder Häher, die sich den Picknicktischen nähern. Halte mindestens 30 Meter Abstand zu Roosevelt Elk und Schwarzbären. Jeden zu engen Kontakt mit einem Bären musst du den Rangern melden.

Lebensmittel aufbewahren. Auf den Campgrounds müssen Lebensmittel in einer zugelassenen Schutzbox liegen, entweder in einer vor Ort bereitgestellten Bear Box oder in deinem eigenen Bear Canister. Sichtbare Vorräte im Fahrzeug können eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen.

Pflanzen und Mineralien. Du darfst nichts pflücken, abschneiden oder mitnehmen, weder Zapfen, Farne und Äste noch Steine. Diese Regel gilt in allen Gebieten des Parks.

Drohnen. Drohnen sind innerhalb des Redwood National Park und der zugehörigen State Parks streng verboten.

Lagerfeuer. Lagerfeuer sind nur auf den dafür vorgesehenen Campingplätzen erlaubt, sofern die saisonalen Einschränkungen wegen der Wetterbedingungen es zulassen. Informiere dich bei deiner Ankunft im Visitor Center.

Unsere Seite Praktische Infos, Regeln & Sicherheit erklärt alle geltenden Vorschriften und nennt die Notfallkontakte.

Wie bewegst du dich in Redwood fort?

Du erkundest Redwood mit dem Auto, Gebiet für Gebiet, und gehst erst vor Ort zu Fuß weiter. Ein verpflichtendes Shuttle-System wie in Zion gibt es nicht. Du behältst dein Fahrzeug bei dir, was die Planung einfacher macht.

Drei Scenic Roads prägen den Besuch. Der Newton B. Drury Scenic Parkway schlängelt sich fern der Schnellstraße durch Prairie Creek und mitten durch die Baumriesen. Howland Hill Road ist eine schmale, unbefestigte Piste in Jedediah Smith und unser Favorit, wenn du dicht an den Stämmen entlangfahren möchtest. Bei trockenem Wetter ist sie mit einem normalen Auto befahrbar, mit einem großen Wohnmobil solltest du sie meiden. Die Coastal Drive und die Zufahrt zu Gold Bluffs Beach bringen zusätzlich die Küste ins Spiel.

Beachte die Fahrzeugbeschränkungen: Auf mehreren Nebenstraßen sind Wohnwagen verboten, außerdem ist die Länge von Wohnmobilen wegen enger Kurven und alter Brücken begrenzt. Die Einschränkungen findest du in unserem Guide Wohnmobil und auf unserer Seite Unterwegs im Park.

Wie viel Zeit brauchst du für Redwood?

Für einen richtigen Besuch in Redwood solltest du zwei volle Tage einplanen. Ein einzelner Tag reicht wegen der Entfernungen nur für ein oder zwei Gebiete. In zwei bis drei Tagen kannst du den Norden mit Jedediah Smith und Crescent City sowie den Süden mit Prairie Creek, Fern Canyon und den Elk Prairies ohne Frust verbinden.

Unser typischer Ablauf: Tag 1 für den Süden und die Strände, Tag 2 für die Groves im Norden. Wenn du auf der Durchreise nur einen Nachmittag hast, konzentrierst du dich auf einen einzigen großen Grove an der US-101, zum Beispiel Lady Bird Johnson Grove.

Die ausführlichen Tagesrouten mit Varianten je nach Ankunftsort findest du auf unserer Seite Route & Dauer.

Was kannst du in Redwood sehen und unternehmen?

Der Park gliedert sich von Süden nach Norden in vier große Gebiete. Wir stellen sie in der Reihenfolge vor, in der du sie auf der Fahrt von San Francisco aus erreichst.

Reisetagebuch · 4 Bereiche

1 / 4

Der Süden: Redwood National Park und Orick

Hier liegt das südliche Eingangstor. Lady Bird Johnson Grove bietet einen einfachen, typischen Rundweg unter dem Blätterdach, der für alle geeignet ist. Anspruchsvoller ist Tall Trees Grove, wo du mit einem kostenlosen Permit zu einigen der höchsten Bäume des Parks hinuntergehst. Die Stadt Orick ist ein praktischer Ausgangspunkt für die Übernachtung.

2 / 4

Prairie Creek Redwoods: Baumriesen und Roosevelt Elk

Unser Lieblingsgebiet für den ersten Besuch. Der Newton B. Drury Scenic Parkway führt durch einen dichten Wald voller Küstenmammutbäume. In Elk Prairie kannst du regelmäßig Herden von Roosevelt Elk beobachten, die am Waldrand grasen. Am Ende einer Piste zeigt Fern Canyon seine mehrere Meter hohen Farnwände, die auch als Filmkulisse dienten. Gold Bluffs Beach zieht sich als wilder, vom Pazifik gepeitschter Strand dahin.

3 / 4

Del Norte Coast Redwoods: Wald und Klippen

Das Gebiet mit dem stärksten Küstencharakter, in dem der Wald zu steilen Klippen abfällt. Der Damnation Creek Trail führt durch die Bäume hinunter zur Küste. Die Wanderung ist körperlich anspruchsvoll, aber spektakulär. Die Ausblicke auf den Ozean liegen hier oft im Nebel, was ihren besonderen Reiz ausmacht.

4 / 4

Jedediah Smith Redwoods: der Norden und Stout Grove

Das nördlichste Gebiet nahe Crescent City. Stout Grove gilt mit seinen schlanken Stämmen am Ufer des Smith River als einer der fotogensten Groves. Über Howland Hill Road erreichst du ihn auf einer eindrucksvollen Piste mitten durch die Baumriesen.

Details zu den einzelnen Orten, Wanderungen und Besuchszeiten findest du in den thematischen Guides weiter unten.

Die schönsten Wanderungen in Redwood

Redwood erlebst du zu Fuß. Zu den Highlights gehören der Rundweg durch Lady Bird Johnson Grove (leicht und kurz in die Waldwelt eintauchend), der Trail durch Fern Canyon (kurz und magisch, oft mit den Füßen im Wasser), der James Irvine Trail (länger, zwischen Wald und Canyon), Tall Trees Grove (mit Permit) und Damnation Creek für ausdauernde Wanderer.

Kilometerbeschreibungen, Höhenprofile und Tipps zur Ausrüstung findest du gesammelt auf unserer Seite Wanderungen.

Der ausführliche Reiseführer Wanderungen in Redwood: die schönsten Touren für jedes Niveau Die schönsten Wanderungen in Redwood National and State Parks Reiseführer lesen →

Tiere und Pflanzen beobachten

Der Star unter den Pflanzen ist der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), die höchste Baumart der Welt. Er gedeiht dank des Meeresnebels. Am Boden hältst du am besten Ausschau nach der leuchtend gelben Bananenschnecke, einem unauffälligen Star des feuchten Unterholzes.

Bei den Tieren lassen sich Roosevelt Elk auf den Wiesen von Prairie Creek beobachten. Halte Abstand, denn es handelt sich um große Wildtiere, besonders während der Brunft im Herbst. Im Park leben außerdem Schwarzbären und eine artenreiche Vogelwelt, darunter der gefährdete Marbled Murrelet, der auf alte Wälder angewiesen ist. Vor der Küste ziehen während ihrer Wanderung Grauwale vorbei. Bei Ebbe kommen Seesterne und Seeanemonen in den Gezeitentümpeln zum Vorschein.

Der ausführliche Reiseführer Tierwelt in Redwood National and State Parks: Welche Tiere du wo beobachten kannst Wapitis, Schwarzbären, Riesensalamander Reiseführer lesen →

Wann ist die beste Reisezeit für Redwood?

Der Sommer von Juni bis September bringt die längsten Tage und geöffnete Campgrounds, aber morgens auch hartnäckigen Küstennebel. Frühling und Herbst bleiben unsere liebsten Jahreszeiten: weniger Besucher und sanfteres Licht. Im Winter regnet es viel, aber die wichtigsten Straßen des Parks bleiben immer geöffnet.

Den Monatskalender mit den besten Zeitfenstern je nach deinen Prioritäten findest du ausführlich auf unseren Seiten Beste Reisezeit und Wetter.

Der ausführliche Reiseführer Wann nach Redwood reisen? Beste Reisezeit und Wetter Beste Reisezeit für Redwood Reiseführer lesen →

Wo kannst du in Redwood übernachten?

Im Park gibt es keine historische große Lodge wie in Yellowstone oder im Grand Canyon. Du übernachtest meist in den Gateway Cities Crescent City im Norden, Klamath im Zentrum sowie Orick und McKinleyville-Arcata weiter südlich, wenn du ein Kettenhotel suchst. Wer unter den Bäumen schlafen möchte, findet mehrere State-Park-Campgrounds, die im Sommer sehr gefragt sind.

Drei große Möglichkeiten kannst du je nach deinen Vorstellungen vergleichen.

Rund um Redwood: Was kannst du in der Umgebung unternehmen?

Die Region eignet sich für einen echten Roadtrip. Im Süden setzt die Avenue of the Giants im eigenständigen Humboldt Redwoods State Park, der nicht zu Redwood gehört, das Erlebnis der Baumriesen fort. Crescent City mit seinem Battery Point Lighthouse, die private Attraktion Trees of Mystery mit ihrer Gondel oder ein Abstecher ins benachbarte Oregon ergänzen die Reise. In den Gateway Cities findest du außerdem einige gute Seafood-Restaurants.

Unser Fazit: Lohnt sich Redwood?

Ja, eindeutig. Redwood hat weder die Geysire von Yellowstone noch die roten Canyons von Utah, und die abgelegene Lage hält viele Besucher fern. Genau darin liegt seine Stärke: Wenn du früh am Morgen allein unter uralten, vom Nebel eingehüllten Bäumen wanderst, erlebst du eine Stille, die es nur an wenigen Orten gibt. Als wir Redwood an einem niesligen Tag besuchten, hatten wir Stout Grove ganz für uns. Das feuchte Klima gehört zur Landschaft. Komm mit Regenkleidung und mehreren Schichten und stelle dich darauf ein, etwas nass zu werden. Dann wirst du begeistert abreisen. Wenn du auf deinem Kalifornien-Roadtrip zwei Tage im hohen Norden unterbringen kannst, solltest du es tun.

Vergiss nicht, dein Heft in den Visitor Centern abstempeln zu lassen. Wie das geht, erklären wir auf unserer redaktionellen Seite Passport & Stempel.

Häufige Fragen

Wie besuchst du den Redwood National Park?

Du besuchst den Redwood National Park mit dem Auto, Gebiet für Gebiet, von Süden mit Orick und Prairie Creek nach Norden über Del Norte und Jedediah Smith bis Crescent City. Plane zwei Tage ein, behalte dein Fahrzeug bei dir, da es kein verpflichtendes Shuttle gibt, und verbinde Scenic Roads mit kurzen Spaziergängen unter dem Blätterdach. Unsere Seite Route & Dauer bietet dir einen fertigen Ablaufplan.

Ist der Redwood National Park kostenlos?

Der Redwood National Park ist kostenlos. Auf dem föderalen Teil wird kein Eintritt erhoben. Einige Bereiche der eingestreuten State Parks, etwa Tagesparkplätze bei Fern Canyon oder Gold Bluffs Beach, können jedoch kostenpflichtig sein. Für Fern Canyon brauchst du in der Hauptsaison außerdem eine Reservierung. Die Details stehen auf unserer Seite Preise & Pässe.

Kannst du den Sequoia National Park an einem Tag besuchen?

Ein Besuch im Sequoia National Park ist an einem Tag möglich. Verwechsle ihn aber nicht mit Redwood, denn es handelt sich um zwei verschiedene kalifornische Parks. Sequoia liegt in der Sierra Nevada und schützt die massereichsten Bäume der Welt, die Giant Sequoias. Redwood an der Nordküste schützt dagegen die höchsten Bäume, die Küstenmammutbäume. Für Redwood ist ein einziger Tag knapp. Zwei Tage sind deutlich angenehmer.

Welcher ist der schönste Park im Westen der USA?

Welcher Park im Westen der USA am schönsten ist, hängt davon ab, was du suchst. Redwood punktet mit Atmosphäre, Ruhe und riesigen Bäumen, während Yellowstone mit Geysiren und Zion mit seinen Felswänden begeistert. Unser Rat: Schau dir die Parks selbst an und verbinde Redwood auf einem Roadtrip mit ein oder zwei Parks ganz anderer Art.