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Siebdruck-Illustration: Ein riesiges Band freischwänziger Fledermäuse steigt in der Abenddämmerung aus dem Natural Entrance auf.

Tierwelt in Carlsbad Caverns: Welche Tiere du wo beobachten kannst

Von David Sanchez · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Carlsbad Caverns

Carlsbad Caverns ist vor allem für das Erlebnis unter Tage bekannt. Doch der Chihuahuan Desert rund um die Höhlen beherbergt eine weitaus vielfältigere Tierwelt, als es zunächst scheint. Kurz gesagt sind dies die fünf Arten, die du nicht verpassen solltest: die Mexikanische Bulldoggfledermaus (mit Kolonien von mehreren Hunderttausend Tieren), der Wüsten-Maultierhirsch, der Halsbandpekari, der Puma und die Texas-Hornkrötenechse. Eine Begegnung ist nie garantiert, aber wenn du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, ist alles möglich.

Die typischen Tiere von Carlsbad Caverns

Die Mexikanische Bulldoggfledermaus: der Star des Parks

Siebdruck-Illustration: Ein riesiges Band freischwänziger Fledermäuse steigt in der Abenddämmerung aus dem Natural Entrance auf.

Wegen ihr kommen alle. Jeden Sommer, zwischen Mai und Oktober, halten sich mehrere Hunderttausend Mexikanische Bulldoggfledermäuse (Tadarida brasiliensis) in der Höhle am Natural Entrance des Parks auf. In der Dämmerung verlassen sie den Schacht in einer aufsteigenden Spirale. Ein Wirbel kleiner brauner Körper steigt mehrere Dutzend Minuten lang auf, während das Publikum im offenen Natur-Amphitheater zusieht.

Diese Fledermäuse sind etwa 9 cm groß und wiegen weniger als 15 g, erreichen aber eine Flügelspannweite von 40 cm. Du erkennst sie leicht an ihrem langen Schwanz, der deutlich über die Schwanzflughaut hinausragt. Jede Fledermaus frisst pro Nacht ungefähr ihr eigenes Körpergewicht an Insekten. Die Kolonie reguliert dadurch die Insektenbestände in einem Umkreis von mehreren Dutzend Kilometern, ganz ohne Pestizide.

Wo: Natur-Amphitheater am Natural Entrance. Wann: Mai bis Oktober, bei Sonnenuntergang. Die genaue Uhrzeit ändert sich jeden Abend. Das NPS veröffentlicht sie am frühen Nachmittag im Visitor Center.

Der Wüsten-Maultierhirsch

Siebdruck-Illustration: Ein Wüsten-Maultierhirsch steht zwischen Yuccas und Sträuchern von Rattlesnake Springs.

Der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus) ist das Landtier, dem du im Park am einfachsten begegnest. Seine großen, trichterförmigen Ohren, denen er seinen Namen verdankt, und die weiße Hinterpartie mit dem dünnen, schwarz gespitzten Schwanz machen ihn unverwechselbar. Die Männchen tragen von Mai bis Dezember ihr verzweigtes Geweih.

Er ist vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv und sucht während der heißen Stunden Schatten in der niedrigen Vegetation. Häufig siehst du ihn entlang der Zufahrtsstraße und direkt am Visitor Center. Dort grast er ganz unbeeindruckt, als gäbe es keine Menschen.

Saison: ganzjährig, im Herbst während der Brunft abends besser zu sehen.

Das Halsbandpekari (Javelina)

Siebdruck-Illustration: Eine Gruppe Halsbandpekaris durchquert im frühen Morgenlicht das dornige Buschland der Chihuahua-Wüste.

Das Halsbandpekari (Pecari tajacu), im amerikanischen Südwesten auch „Javelina“ genannt, sieht mit seinem gedrungenen Körper, der aufgeworfenen Schnauze und den kurzen Hauern wie ein stämmiges Wildschwein aus. Das gelblich-weiße Halsband ist sein zuverlässigstes Erkennungsmerkmal. Verwechsle es nicht mit einem europäischen Wildschwein: Die Verwandtschaft ist fern und das Verhalten sehr unterschiedlich. Javelinas leben in Gruppen von sechs bis zwanzig Tieren, fressen Kakteen samt Fruchtfleisch und Stacheln, Wurzeln und kleine Echsen und verbreiten einen Moschusgeruch, den du schon aus einiger Entfernung wahrnimmst.

Das Tier ist wenig scheu, aber unberechenbar, besonders wenn die Gruppe dicht beieinandersteht. Wenn du einem begegnest, halte mindestens zehn Meter Abstand.

Wo: Walnut Canyon und in den Buschlandgebieten im Süden des Parks.

Der Puma (Mountain Lion)

Siebdruck-Illustration: Ein Puma bewegt sich unauffällig auf einem abgelegenen Felsgrat im Hinterland von Carlsbad Caverns.

Der Puma (Puma concolor) kommt im Park vor, geht Menschen aber aktiv aus dem Weg. Zu Fuß einem Puma zu begegnen, ist eine absolute Ausnahme. Die Katzen jagen hauptsächlich nachts und in der Morgendämmerung. Fotofallen des NPS belegen ihre regelmäßige Anwesenheit, auch wenn direkte Sichtungen äußerst selten bleiben. Ein ausgewachsenes Männchen kann zwischen 65 und 90 kg wiegen und ist damit der größte Räuber des Parks.

Wenn du bei Sonnenaufgang eine große, sandfarbene Gestalt zwischen den Felsen verschwinden siehst, hast du tatsächlich Glück. Und eine Erinnerung fürs Leben.

Tipp: Wandere außerhalb der Tagesstunden nicht allein und halte Kinder auf abgelegenen Trails in deiner Nähe.

Die Texas-Hornkrötenechse

Siebdruck-Illustration: Eine Texas-Hornkrötenechse tarnt sich auf rotem Kies zwischen Kakteen und trockenem Gras.

Die Texas-Hornkrötenechse (Phrynosoma cornutum) gehört zu den ungewöhnlichsten Tieren des Chihuahuan Desert. Sie ist flach, sand- bis rostfarben und trägt eine Krone aus Knochenhörnern auf dem Kopf. Ihre erste Verteidigungslinie ist völlige Bewegungslosigkeit. Wenn du nicht sehr genau hinsiehst, läufst du an ihr vorbei, ohne sie überhaupt zu bemerken.

Eine belegte Besonderheit: Fühlt sie sich wirklich in die Enge getrieben, kann sie einen feinen Blutstrahl aus den Augen bis zu 1,5 m weit spritzen. Dieser chemische Abwehrmechanismus wirkt gegen Hundeartige gut, gegen neugierige Menschen deutlich weniger. Du begegnest ihr vor allem auf sonnenexponierten Trails am späten Vormittag.

Die Höhlenschwalbe: Bewohnerin des Natural Entrance

Siebdruck-Illustration: Höhlenschwalben kreisen vor dem tageslichthellen Gewölbe des Natural Entrance.

Die Höhlenschwalbe (Petrochelidon fulva) brütet in den senkrechten Wänden der natürlichen Öffnung der Höhle. Der kleine Vogel mit rostbrauner Kehle und Bürzel teilt sich den Eingang mit den Fledermäusen, ist aber tagsüber unterwegs. Im Park leben mehrere Tausend. Die Schwalben fangen Insekten im Tiefflug. Ihre kreuzenden Flugbahnen über dem Schacht sind es wert, dass du dich vor dem Abstieg in die Höhle ein paar Minuten dort aufhältst.

Wo du die Tiere in Carlsbad Caverns sehen kannst

Der Park bietet zwei klar getrennte Tierbeobachtungsgebiete.

Natural Entrance und Visitor Center bieten die am leichtesten zugänglichen Beobachtungen: Maultierhirsche auf der Rasenfläche in der Dämmerung, Höhlenschwalben den ganzen Tag und natürlich Fledermäuse bei Einbruch der Nacht. Du musst nicht weit gehen, um viel zu erleben.

Walnut Canyon Desert Drive, eine 14 km lange Strecke, die du mit dem Auto oder Fahrrad zurücklegst, führt durch den natürlichen Lebensraum von Pekaris, Schwarzwedelhäschen, Kojoten und Reptilien. Auch für Vögel ist dies der beste Bereich: Roadrunner, Spottdrosseln und Gilaspechte sind hier regelmäßig zu sehen. Am besten fährst du früh morgens los, bevor die Hitze alle Tiere in den Schatten treibt.

Die Höhle selbst beherbergt kaum noch sichtbare Tiere. In den nicht besuchten Bereichen leben einige Höhleninsekten, doch der Natural Entrance bleibt das Zentrum des Tiererlebnisses im Park.

Für die Trails durch diese Gebiete beschreibt der Wanderführer für Carlsbad Caverns jeden Weg und sein Geländeprofil.

Wann du die Tierwelt beobachten kannst

Mai bis Oktober: Hauptsaison für Tierbeobachtungen. Die Fledermäuse sind da, die Reptilien aktiv und abends ist am Visitor Center viel los. Die Sommerhitze, die an der Oberfläche bis zu 38 °C erreicht, drängt die meisten Tiere in die Morgen- und Abenddämmerung. Diese beiden Zeitfenster sind deshalb unverzichtbar.

November bis März: Die Fledermäuse ziehen nach Mexiko. Maultierhirsche und Pekaris bleiben sichtbar, Reptilien verkriechen sich. Der Park ist deutlich ruhiger. Oft lassen sich Raubtiere jetzt am leichtesten beobachten.

Morgen- und Abenddämmerung sind für fast alle Landtiere die wichtigsten Beobachtungszeiten. Der Ausflug der Fledermäuse bei Sonnenuntergang ist mit Abstand das spektakulärste Tierereignis des Parks, unabhängig von der Jahreszeit, in der du kommst.

Monatliche Details und Bedingungen für die einzelnen Zeiträume findest du unter Wann du nach Carlsbad Caverns reisen solltest.

Raubtiere und große Tiere im Park

Der Puma ist der Spitzenräuber des Parks. Mehr dazu findest du weiter oben. Der Kojote (Canis latrans) ist deutlich häufiger und lässt sich früh morgens am Rand der Vegetation gut beobachten. Der scheuere Waschbär zeigt sich bei Einbruch der Nacht manchmal in der Nähe des Visitor Center. Der Amerikanische Dachs gräbt in offenen Gebieten nach den Bauen von Präriehunden.

Unter den Reptilien kommt die Westliche Diamantklapperschlange (Crotalus atrox) im gesamten Park vor. Sie greift nicht an, solange du dich ihr nicht näherst, doch eine Begegnung auf einem Trail ist möglich. Schau zuerst hin, bevor du die Hände auf einen Felsen legst, und bleibe auf den markierten Trails.

In Carlsbad Caverns gibt es keine Bären, weder Grizzlys noch Schwarzbären. Der Park liegt zu niedrig und ist für diese Arten zu trocken.

Tierbeobachtungen mit Sicherheit

Ein paar Regeln solltest du kennen, bevor du draußen unterwegs bist.

Mindestabstand: 30 m zu Hirschen und Pekaris. Wenn du einen Puma siehst, ist er bereits nah genug. Geh langsam rückwärts, ohne zu rennen, halte Blickkontakt und mach dich groß.

Füttere kein Tier, auch keine Erdhörnchen, die an Menschen gewöhnt zu sein scheinen. Gefütterte Tiere verlieren ihren Überlebensinstinkt und werden vom Park am Ende oft eingeschläfert. Das ist Bundesrecht und keine Empfehlung.

Während des Fledermausflugs: Bleib im Amphitheater sitzen, richte kein Licht, weder Taschenlampe noch Handybildschirm, in den Schacht und sprich leise. Das NPS kann den Zugang unterbrechen, wenn das Protokoll nicht eingehalten wird.

Geschlossene Schuhe sind außerhalb der befestigten Bereiche Pflicht. Skorpione und Schlangen halten sich gern unter flachen Steinen und in trockener Vegetation auf.

Kurz zusammengefasst: Tiere, die du nicht verpassen solltest, und wo du sie findest

Tierart Bester Beobachtungsort Beste Uhrzeit
Mexikanische Bulldoggfledermaus Amphitheater, Natural Entrance Sonnenuntergang (Mai bis Okt.)
Wüsten-Maultierhirsch Umgebung des Visitor Center, Zufahrtsstraße Dämmerung
Halsbandpekari Walnut Canyon Desert Drive Früher Morgen
Höhlenschwalbe Natürliche Öffnung der Höhle Tagsüber
Texas-Hornkrötenechse Sonnige Trails 9 bis 11 Uhr
Kojote Rand der Vegetation, Desert Drive Morgendämmerung

Für die Planung deines Besuchs findest du Zugang, Unterkünfte und Aktivitäten im Carlsbad-Caverns-Reiseführer.

Häufige Fragen

Gibt es Fledermäuse in den Höhlen von Carlsbad?

Ja. In Carlsbad Caverns lebt eine Kolonie von mehreren Hunderttausend Mexikanischen Bulldoggfledermäusen. Sie halten sich jeden Sommer von Mai bis Oktober in der Höhle am Natural Entrance auf. Das ist die wichtigste Tierattraktion des Parks.

Zu welcher Uhrzeit kann man die Fledermäuse in den Höhlen von Carlsbad beobachten?

Die Fledermäuse verlassen die Höhle bei Sonnenuntergang. Die genaue Uhrzeit hängt jeden Abend von der Jahreszeit ab. Das NPS veröffentlicht sie am frühen Nachmittag im Visitor Center. In der Hauptsaison kannst du im Allgemeinen mit 19:30 bis 20:30 Uhr rechnen. Das Natur-Amphitheater öffnet ungefähr 45 Minuten vor dem Ausflug.

Gibt es Bären in den Höhlen von Carlsbad?

Nein. In Carlsbad Caverns gibt es weder Schwarzbären noch Grizzlys. Der Park liegt im Chihuahuan Desert, einem Lebensraum, der für diese Arten zu heiß und zu trocken ist.

Gibt es Spinnen in den Höhlen von Carlsbad?

Einige Höhlenspinnenarten leben in den tiefen, für die Öffentlichkeit unzugänglichen Bereichen. In den besuchbaren Bereichen sind Begegnungen selten, und die vorkommenden Arten stellen für Besucher keine Gefahr dar.