Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Kurvige Straße durch einen roten Felsencanyon mit geparktem Auto, Kiefernwald, Flusstal und schneebedeckten Bergen

USA-Reise

Telefon, Bezahlen und Trinkgeld in den USA: Was du vor der Abreise regeln solltest

eSIM, gebührenfreie Karte, Steuern und Trinkgeld: Was du vor einer Reise in die USA und in die Nationalparks vorbereiten solltest.

Von David Sanchez · · 5 Min. Lesezeit

In den USA werden Preise ohne Steuern angezeigt, im Restaurant wird der Service über Trinkgeld bezahlt und dein Handy kann schon kurz nach der Einfahrt in einen Nationalpark den Dienst verweigern. Diese drei Besonderheiten überraschen europäische Reisende bei ihrer ersten USA-Reise immer wieder. Mit ein paar einfachen Vorbereitungen vor dem Abflug ist das Thema ein für alle Mal erledigt.

SIM-Karte oder eSIM: Auch in den Parks verbunden bleiben

Die meisten französischen Tarife bieten eine kostenpflichtige Option Europa plus USA an, die sich bei Aufenthalten von mehr als einer Woche selten lohnt. Für eine Reise von zwei Wochen oder länger ist eine lokale SIM-Karte oder eSIM deutlich günstiger. Für etwa 20 bis 40 Dollar bekommst du ungefähr 10 bis 15 GB.

Handy mit Kartenanzeige neben Bankkarte, Belegen und Münzen auf einem Felsen vor einer weiten bewaldeten Schlucht

Die drei großen US-Mobilfunkanbieter sind AT&T, T-Mobile und Verizon. Für die Nationalparks bietet T-Mobile in ländlichen Gebieten und entlang der Fernstraßen im Westen eine bessere Abdeckung als seine Konkurrenten. Trotzdem hat kein Anbieter innerhalb der Parks durchgehend Empfang. In Yellowstone, am Grand Canyon oder in Zion verschwindet das Netz, sobald du dich von den Besucherzentren entfernst.

Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme: Lade die Offline-Karten deiner Route, etwa von Google Maps oder Maps.me, herunter, bevor du in einen Park fährst. Dasselbe gilt für die offiziellen NPS-PDFs, wenn du Wanderungen planst. Eine eSIM ist über die App des gewählten Anbieters in wenigen Minuten aktiviert, am besten noch vor dem Abflug aus Frankreich.

Gebührenfreie Bankkarte: die wichtigste Grundregel

Kartenzahlung ist in den USA überall möglich, auch in kleinen Geschäften und Cafeterias der Besucherzentren. Kontaktloses Bezahlen, auf Englisch tap to pay, hat sich seit 2020 weitgehend durchgesetzt und funktioniert an fast allen neueren Terminals.

Das Problem klassischer französischer Bankkarten ist die Fremdwährungsgebühr, die pro Transaktion oft zwischen 1,5 und 3 % beträgt. Bei einem Roadtrip durch den amerikanischen Westen kommt da einiges zusammen. Karten ohne Auslandsgebühren, etwa von Boursorama, Fortuneo, N26 oder Revolut, sparen diese Kosten und sind für regelmäßige Reisende inzwischen Standard.

Informiere deine Bank vor der Abreise, wenn deine Karte nicht zu dieser Kategorie gehört. So vermeidest du, dass sie im Ausland vorsorglich gesperrt wird.

Geldautomaten und Bargeld: Wann Cash noch praktisch ist

Bargeld ist nicht unbedingt nötig, aber für Trinkgeld in bar, einige lokale Märkte, ländliche Parkplätze und Aktivitäten mit unabhängigen Guides weiterhin praktisch.

Geldautomaten, auf Englisch ATMs, verlangen normalerweise 3 bis 5 Dollar Gebühr pro Abhebung. So hältst du die Kosten möglichst niedrig:

  • Nutze lieber ATMs großer Banken wie Chase, Bank of America oder Wells Fargo als unabhängige Automaten in Lebensmittelgeschäften oder an Tankstellen.
  • Lehne die vom Automaten angebotene Umrechnung in Euro grundsätzlich ab. Diese Option, DCC genannt, verwendet einen ungünstigen Wechselkurs. Wähle immer die Auszahlung in USD.

Mit etwa hundert Dollar in kleinen Scheinen im Portemonnaie bist du für die meisten Situationen gerüstet.

Steuern: Der angezeigte Preis ist nie der Endpreis

Anders als in Europa werden die Preise in den USA ohne Steuern angezeigt. Die Steuer kommt an der Kasse hinzu und hängt vom Bundesstaat, County und manchmal auch von der Stadt ab.

Bundesstaat (Beispiel) Ungefährer Satz
Oregon, Montana 0 %
Kalifornien 7,25 bis 10,5 %
Nevada 6,85 bis 8,5 %
Utah 4,85 bis 8,7 %
Florida 6 bis 8 %

Ein Gericht, das mit 18 Dollar ausgezeichnet ist, kostet in Kalifornien tatsächlich 19,50 bis 20 Dollar. Bei einem Hotel kann die Steuer je nach Stadt mehr als 15 % betragen, wenn die örtliche Beherbergungssteuer eingerechnet wird. Das ist automatisch und nicht verhandelbar. Plane deshalb 8 bis 12 % Puffer in deinem Tagesbudget ein, dann erlebst du keine Überraschungen.

Trinkgeld: Wer wie viel bekommt und wer keines erhält

Trinkgeld, auf Englisch tip, ist in den US-amerikanischen Dienstleistungsberufen keine freiwillige Anerkennung. Die Löhne von Bedienungen sind gesetzlich sehr niedrig, weil Trinkgeld einen wesentlichen Teil ihres Einkommens ausmacht. In einem Restaurant ohne triftigen Grund kein Trinkgeld zu geben, gilt als unhöflich.

Situation Üblicher Betrag
Restaurant mit Bedienung 18 bis 20 % (mindestens 15 %)
Bar 1 bis 2 Dollar pro Getränk
Taxi oder Uber 15 bis 20 %
Zimmerreinigung 2 bis 5 Dollar pro Nacht
Guide oder Aktivität 10 bis 20 Dollar oder 15 bis 20 %
Parkservice 2 bis 5 Dollar

Am Zahlungsterminal erscheinen oft Schaltflächen für 18 %, 20 % oder 22 %. Über die Option Anpassen kannst du einen anderen Betrag eingeben, wenn du ihn lieber selbst berechnest.

In Fast-Food-Restaurants, Selbstbedienungscafeterias, Lebensmittelgeschäften und gewöhnlichen Läden gibt man kein Trinkgeld. Auch wenn der Bildschirm danach fragt: Lehne einfach ohne schlechtes Gewissen ab, das ist völlig normal.

Bei der Zimmerreinigung solltest du das Trinkgeld jeden Morgen hinterlassen und nicht erst am Ende des Aufenthalts. Das Reinigungspersonal kann von einem Tag zum nächsten wechseln, und das Trinkgeld bei der Abreise kommt nicht unbedingt den Personen zugute, die zuvor dein Zimmer gereinigt haben.

Wenn diese Gewohnheiten sitzen, schrumpft der Posten für unvorhergesehene Ausgaben deutlich. Jetzt musst du nur noch deinen Nationalparkpass auswählen und deine Route fertig planen: Die tägliche Logistik ist damit geregelt.

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