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Ein Auto fährt auf einer kurvigen Straße zwischen Kiefern und roten Felsen durch ein Tal mit Tafelbergen und hohen Bergen

USA-Reise

Ein Auto in den USA mieten: Führerschein, Versicherungen, Selbstbeteiligung und Fallstricke bei Vergleichsportalen

Französischer Führerschein, CDW, Selbstbeteiligung und Flughafengebühren: Was du vor der Buchung eines Mietwagens in den USA wirklich wissen solltest.

Von Erika Müller · · 5 Min. Lesezeit

In den USA ist ein Auto kein Komfort, sondern Infrastruktur. Ohne Auto bleiben die meisten Nationalparks unerreichbar, und zwischen zwei Sehenswürdigkeiten liegen regelmäßig mehrere hundert Kilometer. Bevor du auf "Buchen" klickst, solltest du die folgenden Punkte einzeln geprüft haben.

Ist dein französischer Führerschein in den USA gültig?

Ja, in fast allen US-Bundesstaaten reicht ein französischer Führerschein aus. Bundesrechtlich ist kein internationaler Führerschein vorgeschrieben, aber manche Vermieter verlangen ihn in ihren Geschäftsbedingungen, insbesondere bei Mietzeiten von mehr als 90 Tagen.

Weißes Auto auf einem Mietwagenparkplatz, umgeben von Detailansichten von Reifen, Windschutzscheibe, Außenspiegel und Tankanzeige

Den internationalen Führerschein bekommst du bei der Präfektur. Er kostet etwa 10 Dollar und wird innerhalb weniger Tage ausgestellt. Wir empfehlen ihn trotzdem: Bei einer Polizeikontrolle verhindert er Missverständnisse mit einem Beamten, der mit ausländischen Dokumenten wenig Erfahrung hat. Er ist nur zusammen mit dem französischen Originalführerschein gültig, niemals allein.

Wenn dein Führerschein noch zu den älteren rosafarbenen Modellen ohne elektronischen Chip gehört, können manche Schalter im Ausland besonders genau hinsehen. Nimm vorsichtshalber deinen Personalausweis mit.

Mindestalter und Jungfahrergebühr

Die meisten Unternehmen vermieten ab einem Alter von 21 Jahren. Unter 25 kommt grundsätzlich eine Jungfahrergebühr (young driver fee) hinzu: Je nach Vermieter und Bundesstaat musst du mit etwa 25 bis 40 Dollar pro Tag rechnen. Bei einer zehntägigen Miete kann dieser Posten den Grundpreis verdoppeln.

Einige Unternehmen vermieten bereits ab 18 Jahren, verlangen aber die höchsten Preise und bieten den eingeschränktesten Versicherungsschutz. Prüfe die Altersregelung, bevor du Preise vergleichst.

Am anderen Ende der Altersspanne setzen manche Vermieter eine Grenze bei 70 oder 75 Jahren. Informiere dich direkt beim Anbieter, falls das auf dich zutrifft.

CDW, LDW und Haftpflicht: Versicherungen richtig verstehen

Hier verlieren viele Reisende Zeit und Geld. Zwei Produkte solltest du auseinanderhalten.

Die CDW (Collision Damage Waiver) und die LDW (Loss Damage Waiver) decken das Mietfahrzeug bei einem Unfall oder Diebstahl ab. Schäden, die du Dritten zufügst, sind darin nicht enthalten. Die LDW ist umfassender, weil sie auch Diebstahl einschließt, aber bei beiden bleibt normalerweise eine Selbstbeteiligung bestehen.

Eine Haftpflichtversicherung (liability insurance) ist für das Fahren in den USA vorgeschrieben. Sie ist in jeder Anmietung enthalten, allerdings nur in der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe des jeweiligen Bundesstaats, die oft sehr niedrig ist, zum Beispiel rund 15.000 Dollar in Kalifornien. Bei einem schweren Unfall musst du die Differenz selbst tragen.

Prüfe deinen Versicherungsschutz vor der Abreise: Deine französische Autoversicherung gilt in den USA nicht. Bestimmte hochwertige Kreditkarten (Visa Premier, Mastercard Gold) übernehmen dagegen die CDW, wenn du die Miete mit dieser Karte bezahlst. Lies die genauen Bedingungen, denn jeder Anbieter legt eigene Höchstgrenzen und Ausschlüsse fest.

Die Selbstbeteiligung: Was im Vertrag leicht zu übersehen ist

Auch mit CDW enthält die Miete normalerweise eine Selbstbeteiligung (excess oder deductible), also den Betrag, den du im Schadensfall selbst übernehmen musst. Je nach Vertrag und Fahrzeugtyp liegt sie zwischen 500 und 2.500 Dollar.

Um sie auszuschließen, bieten Vermieter eine zusätzliche Versicherung an, die oft als "Super CDW" oder "Zero Deductible" bezeichnet wird und etwa 10 bis 30 Dollar pro Tag kostet. Unabhängige Versicherungen von spezialisierten Anbietern, die nicht mit dem Vermieter verbunden sind, decken häufig dieselbe Selbstbeteiligung günstiger ab und können vor der Abreise abgeschlossen werden.

Ein häufig vergessener Punkt: Schäden an Reifen, Windschutzscheibe, Unterboden und Außenspiegeln sind von der Standard-CDW oft ausgeschlossen. Diese Schäden werden separat berechnet und sind bei manchen Vermietern nur über zusätzliche optionale Produkte abgedeckt.

Einwegmiete, Maut und Tanken

Wenn du einen Roadtrip durch den amerikanischen Westen als Einwegfahrt planst, zum Beispiel von Los Angeles nach Las Vegas, ist eine Einwegmiete möglich. Sie verursacht aber manchmal eine hohe Rückgabegebühr (drop-off fee) von 100 bis 400 Dollar, abhängig von Entfernung und Vermieter. Prüfe diesen Betrag, bevor du deine Route festlegst, denn er erscheint nicht immer auf der Ergebnisseite des Vergleichsportals.

Bei den Mautgebühren setzen die USA zunehmend auf elektronische Mautsysteme (E-ZPass an der Ostküste, SunPass in Florida, FasTrak in Kalifornien). Wenn du ohne Transponder durch eine reservierte Spur fährst, leitet der Vermieter die Geldstrafe an dich weiter und berechnet manchmal zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 15 bis 25 Dollar pro Vorgang. Die Unternehmen bieten einen Tagespass für Mautstraßen an, der etwa 5 bis 15 Dollar pro Tag kostet. Auf den städtischen Autobahnen im Nordosten kann er sich lohnen, wenn du überwiegend durch Nationalparks fährst, ist er unnötig.

Ein US-Gallon entspricht etwa 3,8 Litern. Der Preis schwankt je nach Bundesstaat deutlich: In Kalifornien ist er wesentlich höher, in Nevada oder Arizona deutlich niedriger. Das Fahrzeug mit vollem Tank zurückzugeben, ist fast immer günstiger, als den vom Vermieter berechneten Tanktarif zu bezahlen.

Was Vergleichsportale erst im letzten Schritt anzeigen

Vergleichsportale zeigen zunächst einen Preis "ohne Steuern und Gebühren" an. Zu den Zusatzkosten, die bei der Buchung hinzukommen, gehören unter anderem:

Gebühr Ungefährer Betrag
Flughafengebühren (airport concession fee) 10 bis 15 % des Gesamtpreises
Zusatzfahrer 10 bis 15 Dollar pro Tag
Integrierte GPS-Navigation 10 bis 15 Dollar pro Tag
Vorausbezahlter Tankservice Oft überteuert

Die praktische Regel: Vergleiche Preise nie, bevor du die abschließende Bestätigungsseite erreicht hast. Erst dort wird der Gesamtbetrag einschließlich aller Steuern und Gebühren angezeigt. Ein Preis von 30 Dollar pro Tag kann nach Hinzurechnung der obligatorischen Posten 55 oder 60 Dollar betragen.

Bei Reisen mit Schwerpunkt auf Nationalparks ist der Mietwagen oft der größte Kostenpunkt der Reise, noch vor der Unterkunft. Wenn du diese versteckten Gebühren einplanst, musst du bei den übrigen Ausgaben weniger kürzen, auch nicht beim America-the-Beautiful-Pass, der für etwa 80 Dollar pro Jahr Zugang zu allen Nationalparks bietet.

Wenn du direkt auf der Website des Vermieters buchst, bekommst du manchmal Mitgliedertarife und kannst die ausgewählten Optionen besser kontrollieren. Vergleichsportale sind weiterhin hilfreich, um die Preisspannen zu ermitteln, aber weniger zuverlässig, wenn du auf den Dollar genau buchen möchtest.

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