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Siebdruck-Illustration: Bisonkuh und Kalb ziehen durch die wellige Mischprärie von Wind Cave zwischen goldenem Gras und Ponderosa-Kiefern.

Wildtiere in Wind Cave: Welche Tiere du siehst und wo du sie beobachten kannst

Von Victoria Boissonade · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Wind Cave

Wind Cave National Park besteht vor allem aus einer Mischgrasprärie und einem Ponderosa-Kiefernwald in den Black Hills von South Dakota. Hier konzentriert sich der größte Teil der Tierwelt. Fünf Arten zeigen ziemlich genau, was dir dort begegnen kann: der Amerikanische Bison, der Schwarzschwanz-Präriehund, der Wapiti, der Gabelbock und das Maultierhirsch. Wenn du deinen Tag gut planst, kannst du mit etwas Glück mindestens drei davon sehen, ohne aus dem Auto zu steigen.

Typische Tiere in Wind Cave

Der Amerikanische Bison

Siebdruck-Illustration: Bisonkuh und Kalb ziehen durch die wellige Mischprärie von Wind Cave zwischen goldenem Gras und Ponderosa-Kiefern.

Der Bison ist das wichtigste Tier in Wind Cave. Die heutige Herde stammt direkt von 14 Tieren ab, die 1913 im Rahmen eines der ersten nordamerikanischen Artenschutzprogramme aus dem Zoo von New York hierhergebracht wurden. Heute betreut der Park mehrere hundert Tiere, die über die Prärieflächen verteilt leben.

Ein ausgewachsener Bison kann bei den Männchen mehr als 900 kg wiegen. Er grast langsam und wirkt träge, kann aber ohne jede Vorwarnung mit 50 km/h angreifen. Im Sommer grasen die Herden den ganzen Tag auf den offenen Hochebenen. Im Herbst bringt die Brunft tiefe Laute und spektakuläre Auseinandersetzungen zwischen den Männchen hervor, mit frontalen Kämpfen und Staubwolken.

Der Schwarzschwanz-Präriehund

Siebdruck-Illustration: Zwei aufgerichtete Schwarzschwanz-Präriehunde stehen nahe ihrem Bau in einer Kolonie von Wind Cave.

Anders, als sein Name vermuten lässt, ist der Präriehund ein Nagetier und ein naher Verwandter des Erdhörnchens. In Wind Cave gibt es mehrere aktive Kolonien. Du erkennst sie von der Straße aus an kleinen, regelmäßig verteilten Erdhügeln. Diese geselligen Tiere verständigen sich mit hohen, pfeifenden Rufen, die ihnen ihren Namen eingebracht haben.

Ihre ökologische Rolle ist grundlegend: Ihre Bausysteme bieten vielen anderen Arten Unterschlupf, darunter dem Kaninchenkauz (Athene cunicularia), der buchstäblich in den verlassenen Gängen brütet. Sommermorgen, an denen die ganze Kolonie an der Oberfläche aktiv ist, bieten das beste Schauspiel.

Der Wapiti

Siebdruck-Illustration: Großer Wapitibulle mit Geweih an einem grasbewachsenen, von Gelb-Kiefern gesäumten Hang in Wind Cave

Der Wapiti ist der größte Hirsch im Park und hält sich vor allem an den Rändern der Ponderosa-Kiefernwälder auf. Die Männchen tragen ein imposantes Geweih, das jeden Winter abfällt und ab dem Frühjahr wieder wächst. Die Brunft von Anfang September bis Ende Oktober bringt pfeifende Rufe hervor, die mehrere Kilometer weit tragen. Diese Zeit ist kaum zu überhören.

Am besten beobachtest du Wapitis morgens und in der Dämmerung. Im Hochsommer ziehen sie sich während der heißen Stunden in den Schatten zurück, gut geschützt im Wald.

Der Gabelbock (Pronghorn)

Siebdruck-Illustration: Erwachsene Gabelantilope durchquert das kurze Gras der offenen Prärie von Wind Cave, vollständig im Profil sichtbar.

Der Gabelbock ist das schnellste Tier Nordamerikas. Er kann über lange Strecken 80 km/h halten und entkommt damit fast allen seinen Fressfeinden. Äußerlich erinnert er an eine afrikanische Gazelle, gehört aber zu keiner anderen noch lebenden Tierfamilie der Welt.

In Wind Cave hält er sich in offenen Prärien auf, oft in kleinen Gruppen. Seine hakenförmigen Hörner tragen beide Geschlechter und machen ihn unverwechselbar. Gabelböcke sind scheu. Bleib für eine längere Beobachtung im Fahrzeug, denn sobald du aussteigst, läuft das Tier davon.

Maultierhirsch und Weißwedelhirsch

Siebdruck-Illustration: Maultierhirsch mit großen Ohren auf der Wiese nahe dem Visitor Center von Wind Cave

In Wind Cave leben zwei Hirscharten nebeneinander. Das Maultierhirsch bevorzugt bewaldete Gebiete und felsige Hänge. Seine großen, fächerförmigen Ohren sind sein auffälligstes Merkmal. Der Weißwedelhirsch wagt sich eher an den Rand der Prärie und in die Talsohlen.

Beide Arten kannst du fast überall im Park beobachten. Die Kitze werden im Frühjahr geboren und sind gefleckt, damit sie in der Vegetation verborgen bleiben. Im Herbst verlieren sie ihre Flecken.

Maultierhirsch und Weißwedelhirsch unterscheiden

Siebdruck-Illustration: Maultierhirsch mit großen Ohren auf der Wiese nahe dem Visitor Center von Wind Cave

Zwei Merkmale reichen aus, um sie sicher auseinanderzuhalten. Zuerst die Ohren: Beim Maultierhirsch sind sie groß und wie Parabolantennen weit abgespreizt, beim Weißwedelhirsch kleiner und näher am Kopf. Dann der Schwanz bei der Flucht: Das Maultierhirsch trägt ihn tief, mit schwarzer Spitze. Der Weißwedelhirsch richtet dagegen einen breiten weißen Schwanz wie eine Fahne auf, der auch aus großer Entfernung sichtbar ist. Die weiße Hinterpartie ist kaum zu übersehen.

Die Tierwelt der Höhle

Siebdruck-Illustration: Kleine Fledermaus an einer dunklen Kalksteinwand im unterirdischen Höhlensystem von Wind Cave.

Wind Cave beherbergt auch eine unscheinbare, aber durchaus vorhandene unterirdische Tierwelt. Vor allem findest du Höhlengrillen, wirbellose Tiere, die perfekt an die Dunkelheit und die dauerhafte Feuchtigkeit des Höhlensystems angepasst sind und an Wänden und Decken sitzen. Einige Fledermausarten nutzen gelegentlich bestimmte Gänge. Die großen Säugetiere an der Oberfläche steigen nicht in die Höhle hinab. Unterirdische und oberirdische Tierwelt leben in zwei getrennten Welten mit völlig unterschiedlichen Zugängen.

Wo du Tiere in Wind Cave sehen kannst

Die Mischgrasprärie, die den größten Teil des Parks bedeckt, ist das ergiebigste Gebiet. Diese Bereiche solltest du dir merken.

Die US Highway 385 bei Sonnenaufgang. Die Hauptstraße durchquert den Park von Norden nach Süden. In den frühen Morgenstunden halten sich Bisons, Hirsche und Gabelböcke häufig an den Straßenrändern auf. Im Park gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 35 mph (etwa 56 km/h). Bleib darunter und schalte das Abblendlicht ein, solange es noch dunkel ist. Wenn eine Bisonherde auf der Fahrbahn steht, stell den Motor ab und warte.

Rankin Ridge. Der mit etwa 1.230 m höchste zugängliche Punkt des Parks bietet einen Panoramablick über die gesamte Prärie. Der Rankin Ridge Trail (1,6 km hin und zurück) führt an einem Aussichtsturm vorbei. Von dort oben kannst du besonders gut Bisons und Wapitis entdecken.

Die Präriehundkolonien. Mehrere Kolonien liegen im zentralen Parkbereich nahe dem Visitor Center. Du erkennst sie vom Auto aus an den regelmäßigen Erdhügeln. Am Vormittag ist die Aktivität an der Oberfläche am größten.

Wind Cave Canyon Trail. Dieser Trail am Grund eines bewaldeten Canyons führt durch andere Lebensräume als die offene Prärie. Dadurch steigen deine Chancen auf verschiedene Tierarten, besonders auf Hirsche und Kojoten.

Der Wanderführer für Wind Cave stellt die Trails mit ihrem Profil und den Arten vor, denen du dort regelmäßig begegnen kannst.

Wann du Tiere in Wind Cave beobachten kannst

Morgendämmerung und Dämmerung sind die besten Zeitfenster für Säugetiere. In der Tagesmitte ziehen sich die Hirsche in den Schatten zurück. Bisons grasen dagegen den ganzen Tag.

Frühling (April bis Mai): In dieser Zeit werden Kitze von Hirschen und Gabelböcken sowie junge Bisons geboren. Auch in den Präriehundkolonien herrscht dann viel Aktivität.

Sommer (Juni bis August): Die Bisonherden sind in der Prärie gut zu sehen. Die Temperaturen steigen regelmäßig über 27 °C. Starte deshalb vor 8 Uhr oder nach 18 Uhr, damit du angenehme Temperaturen und gute Chancen auf Tierbeobachtungen verbindest.

Herbst (September bis Oktober): Wapiti- und Bisonbrunft fallen in diese Zeit. Das goldene Licht eignet sich gut zum Fotografieren, die Tage sind trocken und die Nächte kühl, oft bis zum Gefrierpunkt.

Winter (November bis März): Der Park bleibt geöffnet, aber nach starkem Schneefall können Straßen gesperrt werden. Im Jahresmittel fallen insgesamt mehr als 75 cm Schnee. Vor der weißen Landschaft sind Bisons besonders gut zu erkennen. Nimm geeignete Thermokleidung mit.

Der Guide zur besten Reisezeit für Wind Cave beschreibt Monat für Monat die Bedingungen und Naturereignisse, die du je nach Reisedaten nicht verpassen solltest.

Raubtiere und große Tiere in Wind Cave

Der Berglöwe (Puma)

Siebdruck-Illustration: Ein Berglöwe bewegt sich lautlos zwischen Felsen und Gelbkiefern in den Hügeln von Wind Cave.

In Wind Cave lebt eine Population von Berglöwen, die nur selten gesichtet werden. Sie sind sehr scheu und vor allem nachts aktiv. Kamerafallen des NPS bestätigen ihre Anwesenheit. Die Tiere spielen eine wichtige Rolle, weil sie die Bestände von Hirschen und Gabelböcken auf natürliche Weise regulieren.

Falls du einem begegnest, was äußerst selten vorkommt, gilt: Lauf nicht weg, wende dich dem Tier zu, mach dich groß und sprich mit fester Stimme.

Der Kojote

Siebdruck-Illustration: Ein Kojote steht im hohen Gras der Mischgrasprärie von Wind Cave, die Ohren zum Horizont gerichtet.

Der Kojote ist das Raubtier, das du am wahrscheinlichsten siehst, etwa in der Prärie bei Sonnenaufgang oder am späten Nachmittag. Er jagt Präriehunde und kleine Nagetiere. Sein typischer Ruf aus einer Reihe hoher Kläffer und Heuler ist bei Sonnenuntergang häufig zu hören.

Der Amerikanische Dachs

Siebdruck-Illustration: Amerikanischer Dachs verlässt mit seinen beiden Jungen seinen Bau in der Prärie von Wind Cave.

Der bei Besuchern weniger bekannte Dachs hält sich in denselben Gebieten wie die Präriehunde auf und jagt sie, indem er ihre Baue aufgräbt. Im Sommer ist er nachtaktiv, manchmal zeigt er sich aber am späten Nachmittag in den Präriehundkolonien. Seine gedrungene Gestalt, die hellen Flanken und die gestreifte Schnauze sind gut erkennbar.

Die Prärieklapperschlange

Die Prärieklapperschlange (Crotalus viridis) ist die einzige Giftschlangenart des Parks. Sie bleibt unauffällig und zieht sich meist zurück, wenn sich ein Mensch nähert. Schau beim Wandern in hohem Gras zuerst auf den Boden, bevor du auftrittst, und stecke deine Hände nicht in Felsspalten. Wenn du das typische Rasseln hörst, geh ruhig zurück.

Wildtiere sicher beobachten

Vorgeschriebener Mindestabstand. Der NPS verlangt einen Mindestabstand von 25 Yards (23 m) zu jedem wilden Tier. Bei Bisons und Wapitis musst du mindestens 100 Yards (91 m) Abstand halten, wenn sie unruhig sind oder Junge haben. Diese Abstände sind keine bloßen Empfehlungen. Ein angreifender Bison kann dich in zwei Sekunden erreichen.

Füttere niemals ein Tier. Das gilt auch für Präriehunde und Eichhörnchen. Menschliche Nahrung verändert ihr Verhalten und schadet ihrer Gesundheit. Ein Tier, das gelernt hat, sich Menschen zu nähern, wird von Rangern häufig eingeschläfert.

Bleib auf den markierten Wegen. Abseits des Trails störst du Ruhe- und Wurfplätze und kannst die Baue der Präriehunde beschädigen.

Stell dich niemals zwischen ein Muttertier und sein Junges. Diese Regel gilt für Bisons, Wapitis und auch Hirsche. Eine Hirschkuh kann angreifen, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt.

Im Auto vor einer Herde. Stell den Motor ab und warte, bis die Bisons die Straße überquert haben. Hup nicht und steig zum Fotografieren nicht aus. Ein Bison kann gegen eine Autotür stoßen und erheblichen Schaden verursachen.

Für allgemeine Sicherheitshinweise zu Gewittern, extremer Hitze und medizinischen Notfällen in Wind Cave fragst du die Ranger am Parkeingang oder liest die Hinweise im Visitor Center.

Kurz zusammengefasst: Diese Arten solltest du nicht verpassen

Art Wo du suchen solltest Beste Zeit
Amerikanischer Bison US Highway 385, offene Hochebenen Ganzjährig, Morgen- und Abenddämmerung
Präriehund Kolonien nahe dem Visitor Center Frühling und Sommer, tagsüber
Wapiti Ränder der Ponderosa-Kiefernwälder Morgens, im Herbst zur Brunft
Gabelbock Offene Prärie, US Highway 385 Morgens, Frühling bis Herbst
Maultierhirsch Bewaldete Gebiete, Wind Cave Canyon Trail Morgendämmerung, Dämmerung
Kojote Prärie, Umgebung der Kolonien Morgendämmerung, Sonnenuntergang
Berglöwe Überall, sehr scheu Nur selten zu sehen

Alle Informationen für die Planung deines Besuchs findest du in unserem kompletten Guide zu Wind Cave.

Häufige Fragen

Welche Tiere leben im Wind Cave National Park?

In Wind Cave leben Amerikanische Bisons, Schwarzschwanz-Präriehunde, Wapitis, Gabelböcke, Maultierhirsche, Weißwedelhirsche, Kojoten, Amerikanische Dachse und Berglöwen. Der Park gehört zu den wenigen Schutzgebieten der Great Plains, in denen all diese Arten auf einem zusammenhängenden Gebiet vorkommen.

Welche Tiere leben in den Höhlen von Wind Cave?

In den Höhlen von Wind Cave leben vor allem Höhlengrillen und wirbellose Tiere, die an die Dunkelheit und die dauerhafte Feuchtigkeit des unterirdischen Systems angepasst sind. Einige Fledermausarten halten sich dort gelegentlich auf. Die unterirdische Tierwelt unterscheidet sich stark von der Tierwelt an der Oberfläche und bleibt bei den üblichen Führungen meist unsichtbar.

Gibt es Bären im Wind Cave National Park?

Schwarzbären werden in den Black Hills nur sehr gelegentlich gemeldet. In Wind Cave sind sie jedoch äußerst selten und eher eine Überraschung als eine realistische Wahrscheinlichkeit. Grizzlybären gibt es in dieser Region von South Dakota nicht, denn diese Art kommt in den Black Hills nicht vor.

Welches Tier kannst du bei Führungen in der Höhle sehen?

Bei Führungen des NPS kannst du Höhlengrillen entdecken, die an den Wänden sitzen. Je nach Jahreszeit und besuchtem Bereich weisen die Guides manchmal auf sie hin. Die großen Säugetiere der Oberfläche steigen nicht in das Höhlensystem hinab. Höhle und Prärie sind zwei vollständig getrennte Lebensräume.