Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Gerade Straße nach Salt Lake City mit Kapitol und Hochhäusern vor einem See, hohen Bergen und fernen Tafelbergen

Spartipps

Was du in Salt Lake City unternehmen kannst: das Tor zu Utahs Nationalparks in ein oder zwei Tagen

Salt Lake City ist Utahs Luftdrehkreuz und der ideale Ausgangspunkt für die Mighty Five. Das kannst du dort in ein oder zwei Tagen erleben.

Von David Sanchez · · 5 Min. Lesezeit

Für die meisten Reisenden, die nach Zion oder Arches weiterfahren, ist Salt Lake City kein Reiseziel an sich, sondern ein Zwischenstopp. Trotzdem verdient die Stadt einen ganzen, vielleicht sogar zwei Tage, bevor du zu den Canyons aufbrichst. Ein guter Flughafen, erschwingliche Hotels und eine Landschaft mit einigen Überraschungen sprechen dafür.

Warum man über Salt Lake City fährt

Der internationale Flughafen von Salt Lake City (IATA-Code: SLC) wird je nach Saison von Delta und Air France mit direkten Transatlantikflügen aus Paris angeflogen, die etwa 11 Stunden dauern. Er ist der natürliche Ausgangspunkt für die Mighty Five, die fünf Nationalparks Utahs: Zion, Bryce Canyon, Capitol Reef, Canyonlands und Arches. Ein Mietwagen am Flughafen ist unverzichtbar, denn keiner dieser Parks ist ohne eigenes Fahrzeug erreichbar. Die Höhenlage der Stadt von etwa 1.300 Metern überrascht bei der Ankunft manchmal, besonders im Sommer, wenn die trockene Hitze stärker ist, als die Luftfeuchtigkeit des Körpers vermuten lässt.

Rosafarbenes Wasser eines Salzsees mit weißen Ablagerungen, Watvögeln, einem Bison am Ufer und Bergen im Hintergrund

Die Innenstadt an einem Nachmittag

Temple Square liegt im Herzen der Innenstadt: Auf dem vier Hektar großen, abgeschlossenen Gelände befindet sich der Hauptsitz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Der sechstürmige weiße Tempel ist Mitgliedern vorbehalten, doch das angrenzende Besucherzentrum ist für alle geöffnet und erzählt die Geschichte der mormonischen Bewegung ohne Umschweife. Fünf Gehminuten entfernt überragt das Utah State Capitol die Stadt von einem Hügel aus. Die kostenlose Führung dauert etwa 45 Minuten und vermittelt einen guten Eindruck von der Entwicklung des Bundesstaates.

Der Downtown Farmers Market findet von Juni bis Oktober samstagvormittags im Pioneer Park statt und bringt lokale Erzeuger, Streetfood-Anbieter und Kunsthandwerker zusammen. Hier triffst du auf den am wenigsten touristischen und oft lebendigsten Ort der Innenstadt. Wenn du eine zusätzliche Stunde hast, lohnt sich östlich des Zentrums ein Abstecher zum Gilgal Sculpture Garden. Der kostenlose Stadtteilpark mit mormonischen Statuen und Sphinxköpfen ist ein eigenartiger Ort.

Der Great Salt Lake und Antelope Island

Man fährt dorthin, um etwas Einzigartiges zu sehen: einen Binnensee, dessen Salzgehalt je nach Wasserstand 25 bis 27 Prozent erreichen kann, gegenüber 3,5 Prozent im Meer. Fische gibt es dort nicht, dafür das ganze Jahr über Tausende Zugvögel. Am einfachsten erreichst du ihn über den Antelope Island State Park, etwa 45 Minuten nördlich der Innenstadt. Auf der Insel leben eine Bisonherde mit rund 700 Tieren und Gabelböcke. Der Sonnenaufgang von der Marina in Bridger Bay, bei dem der See je nach Konzentration halophiler Algen orange oder rosa schimmert, bleibt als Bild schwer vergessen. Eintritt: etwa 15 Dollar pro Fahrzeug.

Vorsicht bei großer Hitze und niedrigem Wasserstand: Uferfliegen (brine flies) können das Baden unangenehm machen. Informiere dich, bevor du ein Bad im See planst.

Die Canyons der Wasatch Mountains in dreißig Minuten

Die Wasatch Mountains begrenzen Salt Lake City im Osten und ragen auf mehr als 3.000 Meter. Im Winter liegen die Skigebiete in Big Cottonwood Canyon (Brighton, Solitude) und Little Cottonwood Canyon (Snowbird, Alta) etwa 40 Minuten von der Innenstadt entfernt. Dort gibt es Schnee, der zu den leichtesten des Kontinents zählt. Im Sommer führen dieselben Straßen zu Wanderwegen, auf denen kaum jemand unterwegs ist. Zum Lake Blanche in Big Cottonwood Canyon geht es über eine etwa 9 Kilometer lange Strecke hin und zurück mit 550 Höhenmetern. Ein durchschnittlicher Wanderer braucht dafür rund drei Stunden.

Wenn du nur einen halben Tag hast, reicht der Beginn des Millcreek Canyon, um dem Beton zu entkommen und Rehe zu sehen, ohne die Stadt zu verlassen.

Trinken und essen: Erst die örtlichen Regeln

In Utah gelten beim Alkohol die gesetzlichen Regelungen, die vom mormonischen Einfluss geprägt sind. Supermärkte verkaufen Bier mit bis zu 5 % Alkohol. Spirituosen und Wein bekommst du ausschließlich in den „State Liquor Stores“, die sonntags geschlossen sind und eingeschränkte Öffnungszeiten haben. Restaurants mit einer „full-service liquor“-Lizenz servieren alles, sofern du gleichzeitig mit dem Alkohol auch etwas zu essen bestellst.

Zwei lokale Brauereien solltest du dir merken: Squatters Pub Brewery in der Innenstadt mit einer abwechslungsreichen Speisekarte und Kiitos Brewing im Viertel Marmalade für eine eher garageartige Atmosphäre. Zum Essen bietet sich Red Iguana an, ein seit 1965 geöffnetes mexikanisches Restaurant. Am Wochenende musst du fast sicher mit einer Warteschlange rechnen, aber es lohnt sich. Preis für eine Mahlzeit: etwa 15 bis 25 Dollar pro Person ohne Alkohol.

Ausflüge zu den Parks: Entfernungen und Routenplanung

Von Salt Lake City aus sind alle Nationalparks Utahs in weniger als fünf Stunden Fahrt erreichbar:

Park Ungefähre Entfernung Ungefähre Fahrzeit
Arches 380 km 4 Std.
Canyonlands 395 km 4 Std. 15 Min.
Capitol Reef 325 km 3 Std. 30 Min.
Bryce Canyon 430 km 4 Std. 30 Min.
Zion 435 km 4 Std. 30 Min.

Für eine Rundreise bietet sich ganz natürlich folgende Schleife an: über die US-89 hinunter zum Capitol Reef, weiter zum Bryce Canyon und anschließend zum Zion, bevor du über die I-15 nach Salt Lake City zurückkehrst. Die umgekehrte Reihenfolge funktioniert genauso gut und lässt sich an die verfügbaren Unterkünfte anpassen. Ein America the Beautiful Pass für etwa 80 Dollar pro Fahrzeug, gültig 12 Monate, deckt die Eintrittsgebühren aller staatlichen Nationalparks ab. Bei fünf Parks auf dem Programm lohnt er sich bereits ab dem zweiten Stopp.

Eine Übernachtung in Salt Lake City auf dem Hinweg und eine weitere auf dem Rückweg geben einer zehn- bis fünfzehntägigen Utah-Rundreise einen guten Rhythmus. Du kannst deine Beine ausruhen und musst nicht um 4 Uhr morgens aufstehen, um nach vier Stunden Fahrt von Las Vegas aus den Sonnenaufgang in den Canyons zu erleben.

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