Unterwegs in Gates of the Arctic: Anreise, Flugzeug und Fortbewegung in der Wilderness
Kurz gesagt: Gates of the Arctic hat keine Straße, keinen markierten Weg und keinen offiziellen Parkeingang. Mit dem Auto kommst du nur bis zum Parkrand. Um in den Park zu gelangen, musst du ein Kleinflugzeug, ein Bush Plane, nehmen oder von der Dalton Highway aus zu Fuß gehen.
So kommst du nach Gates of the Arctic
Fairbanks ist der wichtigste logistische Ausgangspunkt. Vom Fairbanks International Airport (FAI) aus hast du zwei Möglichkeiten.
Mit einem Charterflug: Mehrere Bush-Plane-Anbieter fliegen täglich oder auf Anfrage zu den Gateway Communities des Parks: Bettles, etwa eine Flugstunde und rund 315 km nördlich, Coldfoot und Anaktuvuk Pass. Die große Mehrheit der Besucher wählt diesen Weg.
Über die Dalton Highway: Die Dalton Highway verläuft auf mehreren hundert Kilometern entlang der östlichen Parkgrenze. Fairbanks liegt etwa 400 km südlich von Coldfoot, dem letzten Ort mit Versorgung vor der großen Leere. Hinter Livengood besteht die Straße vollständig aus Schotter. Du brauchst einen 4x4 oder ein robustes SUV, verstärkte Reifen und zusätzliche Kanister. In Coldfoot bist du am Parkrand, aber noch nicht im Park.
Alle praktischen Informationen zu Inlandsflügen ab Anchorage und zu geeigneten Mietfahrzeugen für die Dalton Highway findest du im Guide zur Anreise nach Gates of the Arctic. Wenn du Gates of the Arctic mit anderen Wildnisgebieten Alaskas verbinden möchtest, findest du im Alaska-Roadtrip-Guide passende Anregungen.
Parkzugänge und die richtige Wahl
Gates of the Arctic hat kein Tor, keinen Schalter und keine Schranke. Du betrittst den Park nicht wie ein erschlossenes Ausflugsziel: Du landest mit dem Flugzeug auf einem See oder einem Kiesufer oder überquerst die Grenze von der Straße aus zu Fuß. Drei Zugänge decken den größten Teil des Besucherverkehrs ab.
Bettles / Evansville: Das Dorf südlich des Parks ist der meistgenutzte Zugang. In der Ranger Station bekommst du eine Einweisung und Informationen zu den aktuellen Bedingungen. Auch wenn du nur wenige Minuten bleibst, solltest du hier vor jedem Aufenthalt vorbeischauen.
Coldfoot: An der Dalton Highway ist im Sommer eine Visitor Contact Station geöffnet. Von Coldfoot aus musst du die Parkgrenze noch zu Fuß durch die Tundra überqueren, mehrere Kilometer weit, oder mit einem Bush Plane weiterfliegen.
Anaktuvuk Pass: Das abgeschiedene Nunamiut-Dorf im Zentrum des Parks ist nur auf dem Luftweg erreichbar. Eine saisonale Ranger Station ist dort in Betrieb. Das ist die richtige Wahl, wenn du die zentralen Gebiete ohne weiteren Flugtransfer erkunden möchtest.
Keiner dieser Zugänge bedeutet, dass du Eintritt zahlen musst: Der Park ist kostenlos. Die Kosten für Charterflüge und mögliche Campinggebühren hängen von den Anbietern und den jeweiligen Gebieten ab. Informiere dich direkt bei den Bush-Plane-Anbietern und beim NPS.
Unterwegs im Park
Zu Fuß: Wandern und Bushwhacking
Sobald dich das Flugzeug abgesetzt hat, bleibt zu Land nur das Gehen. Es gibt keine Wege. Du orientierst dich mit Kompass oder GPS und liest dabei das Gelände. Grate, Flüsse und Täler dienen als natürliche Orientierungspunkte. Orientierung abseits markierter Wege im arktischen Gelände ist kein Komfortthema, sondern eine unverzichtbare Fähigkeit.
Das Vorankommen ist langsam. Zwischen den Tussock-Mooren, also instabilen Grasbüscheln, über die du bei jedem Schritt stolpern kannst, den Sumpfgebieten und dem unebenen Gelände der Brooks Range schaffst du je nach Gebiet 2 bis 4 km/h. Der Guide zu den Wanderungen in Gates of the Arctic beschreibt die Gebiete und die erforderliche Erfahrung genauer. Der Guide zur Route schlägt konkrete Etappen für verschiedene Aufenthaltsdauern vor.
Mit Kanu und Kajak
Die Flüsse des Parks, darunter Alatna, John, Tinayguk und North Fork Koyukuk, bilden auf mehreren hundert Kilometern schnelle Fortbewegungskorridore. Mit einem Kanu oder aufblasbaren Kajak kannst du in einer Woche eine Strecke zurücklegen, für die du zu Fuß dreimal so lange bräuchtest. Vor Ort gibt es keinen Verleih. Du musst die Ausrüstung ab Fairbanks im Flugzeug mitnehmen.
Mit dem Bush Plane zwischen den Gebieten
Wenn du von einem Tal in ein anderes wechseln möchtest, musst du deinen Fluganbieter für einen vorher vereinbarten Termin und Ort erneut kontaktieren. Viele Gruppen planen auf derselben Expedition zwei oder drei Absetz- und Abholpunkte ein, um nacheinander verschiedene Flusseinzugsgebiete zu erkunden.
Wo kannst du parken? Parkplätze und Landeplätze
Im Park gibt es keinen Parkplatz. Schon der Begriff passt hier nicht.
Parken in Coldfoot: In der Nähe der Visitor Contact Station steht eine unbewachte Fläche zur Verfügung. Wenn du von der Dalton Highway aus zu Fuß in den Park gehst, ist dies der praktischste Ausgangspunkt.
Parken in Fairbanks: Wenn du einen Charterflug nimmst, bleibt dein Auto in Fairbanks. Mehrere Fluganbieter bieten für die Dauer deines Aufenthalts eine bewachte Abstellmöglichkeit an. Informiere dich direkt bei ihnen.
Landeplätze: Im Winter dienen zugefrorene Seen und im Sommer Gravel Bars, also angeschwemmte Kiesbänke, als improvisierte Start- und Landeflächen. Dein Pilot prüft das Gelände aus der Luft, bevor er landet. Kein Landeplatz ist „offiziell“. Dein Pilot entscheidet nach den aktuellen Bedingungen.
Entfernungen und Fahr- beziehungsweise Flugzeiten zwischen den Gebieten
Der Park erstreckt sich etwa 350 km von Norden nach Süden und 200 km von Osten nach Westen. Einige nützliche Richtwerte:
- Von Bettles nach Anaktuvuk Pass: etwa 160 km Luftlinie, also 30 bis 40 Minuten mit dem Bush Plane.
- Von Coldfoot zum John River Valley: je nach Zielpunkt 40 bis 80 km, also 20 bis 40 Minuten mit dem Flugzeug oder mehrere Tage zu Fuß.
- Von einem Camp zum nächsten zu Fuß: je nach Gelände, Wetter und deinem Gehtempo 3 bis 8 Tage.
Plane immer einen Puffer von 2 bis 3 Tagen ein. Starke Winde können ein Flugzeug mehrere Tage hintereinander am Boden halten. Der Guide zur Route stellt Schleifen und Durchquerungen für unterschiedlich lange Aufenthalte vor.
Sonderfälle: Wohnmobil, Barrierefreiheit und Tiere
Wohnmobil und Van: Diese Fahrzeuge bringen dir für den eigentlichen Parkbesuch nichts. Die Dalton Highway ist mit dem Wohnmobil bis Coldfoot befahrbar, aber die Straße ist anspruchsvoll und nördlich von Coldfoot gibt es keinerlei Versorgung. Im Park selbst gibt es keine Infrastruktur für solche Fahrzeuge. Die Bedingungen auf der Dalton Highway für alle, die mit dem Wohnmobil bis zur Grenze fahren möchten, beschreibt der Guide zum Wohnmobilurlaub in Gates of the Arctic.
Barrierefreiheit: Gates of the Arctic ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht zugänglich. Das Gelände ist vollständig wild. Kontaktiere vor jedem Besuch die Ranger Station in Bettles. Die Ranger prüfen die Möglichkeiten individuell und empfehlen dir die am wenigsten unwegsamen Gebiete.
Haustiere: Hunde sind im Park erlaubt, müssen aber jederzeit streng kontrolliert werden. Die ständige Präsenz von Grizzlys und Wölfen macht einen freilaufenden Hund für ihn selbst und für die Gruppe gefährlich. Der Guide zur Tierwelt in Gates of the Arctic erklärt, wie du dich gegenüber Raubtieren verhalten solltest.
Praktische Infos zur Fortbewegung: Treibstoff, Mobilfunk und Apps
Treibstoff: Im Park gibt es keine Tankstelle. Wenn du die Dalton Highway fährst, tanke in Fairbanks voll und nimm zusätzliche Kanister mit. Die Tankstelle in Coldfoot, rund 400 km nördlich, ist in dieser Richtung die einzige mögliche Station.
Mobilfunk: Im Park gibt es keinen Mobilfunkempfang, und auch in der Umgebung ist er fast nicht vorhanden. Selbst in Coldfoot und Bettles ist das Signal unzuverlässig. Ein Satellitentelefon oder ein PLB (Personal Locator Beacon) ist kein Luxus, sondern für deine Sicherheit unerlässlich. Der praktische Guide zu Gates of the Arctic beschreibt die empfohlene Ausrüstung für einen Aufenthalt in der Wilderness.
Navigation und Apps: Offline-GPS-Apps wie Gaia GPS und CalTopo sind für die Routenplanung hilfreich. Nimm zusätzlich eine wasserfeste topografische Papierkarte mit. Kälte entlädt die Akkus schnell, und in der Wilderness gibt es keine Lademöglichkeit.
Wetter: Das arktische und subarktische Klima des Parks kann unabhängig von der Jahreszeit innerhalb weniger Stunden aus klarem Himmel einen Schneesturm machen. Plane für deine Versorgung immer 2 bis 3 zusätzliche Tage an Proviant ein. Der Guide zum Wetter in Gates of the Arctic beschreibt die geeigneten Besuchsfenster der einzelnen Jahreszeiten und die zu erwartenden Bedingungen.
Häufige Fragen
Warum ist Gates of the Arctic der am wenigsten besuchte Nationalpark der USA?
Gates of the Arctic ist der am wenigsten besuchte Park der Vereinigten Staaten, weil es weder eine Zufahrtsstraße noch markierte Wege oder Infrastruktur innerhalb seiner Grenzen gibt. Jeder Besuch erfordert einen Charterflug mit einem Bush Plane oder eine eigenständige Wanderung abseits markierter Wege. Der Zugang bleibt deshalb erfahrenen und gut ausgerüsteten Besuchern vorbehalten.
Gibt es Grizzlys im Gates-of-the-Arctic-Nationalpark?
Ja, Grizzlys, also Braunbären, leben im gesamten Park. Trage Bärenspray jederzeit griffbereit, bewahre deine Lebensmittel in einem zugelassenen Bear Canister auf und lass dich vor der Wahl deines Biwakplatzes in der Ranger Station einweisen.
Gibt es Eisbären im Gates-of-the-Arctic-Nationalpark?
Nein. Eisbären leben auf dem arktischen Küstenmeereis und halten sich nicht im Landesinneren auf. In Gates of the Arctic geht die Bärengefahr ausschließlich von Grizzlys und in den südlichen Gebieten von Schwarzbären aus.
Welche Nationalparks Alaskas sind die größten?
Gates of the Arctic ist nach seiner Fläche der zweitgrößte Nationalpark der USA, hinter Wrangell-St. Elias, ebenfalls in Alaska. In Alaska liegen mehrere der größten Schutzgebiete des Landes. Katmai, Lake Clark, Denali und Kenai Fjords gehören ebenfalls zu dieser Gruppe.
