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Wo du im Gates of the Arctic National Park und Umgebung essen kannst

Von Erika Müller · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Gates Of The Arctic

Gates of the Arctic spielt in einer eigenen Liga. Keine Straße führt hinein, kein markierter Weg zeichnet seine Grenzen nach und keine Cafeteria wartet auf dein Tablett. Kurz gesagt: Im Park trägst du alles selbst, was du isst. Am östlichen Parkrand serviert Coldfoot Camp am Mile 175 der Dalton Highway von Juni bis September eine warme Mahlzeit. In Fairbanks stellst du deine komplette Verpflegung zusammen, bevor du in die Weite aufbrichst.

Essen im Park: Selbstversorgung als einzige Regel

In Gates of the Arctic gibt es keine Lodge mit Restaurant, keine Cafeteria und keinen General Store. Das ist keine vorübergehende Lücke, sondern gehört zum Wesen dieses Parks: Hier erstreckt sich auf 3 Millionen Hektar eine arktische Landschaft ohne touristische Infrastruktur.

Du fliegst von Fairbanks, Bettles oder Coldfoot aus ein oder kommst zu Fuß von der Dalton Highway. Danach kümmerst du dich selbst um alles. Die gesamte Verpflegung planst du vorher in den Städten an den Parkzugängen.

Lebensmittel und Picknick im Park: Plane deine Rationen

Weil es im Park keine Möglichkeit zum Nachkaufen gibt, ist die Selbstversorgung keine Option unter mehreren. Sie ist die einzige Möglichkeit.

Das nimmst du mit:

  • Gefriergetrocknete Mahlzeiten, die wenig wiegen und sich mit kochendem Wasser schnell zubereiten lassen
  • Energieriegel, Nüsse und Trockenfrüchte für Snacks zwischen zwei Tragestrecken
  • Kaffee, Tee und Heißgetränke. In den Juli-Nächten sinken die Temperaturen auf wenige Grad Celsius.
  • Einen kompakten Gaskocher und genügend Kartuschen für die gesamte Reise

Vorgeschriebene Aufbewahrung: Die Parkregeln verlangen für alle Lebensmittel einen zertifizierten Bear Canister. Das ist keine freiwillige Empfehlung. Der praktische Guide für Gates of the Arctic nennt die zugelassenen Modelle und erklärt, wie du Lebensmittel im Camp lagerst.

Wasser: Die Flüsse und Bäche des Parks führen reichlich Wasser, doch du musst jede Entnahme filtern oder chemisch aufbereiten. Trinkwasser gibt es vor Ort nicht.

Wo du dich versorgst: Fairbanks ist am besten ausgestattet. Dort findest du große Supermärkte und Outdoorläden, die gefriergetrocknete Lebensmittel in größeren Mengen verkaufen. In Bettles gibt es einen kleinen Laden mit dem Nötigsten, allerdings zu Preisen, die seiner abgeschiedenen Lage entsprechen.

Wo du in der Umgebung essen kannst: die Städte an den Parkzugängen

Coldfoot (Mile 175, Dalton Highway)

Coldfoot ist der östliche Zugang zum Park und von Fairbanks aus mit dem Auto erreichbar, etwa 400 km entfernt. Das Roadcamp liegt direkt an der Straße und ist zugleich ein verlässlicher Anlaufpunkt für Reisende auf dem Weg in die Wildnis.

Coldfoot Camp bewirtet Trucker und Abenteurer seit Jahrzehnten. Das Restaurant des Camps ist saisonal geöffnet, normalerweise von Juni bis Anfang September, und serviert üppige Gerichte: Burger, Steaks und Tagessuppen. Die Küche ist einfach, die Portionen sind großzügig und die Atmosphäre am Ende der Welt wirkt nach einigen Tagen in der Tundra ehrlich gesagt wohltuend. Wiseman liegt ein paar Kilometer südlich. Der noch kleinere Weiler bietet keine öffentliche Gastronomie.

Bettles

Bettles erreichst du nur mit dem Flugzeug. Die Bettles Lodge ist der einzige Betrieb, der Besuchern Mahlzeiten anbietet: Hausmannskost, eine kleine Karte und viel persönliche Wärme. Besonders gut tut das nach der Landung aus einem kleinen Flugzeug, wenn dir Gegenwind den Flug erschwert hat. Die Lodge ist außerdem Ausgangspunkt für zahlreiche Expeditionen in den Park.

Buche Zimmer und Mahlzeiten im Voraus. Die Kapazität ist begrenzt und die Nachfrage im Sommer hoch.

Fairbanks

Fairbanks ist der logistische Mittelpunkt der Reise. Mit mehr als 30.000 Einwohnern bietet die Stadt vor mehreren Tagen in der Wildnis die größte Auswahl: Restaurants mit Küchen aus aller Welt, gut sortierte Lebensmittelgeschäfte und auf Trekkingnahrung spezialisierte Outdoorläden.

Hier stellst du deine Rationen sorgfältig zusammen. Nach der Landung feierst du dann die erste warme Mahlzeit, von der du während der letzten Wandertage geträumt hast. Der Parkguide führt die Fluggesellschaften auf, die Fairbanks, Bettles und Coldfoot verbinden.

Unsere Empfehlungen je nach Anlass

Schnelle Mahlzeit vor dem Abflug: Coldfoot Camp, ohne Umweg. Warm, reichhaltig und mit echter Atmosphäre am Ende der Welt.

Mit der Familie: Fairbanks bietet die größte Flexibilität mit verschiedenen Küchen, langen Öffnungszeiten und Supermärkten, in denen du deine Rationen anpassen kannst. Die Bettles Lodge stellt sich auf Anfrage darauf ein, aber du musst frühzeitig Bescheid geben.

Eine Mahlzeit mit Geschichte: Bettles Lodge. Der Betrieb besteht seit der Zeit der Erkundung des Landesinneren von Alaska, und die Wände erzählen ihre eigene Geschichte.

Authentische Atmosphäre: Coldfoot Camp. Die Kulisse eines arktischen Truck Stops ist keine Inszenierung, sondern der Alltag an der nördlichsten Straße der Vereinigten Staaten.

Die Spezialität zum Probieren: Karibu und Arctic grayling

Die Frage kommt oft auf: „Was essen die Menschen in der Arktis?“ Die Athabascan- und Inupiaq-Gemeinschaften am Rand des Parks leben seit Jahrhunderten von Jagd und Subsistenzfischerei. Karibu ist das typische Fleisch der Region: als Eintopf, Steak oder Trockenwurst. Arctic grayling, eine arktische Äsche, ist der wichtigste Fisch in den Gewässern des Parks. Sein zartes Fleisch lässt sich auf dem Campingkocher in der Pfanne braten.

Diese Spezialitäten stehen nicht auf der Karte eines standardisierten Restaurants. Je nach Fang und Lieferungen bekommst du sie manchmal in der Bettles Lodge oder in einzelnen Restaurants in Fairbanks, die Produkte aus Alaska in den Mittelpunkt stellen. Wilde Beeren wie arktische Heidelbeeren und Preiselbeeren ergänzen das Angebot. In der Hauptsaison im August pflückst du sie beim Wandern direkt in der Tundra.

Praktische Tipps: Öffnungszeiten, Reservierung und Budget

Saison: Der Park ist ganzjährig geöffnet, doch die meisten Besuche finden von Juni bis Anfang September statt. Außerhalb dieses Zeitraums schließt Coldfoot Camp und die Verbindungen nach Bettles werden unregelmäßig. Der Guide Wann du nach Gates of the Arctic reisen solltest beschreibt die besten Zeitfenster für dein Vorhaben.

Budget für Mahlzeiten: Rechne in Fairbanks mit 15 bis 30 US-Dollar pro Mahlzeit und in Coldfoot mit 20 bis 35 US-Dollar, bedingt durch den logistischen Mehraufwand. Gefriergetrocknete Rationen für eine Woche im Park kosten je nach Marke 80 bis 150 US-Dollar. Berücksichtige das in deinem Gesamtbudget. So erreichst du Gates of the Arctic erklärt die Kosten für Inlandsflüge.

Reservierung: Für die Bettles Lodge brauchst du eine Reservierung. In der Hauptsaison ist sie unverzichtbar, denn der Betrieb ist klein. Coldfoot Camp nimmt für das Restaurant keine Reservierungen an.

Kurzüberblick: Wo du je nach Situation isst

Reiseabschnitt Empfohlene Lösung
Vorbereitung in Fairbanks Große Supermärkte, Outdoorläden und Restaurants mit vielfältiger Auswahl
Aufenthalt in Coldfoot Coldfoot Camp: warme Mahlzeiten von Juni bis September
Abflug ab Bettles Bettles Lodge: Mahlzeiten vor Ort, vorher reservieren
Im Park Mitgetragene Rationen, gefriergetrocknete Mahlzeiten und Riegel. Es gibt keine andere Möglichkeit.
Rückkehr aus dem Park Coldfoot, Bettles oder Fairbanks, je nach Flugroute

Häufige Fragen

Was essen die Menschen in der Arktis?

Die Menschen im arktischen Alaska ernähren sich traditionell von Karibu, Süßwasserfischen wie Arctic grayling und arktischem Lachs, Wildvögeln sowie im Herbst gesammelten Wildbeeren. Diese Subsistenzressourcen spielen in den Athabascan- und Inupiaq-Dörfern rund um den Park weiterhin eine zentrale Rolle.

Kann man im Gates of the Arctic National Park Lebensmittel kaufen?

Nein. Im Park gibt es weder Verkaufsstellen noch einen General Store. Du musst alle Lebensmittel aus den Städten an den Parkzugängen mitbringen, also aus Coldfoot, Bettles oder Fairbanks, bevor du in den Park gehst.