Pinnacles: Welche Tiere du sehen kannst und wo du sie beobachtest
Der Pinnacles National Park vereint auf einer kompakten Fläche von vierzig Quadratkilometern eine bemerkenswerte Artenvielfalt. Fünf Arten ziehen besonders viel Aufmerksamkeit auf sich: der Kalifornische Kondor, der Puma, der Schwarzbär, der Wanderfalke und die Fledermäuse der Schutthöhlen. Der Kondor ist das unumstrittene Wahrzeichen des Parks. Er entging nur knapp dem Aussterben und ist täglich dabei zu beobachten, wie er über den vulkanischen Graten kreist. Ihm verdankt Pinnacles seinen Status als Nationalpark seit 2013, und wegen ihm richten die meisten Besucher ihr Fernglas zum Himmel.
Die markanten Tiere von Pinnacles
Der Kalifornische Kondor

Der Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus) ist der wichtigste Grund für einen Besuch in Pinnacles. 1987 gab es weltweit nur noch 27 Exemplare. Alle wurden für ein Zuchtprogramm in Gefangenschaft eingefangen. Heute gehört Pinnacles zu den bedeutendsten Orten für die Wiederansiedlung in Kalifornien.
Seine Flügelspannweite erreicht bis zu 2,9 m. Im Flug ist seine Silhouette unverkennbar: ein nackter orange-roter Kopf, riesige Flügel mit wie Finger gespreizten Schwungfedern und zwei breite weiße Dreiecke, die auf der Flügelunterseite zu sehen sind. Diese Vögel gleiten stundenlang ohne einen Flügelschlag in den Aufwinden über den Felsgraten. Mit bloßem Auge ist das schon beeindruckend, durch ein Fernglas wirkt es noch einmal ganz anders.
Bei unserem letzten Besuch auf dem High Peaks Trail ruhten mehrere Kondore auf den Felsen, weniger als fünfzig Meter vom Wanderweg entfernt. Diesen Anblick vergisst du nicht.
Kondor oder Steinadler: So unterscheidest du sie

Beide Arten kreisen oft am selben Ort, deshalb kommt es leicht zu Verwechslungen. Der Steinadler (Aquila chrysaetos) hat eine geringere Flügelspannweite von etwa 2 m, eine kompaktere Silhouette und ein einheitlich braunes Gefieder mit goldenem Nacken. Unter seinen Flügeln gibt es keine weißen Zeichnungen. Der Kondor ist deutlich größer, hat im Flug breitere und flachere Flügel, und seine weißen Dreiecke sind bei gutem Licht sofort zu erkennen. Der Adler schlägt häufiger mit den Flügeln, während der Kondor sich tragen lässt.
Der Puma, auch Berglöwe genannt

Der Puma (Puma concolor) kommt in Pinnacles vor, zeigt sich aber äußerst selten. Als einzelgängerischer, dämmerungsaktiver Räuber meidet er jeden Kontakt mit Menschen. Ihn mitten am Tag zu sehen, ist unwahrscheinlich. Einige glückliche Besucher entdecken ihn im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung auf den Gratwegen. Die Überwachungskameras des Parks bestätigen, dass er regelmäßig vorbeikommt.
Erwarte nicht, dass du ihn beim Aussteigen aus dem Auto siehst. Einen Puma musst du dir verdienen, und genau das macht eine mögliche Begegnung so wertvoll.
Der Schwarzbär

Der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus) hält sich in den bewaldeten Gebieten und Tälern des Parks auf. Anders als sein Name vermuten lässt, haben die Tiere in Pinnacles oft ein braunes oder zimtfarbenes Fell. Schwarz ist bei dieser Art nicht die Regel. Trotzdem bleibt er ein Wildtier, dem du dich niemals nähern und das du niemals füttern darfst.
Am häufigsten begegnet er dir im Morgengrauen und am späten Nachmittag, besonders im Frühjahr. Dann kommen die Tiere aus ihrer Winterruhe und suchen aktiv nach Nahrung.
Wanderfalke und Präriefalke

Die vulkanischen Felsen von Pinnacles bieten zwei Falkenarten ideale senkrechte Brutwände. Der Wanderfalke (Falco peregrinus) nistet in den steilen Felswänden. Im Sturzflug ist er der schnellste Vogel der Welt und kann mehr als 300 km/h erreichen. Der Präriefalke (Falco mexicanus) nutzt dieselben felsigen Lebensräume. Sein sandfarbenes Gefieder und die dunklen Achseln sind im Flug gut zu erkennen.
Der Frühling ist die beste Jahreszeit für ihre Beobachtung. Die Paare verteidigen ihr Revier und fliegen regelmäßig zum Nest und zurück. Fernglas oder Teleobjektiv sind hier unverzichtbar.
Fledermäuse in den Schutthöhlen

In Pinnacles leben etwa vierzehn Fledermausarten. Ihre Besonderheit ist bemerkenswert: Sie besiedeln Schutthöhlen, die durch das natürliche Aufeinanderstapeln von Felsblöcken entstanden sind. Bear Gulch Cave und Balconies Cave beherbergen manchmal sehr große Kolonien. Zum Schutz trächtiger Weibchen und überwinternder Tiere sind diese Höhlen einen Teil des Jahres geschlossen.
Wenn die Höhle in der Dämmerung geöffnet ist, gehört der massenhafte Ausflug der Fledermäuse zu den überraschendsten Erlebnissen im Park. Tausende Tiere verlassen die Höhle innerhalb weniger Minuten und bilden einen regelrechten geflügelten Strom im Canyon.
Wo du die Tiere in Pinnacles sehen kannst
Der Park teilt sich in zwei Gebiete, die über getrennte Eingänge im Osten und Westen erreichbar sind.
Auf der Ostseite bietet der Bereich um Bear Gulch die größte Vielfalt. Kondore sammeln sich regelmäßig auf den Graten von High Peaks, die du vom gleichnamigen Trail aus sehen kannst. Die Feuchtgebiete rund um das Bear Gulch Reservoir ziehen Maultierhirsche, Kojoten und zahlreiche Singvögel an. Hier liegt auch der wichtigste Zugang zu Bear Gulch Cave, wenn du abends Fledermäuse beobachten möchtest.
Auf der Westseite ist der Bereich um Balconies für seine Schutthöhlen und die Falken bekannt, die in den Canyonwänden nisten. Die Morgenstunden sind dort kühl und ruhig, was die Beobachtung von Greifvögeln begünstigt.
Für Kondore ist die wirksamste Strategie einfach: Steige früh am Morgen auf den High Peaks-Grat, suche dir einen erhöhten Punkt mit freier Sicht und beobachte, wie sich die Aufwinde bilden, während sich der Fels erwärmt. Mit den Aufwinden kommen auch die Kondore, manchmal in Gruppen von mehreren Tieren.
Unser Wanderführer für Pinnacles stellt die Wege vor, die sich am besten für Tierbeobachtungen eignen, einschließlich Höhenunterschieden und Gehzeiten.
Wann du die Tiere beobachten kannst
Die Tierwelt von Pinnacles folgt zwei überlagerten Rhythmen: dem Tages- und dem Jahreszeitenzyklus.
Im Tagesverlauf sind Morgengrauen und Abenddämmerung die besten Zeiten. Pumas, Bären und Kojoten bewegen sich vor allem dann. Im Hochsommer, wenn die Temperaturen mittags über 38 °C steigen, ziehen sich die meisten Säugetiere in den Schatten zurück. Wenn du vor 8 Uhr morgens losgehst, macht das einen großen Unterschied.
Im Jahresverlauf ist der Frühling von März bis Mai die ergiebigste Zeit. Die Vögel sind mitten in der Balz, Kondore und Falken brüten in den Felswänden, und die Säugetiere sind nach dem Winter aktiv. Der Herbst bringt angenehme Temperaturen und trockene Vegetation, in der sich Tiere leichter entdecken lassen. Der Sommer ist wegen der Hitze für Säugetiere anstrengend, eignet sich aber hervorragend für Greifvögel, die von den starken Aufwinden profitieren.
Fledermäuse sind vom Frühjahr bis in den Herbst aktiv. Im Winter sind die Höhlen teilweise geschlossen. Verlass dich von Dezember bis Februar daher nicht auf nächtliche Ausflüge.
Unser Guide zu den besten Reisezeiten für Pinnacles erklärt die Bedingungen der einzelnen Jahreszeiten und hilft dir, deinen Besuch auf die jeweiligen Monate abzustimmen.
Raubtiere und große Tiere in Pinnacles
Der Puma steht an der Spitze der Nahrungskette im Park. Er reguliert die Bestände der Maultierhirsche (Odocoileus hemionus columbianus), die in den bewaldeten Gebieten und auf den Wiesen am häufigsten zu sehen sind.
Der Schwarzbär ist ein Allesfresser. Je nach Jahreszeit stehen Eicheln, Beeren, Insekten, Aas und manchmal auch junge Hirsche auf seinem Speiseplan. In Pinnacles sind die Bestände klein, aber stabil.
Der Kojote (Canis latrans) ist das Tier, dem du am häufigsten am Boden begegnest. Er ist anpassungsfähig und wenig scheu und jagt Kaninchen, Eidechsen und kleine Nagetiere. Oft trottet er am frühen Morgen gleichgültig an Wanderern vorbei über die Wege.
Die Pazifische Klapperschlange (Crotalus oreganus) kommt im gesamten Park vor, besonders auf sonnigen, felsigen Wegen. Sie ist kein Raubtier, das dich aktiv bedroht, wehrt sich aber, wenn du sie überraschst. Achte darauf, wohin du Hände und Füße setzt.
Tiere sicher beobachten
Der Pinnacles National Park hat klare Regeln, an die du dich unbedingt halten solltest.
Mindestabstände:
- Kondore und brütende Greifvögel: Halte mindestens 50 m Abstand zu den Brutgebieten, auf die Schilder am Trail hinweisen.
- Schwarzbären: Halte mindestens 50 m Abstand. Wenn du einem begegnest, sprich ruhig, lauf nicht weg, mach dich groß und geh langsam zurück. Renn niemals davon.
- Pumas: Sollte es entgegen aller Wahrscheinlichkeit zu einer Begegnung kommen, lauf nicht weg. Schau das Tier an, wirke größer, indem du die Arme hebst und die Jacke öffnest, und geh rückwärts zurück, ohne ihm den Rücken zuzudrehen.
- Klapperschlangen: Im Fall eines Bisses immobilisierst du das betroffene Körperteil, saugst die Wunde nicht aus und rufst unverzüglich Hilfe.
Füttere niemals ein Tier. Ein von Menschen gefüttertes Tier verliert seine natürlichen Instinkte, wird von Menschen abhängig und muss häufig eingeschläfert werden. Diese Regel gilt für Kojoten, Erdhörnchen und Eichelhäher, auch wenn sie noch so sympathisch wirken.
Geh zum Fotografieren nicht näher heran. Wenn das Tier aufhört zu fressen, dich starr ansieht oder sich entfernt, bist du zu nah.
Wanderstöcke machen Geräusche und kündigen den Tieren deine Anwesenheit frühzeitig an. So verringern sie überraschende Begegnungen. Die vollständigen Parkregeln zu Sicherheitsabständen, dem Zugang zu den Höhlen und sensiblen Bereichen hängen am Eingang aus und sind bei den Rangern erhältlich.
Kurz zusammengefasst: Welche Arten du nicht verpassen solltest und wo du sie suchst
| Art | Bester Bereich | Beste Zeit |
|---|---|---|
| Kalifornischer Kondor | High Peaks-Grate (Ostseite) | Morgens, Aufwinde ab 9 Uhr |
| Puma | Überall, vor allem auf den Graten | Morgengrauen und Abenddämmerung (selten) |
| Schwarzbär | Bewaldete Gebiete, Bear Gulch | Frühling, Morgengrauen und Abenddämmerung |
| Wanderfalke | Balconies-Felswände (Westseite) | Frühling (Brutzeit) |
| Fledermäuse | Bear Gulch Cave, Balconies Cave | Abenddämmerung (Ausflug der Kolonien) |
| Kojote | Wege und offene Bereiche | Früh am Morgen |
| Maultierhirsch | Bewaldete Gebiete und Täler | Morgengrauen und Abenddämmerung |
Pinnacles ist kompakt, aber jeder Besuch kann eine Überraschung bereithalten. Ein Kondor, der dicht über deinen Grat streicht, oder ein Kojote, der zehn Meter von dir entfernt den Wanderweg überquert, sind Erlebnisse, die bleiben. Sieh dir unseren vollständigen Guide zu Pinnacles an, um deinen gesamten Aufenthalt vorzubereiten.
Häufige Fragen
Welche Tiere leben im Pinnacles National Park?
Zu den Tieren im Pinnacles National Park gehören unter anderem der Kalifornische Kondor, der Puma, der Schwarzbär, der Kojote, der Maultierhirsch, der Wanderfalke, der Präriefalke, etwa vierzehn Fledermausarten und die Pazifische Klapperschlange.
Gibt es Pumas im Pinnacles-Nationalpark?
Ja, im Pinnacles National Park leben tatsächlich Pumas. Sie kommen dort vor, zeigen sich aber nur selten und sind vor allem im Morgengrauen und in der Abenddämmerung aktiv. Tagsüber ist die Wahrscheinlichkeit einer Beobachtung gering. Ihre Anwesenheit wird regelmäßig durch die Überwachungskameras des Parks bestätigt.
Welche Tiere sind für Pinnacles typisch?
Typisch für Pinnacles sind der Kalifornische Kondor, der nach dem Beinahe-Aussterben in den 1980er-Jahren wieder angesiedelt wurde, der Puma, der Schwarzbär, der Wanderfalke und die Fledermauskolonien in den Schutthöhlen. Der Kondor bleibt die wichtigste Tierart des Parks.
Welches Tier ist in Pinnacles am häufigsten?
Am häufigsten siehst du in Pinnacles den Kojoten, der früh am Morgen auf den Wegen und in offenen Bereichen unterwegs ist. Auch das Kalifornische Erdhörnchen (Otospermophilus beecheyi) ist allgegenwärtig, besonders in der Nähe der Picknickplätze.
Welches ist das größte Tier in Pinnacles?
Das größte Landtier in Pinnacles ist der Amerikanische Schwarzbär, der bis zu 200 kg wiegen kann. Bei der Flügelspannweite übertrifft ihn jedoch der Kalifornische Kondor mit seinen 2,9 m von Flügelspitze zu Flügelspitze.
Welche Raubtiere gibt es in Pinnacles?
Zu den wichtigsten Raubtieren in Pinnacles gehören der Puma, der an der Spitze der Nahrungskette des Parks steht, der Allesfresser Schwarzbär, der Kojote, Wander- und Präriefalken sowie die Pazifische Klapperschlange in sonnigen, felsigen Bereichen.
Welche Tiere sind nachts in Pinnacles unterwegs?
Nachts gehören Fledermäuse zu den ersten Tieren, die bei Einbruch der Dunkelheit ausfliegen. Auch Pumas, Kojoten und viele nachtaktive Nagetiere bewegen sich nach Sonnenuntergang. In den warmen Monaten von Juni bis September können Klapperschlangen abends noch aktiv sein.