Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Ein Wolkenmeer füllt den Canyon unter klarem Himmel während einer spektakulären winterlichen Inversionswetterlage.

Wetter im Grand Canyon: Vorhersage, Klima und beste Reisezeit

Von Jocelyn Pion · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Grand Canyon

Der Grand Canyon erstreckt sich über Höhenlagen von 762 m am Canyonboden bis zu 2.560 m am North Rim. Dadurch entstehen je nach Standort völlig unterschiedliche Mikroklimata. Kurz gesagt: Am South Rim sind die Winter kalt und verschneit, die Sommer heiß und gewitterreich. Am Canyonboden sind die Sommer glühend heiß, mit Spitzenwerten bis 47 °C, während die Winter mild bleiben. Die sommerliche Monsunzeit von Mitte Juli bis Mitte September ist die wichtigste Regenperiode. Das Wetter kann innerhalb weniger Stunden umschlagen. Prüfe deshalb vor jedem Ausflug die Vorhersage.

Alles zur Reiseplanung, etwa Eintrittspreise, Unterkünfte und Verkehrsmittel, findest du in unserem kompletten Grand-Canyon-Reiseführer.

Wetterstation · Grand Canyon 36,00 N

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Klima im Grand Canyon Monat für Monat

Die folgenden Durchschnittswerte beziehen sich auf den South Rim in etwa 2.135 m Höhe. Für den Canyonboden rechnest du zu diesen Werten grundsätzlich 11 bis 17 °C hinzu.

Monat Höchsttemp. (°C) Tiefsttemp. (°C) Niederschlag
Januar 4 -7 Häufig Schnee
Februar 6 -5 Schnee oder Regen
März 11 -2 Wechselhafte Schauer
April 16 2 Trocken bis wechselhaft
Mai 22 7 Sehr trocken
Juni 28 12 Sehr trocken
Juli 29 15 Nachmittagsgewitter (Monsun)
August 27 14 Häufige Gewitter (Monsun)
September 23 10 Ende der Monsunzeit
Oktober 17 4 Trocken, kühler werdend
November 9 -2 Schnee möglich
Dezember 5 -6 Häufig Schnee

Das Klima im Jahresverlauf

Winter (Dezember bis Februar)

Am South Rim liegt von Dezember bis Februar regelmäßig Schnee. Nachts sinken die Temperaturen unter -7 °C, manchmal noch deutlich tiefer. Die Trails können vereist sein. Microspikes oder leichte Grödel sind unverzichtbar und du bekommst sie in den Geschäften des Parks. Der North Rim ist von Mitte Oktober bis Mai für Fahrzeuge gesperrt. Ganzjährig zugänglich bleibt nur der South Rim. Dafür sind nur wenige Besucher unterwegs, das flache Licht auf den verschneiten Felswänden ist eindrucksvoll und die Übernachtungspreise sinken spürbar.

Frühling (März bis Mai)

April und Mai bieten sehr angenehme Bedingungen. Am South Rim steigen die Temperaturen allmählich an und erreichen im Mai Spitzenwerte von 22 °C. Am Canyonboden ist es dann bereits heiß, mit 35 °C oder mehr. Eine Wanderung hinab am späten Vormittag erfordert deshalb schon ein sorgfältiges Trinkmanagement. Im März und Anfang April bleibt das Wetter wechselhaft. Auf einen sonnigen Morgen kann ein kalter Schauer folgen. Kleidung im Schichtsystem ist dann Pflicht.

Sommer (Juni bis August)

Der Juni ist vor Beginn des Monsuns der trockenste und heißeste Monat: etwa 28 °C am Rim und 40 bis 45 °C am Canyonboden. Ab Mitte Juli setzt der Arizona-Monsun ein. Fast jeden Nachmittag entladen sich schwere Gewitter, manchmal mit Hagel. Sie können Sturzfluten in den engen Schluchten auslösen, ohne dass du den Regen von deinem Standort aus siehst. Der NPS rät von Juni bis August dringend davon ab, zwischen 10 und 16 Uhr unter den Rim hinabzusteigen, da die Hitze lebensgefährlich sein kann.

Herbst (September bis November)

Im September macht sich der Monsun noch bemerkbar, doch gegen Monatsende werden die Gewitter allmählich seltener. Der Oktober ist ideal: klarer Himmel, milde Temperaturen am South Rim mit 17 °C am Tag, deutlich weniger Besucher nach der Sommersaison und herbstliches Licht auf den Felswänden. Der North Rim wird am 15. Oktober für Fahrzeuge geschlossen. Im November kann bereits ab Monatsmitte wieder Schnee fallen, und einige Angebote wie zusätzliche Shuttles oder kleinere Cafeterias fahren mit kürzeren Öffnungszeiten.

Ist es im Grand Canyon kalt? Rekorde und Extreme

Die Antwort hängt vollständig von der Höhenlage ab. Am South Rim liegen die Kälterekorde bei etwa -20 °C. Am Canyonboden, bei Phantom Ranch auf 762 m, werden am selben Wintertag dagegen 5 bis 15 °C erreicht. Im Sommer ist der Unterschied ebenso beeindruckend: Während es am Rim um 30 °C hat, steigen die Temperaturen am Canyonboden auf bis zu 47 °C. Der Unterschied von 11 bis 17 °C zwischen den Rims und dem Canyonboden bleibt im Sommer wie im Winter bestehen. Die wichtigste Regenperiode ist der Monsun von Mitte Juli bis Mitte September. Er bringt schwere Gewitter und die Gefahr von Sturzfluten. Auch der Winter bringt Niederschlag, am South Rim überwiegend in Form von Schnee.

Was du je nach Jahreszeit anziehen solltest

Im Winter: Daunenjacke, Mütze, Handschuhe und wasserdichte Schuhe. Die Trails können mit festgetretenem Eis bedeckt sein. Microspikes oder leichte Grödel sind daher keineswegs überflüssig. Ohne Winterausrüstung bei Temperaturen unter -7 °C zu campen, wäre unvernünftig.

Im Frühling: Kleidung im Schichtsystem. Atmungsaktives T-Shirt, Fleece und eine leichte wasserdichte Windjacke. Die Morgenstunden sind kühl. Am Nachmittag kann es je nach Wetterlage warm oder regnerisch sein.

Im Sommer: Leichte, atmungsaktive Kleidung, ein breitkrempiger Hut und eine Sonnenbrille an den Rims. Wenn du in den Canyon hinabsteigst, nimm hohe Wanderschuhe für das steinige, instabile Gelände, mindestens 2 Liter Wasser pro Wanderstunde und salzige Snacks gegen den Flüssigkeits- und Salzverlust mit. Steige früh am Morgen hinab und kehre vor 10 Uhr oder nach 16 Uhr zurück.

Im Herbst: Es gilt dasselbe wie im Frühling. Ab Mitte Oktober solltest du eine warme zusätzliche Schicht einpacken, denn auf 2.000 m Höhe werden die Morgenstunden schnell kälter.

Warnungen und Bedingungen, die du im Blick behalten solltest

Sturzfluten. Während des Monsuns kann ein Gewitter auf dem höher gelegenen Plateau ausreichen, um eine Flut in einem Korridor auszulösen, über dem der Himmel noch klar ist. Prüfe vor jedem Abstieg die Wetterberichte des National Weather Service für die Region Flagstaff/Grand Canyon. Wenn sich der Himmel oberhalb des Canyons verdunkelt, verlasse den Canyonboden sofort.

Extreme Hitze am Canyonboden. Der NPS beschränkt den Zugang zu den inneren Trails bereits ab 38 °C. Ranger können Wanderern, die nicht ausreichend Wasser und Nahrung dabeihaben, den Zutritt verweigern. Jeden Sommer kommt es zu Todesfällen durch Überhitzung und Dehydrierung. Diese Warnung ist nicht symbolisch gemeint.

Straßen und winterbedingte Sperrungen. Starker Schneefall kann zur vorübergehenden Sperrung einzelner Straßen am Rim führen. Informiere dich auf der offiziellen Park-Website über die Bedingungen, bevor du losfährst, besonders im Dezember und Januar.

Für je nach Jahreszeit begehbare Trails, Höhenunterschiede und Sicherheitsempfehlungen für die einzelnen Zeiträume siehe Wanderungen im Grand Canyon.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch im Grand Canyon?

Die beste Zeit für einen Besuch im Grand Canyon ist der Frühling von April bis Mai oder der Herbst von September bis Oktober. Dann sind die Temperaturen an den Rims mild, die inneren Trails begehbar und der Besucherandrang besser zu bewältigen. Unsere Seite zur besten Reisezeit erläutert die Wahl je nach deinem Besuchsprofil für jede Jahreszeit.

Ist es am Canyonboden des Grand Canyon kalt?

Nein, im Gegenteil. Am Canyonboden bei Phantom Ranch auf 762 m Höhe ist es zu jeder Jahreszeit 11 bis 17 °C wärmer als am South Rim. Im Winter ist es dort mild, mit 5 bis 15 °C am Tag, während der Rim gefriert. Im Sommer steigen die Spitzenwerte über 45 °C. Der Canyonboden gehört dann zu den heißesten Orten im Park.

Wann ist die Regenzeit im Grand Canyon?

Die wichtigste Regenperiode im Grand Canyon ist der Arizona-Monsun von Mitte Juli bis Mitte September. Er bringt am späten Nachmittag schwere Gewitter, die in den Schluchten manchmal Sturzfluten auslösen. Der Winter von Dezember bis Februar bildet eine zweite feuchte Periode. Am South Rim fällt der Niederschlag dann überwiegend als Schnee.

Wie ist das Klima im Grand Canyon?

Das Klima im Grand Canyon unterscheidet sich je nach Höhenlage stark. Der South Rim auf 2.135 m ist semiarid, mit kalten, verschneiten Wintern und heißen, gewitterreichen Sommern. Am Canyonboden auf 760 m herrscht ein Wüstenklima, im Sommer ist es dort glühend heiß. Der North Rim auf 2.560 m ist der kälteste und feuchteste der drei wichtigsten Bereiche. Das Wetter wechselt unabhängig von der Jahreszeit schnell.