Unabhängige Reiseführer zu den US-Nationalparks
Siebdruck-Illustration: Weißkopfseeadler im Flug über dem Mississippi, mit der Gateway Arch und Saint Louis im Hintergrund.

Wildtiere im Gateway Arch: Welche Tiere du sehen kannst und wo

Von David Sanchez · Daten: National Park Service · ← Kompletter Reiseführer Gateway Arch

Der Gateway Arch National Park überrascht: Mitten in Saint Louis, am Ufer des Mississippi gelegen, beherbergt dieser Stadtpark weit mehr Tiere als nur eine gepflegte Rasenfläche. Sein größter Vorteil ist der Fluss. Der Mississippi gehört zu den meistgenutzten Zugkorridoren Nordamerikas, und Saint Louis liegt genau auf dieser Route.

Fünf Tiere solltest du vor deiner Abreise kennen: den Weißkopfseeadler (im Winter spektakulär über dem Fluss), den Wanderfalken (ein Stadtbrüter, der die Höhenlagen patrouilliert), den Kanadareiher (das ganze Jahr über am Ufer), den Weißwedelhirsch (scheu in den Grünanlagen) und die Fledermäuse (mehrere Arten werden ab Sonnenuntergang aktiv). Dazu kommen je nach Jahreszeit rund hundert beobachtete Vogelarten. So zeigt der Gateway Arch eine natürliche Seite, die man von der Esplanade aus kaum vermutet.

Die typischen Tiere im Gateway Arch

Der Weißkopfseeadler

Siebdruck-Illustration: Weißkopfseeadler im Flug über dem Mississippi, mit der Gateway Arch und Saint Louis im Hintergrund.

Der Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus) ist die eindrucksvollste Tierbeobachtung im Park, aber du musst sie dir verdienen: Du solltest im Winter kommen. Von Dezember bis Anfang März folgen die Adler dem Mississippi flussauf- und flussabwärts auf der Suche nach eisfreien Wasserstellen, an denen sie Fische erreichen können. Der weiße Kopf und der weiße Schwanz machen erwachsene Tiere im Flug unverwechselbar. Jungvögel sind braun gefleckt und brauchen bis zu fünf Jahre, bis sie ihr endgültiges Gefieder tragen.

Ihre Flügelspannweite erreicht 1,8 bis 2,3 m. Zum Verdauen ihrer Beute setzen sie sich gern auf abgestorbene Äste und Brückenpfeiler. Am besten beobachtest du sie früh am Morgen auf dem Uferweg am Mississippi.

Der Wanderfalke

Siebdruck-Illustration: Ein Wanderfalke sitzt auf einer erhöhten Struktur am Flussufer nahe der Gateway Arch.

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) hat seit den 1990er-Jahren die Großstädte Nordamerikas zurückerobert, nachdem er durch DDT beinahe ausgestorben war. In Saint Louis ersetzen Gebäude und Brücken die natürlichen Felsen. Dort hat er sich dauerhaft wieder angesiedelt. Du erkennst ihn an seiner sichelförmigen Silhouette, den schwarzen Wangen und seinem Flug, der schnelle Flügelschläge mit kraftvollen Gleitphasen abwechselt.

Er jagt vor allem andere Vögel im Sturzflug, wobei dokumentierte Geschwindigkeiten von über 300 km/h erreicht werden. Suche ihn hoch oben auf Metallkonstruktionen, Dachkanten und den Rändern von Übergängen. An ruhigen Frühlings- und Herbstmorgen während des Vogelzugs ist er besonders aktiv über dem Park.

Der Kanadareiher

Siebdruck-Illustration: Großer Kanadareiher reglos am Ufer des Mississippi vor der Stadtkulisse des Gateway Arch

Der Kanadareiher (Ardea herodias) ist zu jeder Jahreszeit der auffälligste Bewohner der Ufer. Manchmal steht er minutenlang reglos am Wasser und wartet, bis ein Fisch in Reichweite seines speerartigen Schnabels kommt. Aufrecht erreicht er fast 1,2 m, seine Flügelspannweite kann 2 m betragen.

Im Flug machen ihn der eingezogene S-förmige Hals und die langen, nach hinten ausgestreckten Beine unverwechselbar. Er hält sich das ganze Jahr über am Mississippi-Ufer auf. Sein regelmäßiges Auftreten zeigt, dass das Flussökosystem noch funktioniert. Für einen Park im Zentrum einer Metropole ist das durchaus bemerkenswert.

Der Weißwedelhirsch

Siebdruck-Illustration: Weißwedelhirsch durchquert im Morgenlicht einen bewaldeten Bereich der Arch Grounds

Der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) kann sich in diesem Stadtpark halten, weil grüne Korridore durch Saint Louis verlaufen und mit den Parkflächen verbunden sind. Tagsüber bleibt er scheu. In der Dämmerung nutzt er Waldränder und Bereiche mit hohem Gras. Sein im Sommer rötliches und im Winter braun-gelbes Fell ist vor einer Schneefläche leichter zu erkennen.

Weibchen und im Mai oder Juni geborene Kitze bleiben tagsüber im Schutz der Vegetation. Die Männchen tragen ihr Geweih von Mai bis Januar und werfen es nach der herbstlichen Brunft ab.

Die Fledermäuse

Siebdruck-Illustration: Fledermaussilhouetten fliegen in der Dämmerung um die Bäume der Gateway Arch Grounds.

Mehrere Fledermausarten sind ab Einbruch der Dunkelheit im Park unterwegs, darunter die Große Braune Fledermaus (Eptesicus fuscus) und verschiedene Myotis-Arten. Sie jagen fliegende Insekten in geringer Höhe über Rasen und Wasser. Im Sommer, wenn das Licht gegen 20:30 Uhr nachlässt und die Mücken aktiv werden, sind sie oft das erste Wildtier, das du von den Parkwegen aus siehst.

Eine einzige Kolonie kann pro Nacht mehrere tausend Insekten fressen und ist damit ein wertvoller Helfer für die Gesundheit in der Stadt. Beobachte die Fledermäuse aus der Entfernung und komm ihnen nicht näher.

Wo du die Tiere im Gateway Arch sehen kannst

Der Park lässt sich in drei übereinanderliegende Bereiche einteilen, und jeder zieht andere Arten an.

Der Uferweg am Mississippi ist der beste Beobachtungsplatz für Wasser- und Zugvögel: ein Kanadareiher auf den Felsen, im Winter Tauchenten und ein Weißkopfseeadler über dem Fluss. Nimm ein Fernglas mit. Die Vögel halten sich auf dem Wasser oft weit entfernt auf.

Die Rasenflächen und Wege auf der Westseite zwischen dem Gateway Arch und der alten Innenstadt bieten Singvögeln während des Vogelzugs im Mai und im September sowie Oktober Rastplätze. Die großen Bäume des Parks dienen Grasmücken, Drosseln und Spechten inmitten der dicht bebauten Umgebung als Zwischenstation. Hier zeigt sich der Weißwedelhirsch im Morgengrauen, bevor viele Besucher kommen.

Die Höhenlagen gehören dem Wanderfalken. Schau zu den Metallkonstruktionen des Gateway Arch und den Dachkanten der nahen Gebäude hinauf, um ihn dort sitzend oder auf der Jagd zu entdecken.

Für Fledermäuse eignet sich nach Einbruch der Dunkelheit jeder Punkt im Park. Besonders gut sind leicht beleuchtete Bereiche, wo sich Insekten um die Laternen sammeln.

Wann du die Tiere beobachten kannst

Der Beobachtungskalender hängt davon ab, nach welcher Art du suchst.

Der Winter (Dezember bis Anfang März) ist die wichtigste Jahreszeit für den Weißkopfseeadler. Die Temperaturen sinken regelmäßig unter null Grad (Januar: durchschnittlich -1,5 °C), und der Mississippi kann teilweise zufrieren. Dadurch sammeln sich die Adler an den eisfreien Wasserstellen. Der Besucherstrom ist gering und die Vögel werden weniger gestört.

Der Frühling (April und Mai) ist das beste Zeitfenster für ziehende Singvögel, die dem Mississippi nach Norden folgen. Die Temperaturen steigen von 14 auf 19 °C, und die austreibenden Bäume bieten den durchziehenden Grasmücken Schutz und Insekten.

Der Sommer (Juni bis August) ist warm und feucht, im Juli liegen die Temperaturen bei etwa 25 bis 27 °C. Tagsüber bleibt die Tierwelt unauffällig. Am besten gehst du vor 9 Uhr oder am Abend los, wenn die Fledermäuse aktiv werden.

Im Herbst (September und Oktober) zieht der Vogelzug nach Süden vorbei und verteilt sich stärker über die Zeit als im Frühling. Die Weißwedelhirsche kommen in die Brunft und werden an den Waldrändern sichtbarer. Die Adler beziehen wieder ihr Winterrevier.

Für genaue Angaben zu Temperaturen und Niederschlag Monat für Monat findest du auf unserer Wetterseite zum Gateway Arch die vollständigen NPS-Mittelwerte. Wenn du deinen Aufenthalt auf das beste Zeitfenster abstimmen willst, verbindet unser Guide zur besten Reisezeit Wetter, Tierwelt und Besucheraufkommen.

Raubtiere und große Tiere im Gateway Arch

Der Gateway Arch ist ein Stadtpark. Bären, Pumas und Wölfe gibt es hier nicht. Der Wanderfalke ist der funktionale Spitzenprädator dieses Ökosystems und jagt Tauben und Stare mit nachgewiesener Effizienz.

Der Kanadareiher ist der wichtigste Wasserräuber. Je nach Jahreszeit und Wasserstand frisst er Fische, Frösche und kleine Nagetiere.

Ein Blick in die Geschichte gehört dazu. Der Präriebison (Bison bison) durchstreifte diese Region über Jahrtausende. Die Expansion nach Westen dezimierte ihn im 19. Jahrhundert. Das Parkmuseum zeigt ein lebensgroßes Modell, eine greifbare Erinnerung an eine verschwundene Tierwelt, an die der Gateway Arch selbst als Symbol der Frontier erinnert.

Der Stadtkoyote (Canis latrans) kommt im Ballungsraum Saint Louis vor und kann nachts durch den Park laufen. Direkte Begegnungen bleiben selten und sind normalerweise ungefährlich.

Wildtiere sicher beobachten

Die Regeln sind weniger streng als in Yellowstone, gelten aber trotzdem.

Füttere keine Tiere. Kanadagänse (Branta canadensis), die überall auf den Rasenflächen vorkommen, gewöhnen sich schnell an menschliches Futter. Das stört ihr natürliches Verhalten und schädigt die Grünanlagen. Die Regel gilt ebenso für Eichhörnchen und Krähen.

Halte zu großen Vögeln mindestens 30 m Abstand (Reiher, Adler, Falke). Wenn ein Vogel deinetwegen auffliegt, hat er wegen deiner Anwesenheit die Nahrungssuche unterbrochen.

Berühre niemals eine Fledermaus. Das Tollwutrisiko ist belegt. Ein gesundes Tier lässt sich nicht anfassen. Wenn deine Haut mit einer Fledermaus in Kontakt gekommen ist, such unverzüglich einen Arzt auf.

Hunde sind im Park erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Diese Regel schützt sowohl die Wildtiere als auch die anderen Besucher.

Die allgemeinen Parkregeln, etwa bei Gewitter auf der Esplanade, und alle weiteren praktischen Informationen findest du auf der Startseite des Gateway Arch.

Kurz zusammengefasst: Diese Arten solltest du nicht verpassen

Weißkopfseeadler: Ufer des Mississippi, Dezember bis März, möglichst am Morgen.

Wanderfalke: hohe Strukturen, das ganze Jahr über, im Frühling und Herbst besser sichtbar.

Kanadareiher: Ufer des Mississippi, das ganze Jahr über, früh am Morgen.

Weißwedelhirsch: Rasenflächen und Waldränder auf der Westseite, bei Sonnenaufgang und in der Dämmerung, vom Frühling bis zum Herbst.

Fledermäuse: überall im Park, ab Sonnenuntergang, von April bis Oktober.

Ziehende Singvögel: große Parkbäume, Mai sowie September und Oktober, am Morgen.

Der Gateway Arch zeigt, dass ein urbaner Nationalpark keine verarmte Natur sein muss. Er ist eine Schnittstelle, und der Mississippi macht sie zu einer der artenreichsten der Region.

Häufige Fragen

Welche Tiere sind typisch für den Gateway Arch National Park?

Die fünf typischen Tiere im Gateway Arch sind der Weißkopfseeadler (im Winter am Mississippi), der Wanderfalke (Stadtbrüter), der Kanadareiher (das ganze Jahr über am Ufer), der Weißwedelhirsch (in den Grünanlagen) und Fledermäuse (nachts von April bis Oktober aktiv).

Welches Tier kommt im Park am häufigsten vor?

Das häufigste Tier im Gateway Arch ist der Vogel. Kanadagänse und Grauhörnchen leben das ganze Jahr über auf den Rasenflächen. Unter den Vögeln sind während des Frühlings- und Herbstzugs mehrere Singvogelarten besonders zahlreich.

Welches ist das größte Tier im Gateway Arch?

Das größte Tier, das derzeit im Park vorkommt, ist der Weißwedelhirsch. In der Geschichte der Region war es der Präriebison, der hier dominierte. Eine lebensgroße Nachbildung steht im Parkmuseum.

Welche Raubtiere gibt es im Gateway Arch?

Zu den Raubtieren im Gateway Arch gehören der Wanderfalke, ein Spitzenprädator der Lüfte, der Tauben und kleine Vögel im Sturzflug jagt, sowie der Kanadareiher als Wasserräuber. Der Stadtkoyote kommt im Ballungsraum vor, wird im Park aber nur selten gesehen.

Welche Tiere sind nachts im Gateway Arch aktiv?

Nachts jagen Fledermäuse über dem Wasser und den Rasenflächen Insekten. Auch Waschbären und der Stadtkoyote können sich nach der Schließung im Park aufhalten. Im Frühling und Herbst findet außerdem der nächtliche Zug der Singvögel statt.

Sind Hunde im Gateway Arch National Park erlaubt?

Ja, Hunde sind in den Außenbereichen des Parks erlaubt, müssen aber immer an der Leine bleiben. Haustiere dürfen weder ins Museum noch in die Aufzugskabine zur Spitze des Gateway Arch.